🛤️ Gehalt an löslichem Bindemittel in einer Asphaltmischung
Kurz gefasst
Extraktion des Bindemittels mit einem Lösungsmittel (heiß oder kalt), Abtrennung des Füllers aus der Lösung und Bestimmung der Bindemittelmenge aus der Massendifferenz oder durch Rückgewinnung; das Ergebnis S in % der Masse der trockenen Prüfportion. Die Prüfung erfolgt nach PN-EN 12697-1:2020-08; Ergebnis: S — der Gehalt an löslichem Bindemittel in % der Masse der trockenen Prüfportion; das gesamte Bindemittel unter Berücksichtigung des unlöslichen nach A.4. Das Verfahren umfasst 7 Schritte; eingesetzt wird sie unter anderem für: Qualitätskontrolle von Asphaltmischungen im Mischwerk (Validierung der Produktion, werkseigene Produktionskontrolle), Prüfung der Übereinstimmung einer Mischung mit der Spezifikation und mit der Typprüfung (WT-2 2014: das lösliche Bindemittel S als Bezugswert), Rückgewinnung des Bindemittels aus einer Mischung für weitere Prüfungen (Penetration, Erweichungspunkt).
Auf einen Blick
- Norm: PN-EN 12697-1:2020-08
- Kategorie: Bauwesen
- Verfahrensschritte: 7
- Ergebnis: S — der Gehalt an löslichem Bindemittel in % der Masse der trockenen Prüfportion; das gesamte Bindemittel unter Berücksichtigung des unlöslichen nach A.4
- Waage: Genauigkeit ± 0,1 g; die Prüfportion wird auf 0,1 g gewogen
- Kriterium für die Abtrennung des Füllers: Der Rückstand nach der Veraschung des Bindemittels ≤ 0,5 % (Füller < 6 %) oder ≤ 1 % (Füller ≥ 6 %) — Anhang C
Übersicht
Die Norm PN-EN 12697-1 beschreibt Verfahren zur Bestimmung des Gehalts an löslichem Bindemittel in Proben von Asphaltmischungen; sie eignen sich für die Qualitätskontrolle während der Herstellung der Mischung im Mischwerk und für die Prüfung der Übereinstimmung mit der Produktspezifikation. Die Norm verfolgt einen vereinheitlichten Ansatz, der gewisse Unterschiede in den Einzelheiten der Verfahren der einzelnen Laboratorien zulässt: Abschnitt 5 beschreibt die Grundvorgänge, Anhang A gibt Hinweise (das Schema A.1) und Anhang B gleichwertige Varianten der Apparatur: Heißextraktoren (mit Papier- oder Siebfilter), den Soxhlet-Extraktor, den Flaschenschüttler, den Zentrifugalextraktor, das kalte Lösen durch Rühren und den automatischen Extraktor; für die Abtrennung des Füllers eine Durchlaufzentrifuge, einen Druckfilter oder Becherzentrifugen. Anhang C gibt die Bestimmung des mineralischen Rückstands im Extrakt durch Veraschung an und Anhang D Hinweise für polymermodifizierte Bindemittel.
Das lösliche Bindemittel ist der Massenanteil des Bindemittels in Prozent, der sich aus einer wasserfreien Probe extrahieren lässt; das unlösliche Bindemittel ist der Massenanteil des Bindemittels in Prozent, der nach der Extraktion auf den Körnern der Gesteinskörnung verbleibt. Die Ausgabe 2020 ersetzte PN-EN 12697-1:2012: der Titel beschränkt das Verfahren nicht mehr auf Heißmischgut, die Genauigkeit der Waage wurde auf ± 0,1 g geändert, in Abschnitt 4 wurde die Probenvorbereitung um Mischungen mit hohem Gehalt an mineralischen Bestandteilen ergänzt, ein Verfahren für den automatischen Extraktor hinzugefügt und eine Bestimmung über die Präzision automatischer Geräte.
In den polnischen Anforderungen WT-2 2014 (GDDKiA) ist der Gehalt an löslichem Bindemittel S der Bezugswert für die Beurteilung des Bitumengehalts einer Mischung: er wird als Mittelwert aus mindestens 8 Extraktionen während der Validierung der Produktion ermittelt, und das unlösliche Bindemittel Bn = B − S (B — das gesamte Bitumen) darf den theoretischen Wert Bn = 0,014·F + 0,1 (F — der Füllergehalt in %) nicht überschreiten. Die Norm warnt, dass die Lösungsmittel (Dichlormethan, Trichlorethylen, Toluol, Xylol, Perchlorethylen und andere) gesundheitsschädlich sind und Arbeitsplatzgrenzwerten unterliegen.
Prinzip der Methode
Die Bestimmung des Bindemittelgehalts in einer nach PN-EN 12697-28 vorbereiteten Prüfportion der Mischung umfasst vier Vorgänge: (a) die Extraktion des Bindemittels durch Lösen in einem heißen oder kalten Lösungsmittel, (b) die Abtrennung der mineralischen Bestandteile aus der Bindemittellösung, (c) die Bestimmung der Bindemittelmenge aus der Massendifferenz oder durch Rückgewinnung des Bindemittels aus der Lösung (B.3), (d) die Berechnung des Gehalts an löslichem Bindemittel S als Prozentsatz der Masse der ursprünglichen trockenen Prüfportion (die Formeln 5.5.2–5.5.5 für das Differenzverfahren, für die vollständige Rückgewinnung und für die Rückgewinnung aus einem Teil der Lösung mit volumen- oder massenbezogener Berechnung). Das Extraktionsverfahren muss sicherstellen, dass auf den Körnern kein lösliches Bindemittel verbleibt, und die Abtrennung des Füllers, dass der Rückstand nach der Veraschung des zurückgewonnenen Bindemittels 0,5 % (Füller < 6 % der Masse der Gesteinskörnung) oder 1 % (Füller ≥ 6 %) nach Anhang C nicht überschreitet.
Anwendungen
- Qualitätskontrolle von Asphaltmischungen im Mischwerk (Validierung der Produktion, werkseigene Produktionskontrolle)
- Prüfung der Übereinstimmung einer Mischung mit der Spezifikation und mit der Typprüfung (WT-2 2014: das lösliche Bindemittel S als Bezugswert)
- Rückgewinnung des Bindemittels aus einer Mischung für weitere Prüfungen (Penetration, Erweichungspunkt)
- Bestimmung der Kornverteilung der nach der Extraktion zurückgewonnenen Gesteinskörnung nach PN-EN 12697-2
- Prüfung von Mischungen mit polymermodifizierten Bindemitteln (Anhang D)
Schlüsselparameter
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Ergebnis | S — der Gehalt an löslichem Bindemittel in % der Masse der trockenen Prüfportion; das gesamte Bindemittel unter Berücksichtigung des unlöslichen nach A.4 |
| Waage | Genauigkeit ± 0,1 g; die Prüfportion wird auf 0,1 g gewogen |
| Kriterium für die Abtrennung des Füllers | Der Rückstand nach der Veraschung des Bindemittels ≤ 0,5 % (Füller < 6 %) oder ≤ 1 % (Füller ≥ 6 %) — Anhang C |
| Wasser in der Probe | Bis zur Massekonstanz trocknen (Abschnitt 6) oder den Wassergehalt nach PN-EN 12697-14 bestimmen oder nach PN-EN 12697-28 verfahren |
| Varianten der Apparatur (Anhang B) | Heißextraktor (Papier-/Siebfilter), Soxhlet, Flaschenschüttler, Zentrifugalextraktor, kaltes Lösen, automatischer Extraktor |
| WT-2 2014 | S = der Mittelwert aus ≥ 8 Extraktionen bei der Validierung; Bn = B − S ≤ 0,014·F + 0,1 |
Norm
- Normnummer
- PN-EN 12697-1:2020-08
- Titel (PL)
- Mieszanki mineralno-asfaltowe — Metody badań — Część 1: Zawartość lepiszcza rozpuszczalnego
- Title (EN)
- Bituminous mixtures — Test methods — Part 1: Soluble binder content
Schritt-für-Schritt-Verfahren
-
Vorbereitung der Prüfportion
Die Laborproben nach PN-EN 12697-28 so vorbereiten, dass Prüfportionen entstehen; bei Mischungen mit hohem Gehalt an mineralischen Bestandteilen das Fassungsvermögen der Apparatur aus B.2 berücksichtigen. Kann die Probe Wasser enthalten: bis zur Massekonstanz trocknen, den Wassergehalt nach PN-EN 12697-14 bestimmen oder nach PN-EN 12697-28 verfahren.
-
Wägung
Die Prüfportion auf 0,1 g genau wägen und nach den Anforderungen des aus B.1 gewählten Verfahrens in das Extraktionsgerät geben.
-
Extraktion des Bindemittels
Das Bindemittel in einem heißen oder kalten Lösungsmittel so lösen, dass auf den Körnern der Gesteinskörnung kein lösliches Bindemittel verbleibt (in wenigen Fällen sind alle Spuren schwer zu entfernen — siehe A.4).
-
Abtrennung der mineralischen Bestandteile
Die Bindemittellösung auffangen und den Füller mit dem Verfahren aus B.2 abtrennen (Durchlaufzentrifuge, Druckfilter, Becherzentrifuge); die Wirksamkeit bestätigt ein Rückstand nach der Veraschung des zurückgewonnenen Bindemittels von ≤ 0,5 % oder ≤ 1 % nach Anhang C (die Kontrolle erfolgt nicht bei jeder Probe).
-
Rückgewinnung der Gesteinskörnung
Die saubere Gesteinskörnung auf ein Blech bringen, das Lösungsmittel aus der Gesteinskörnung und aus dem Gerät verdampfen, die im Gerät verbliebenen feinen mineralischen Teilchen auf das Blech bringen, wägen und die Masse der Gesteinskörnung festhalten. Nötigenfalls die Kornverteilung der zurückgewonnenen Gesteinskörnung nach PN-EN 12697-2 bestimmen und dabei den auf dem Filter zurückgehaltenen Füller berücksichtigen.
-
Bindemittelmenge
Differenzverfahren: zur Masse der zurückgewonnenen Gesteinskörnung die Masse des Füllers vom Filter addieren. Rückgewinnungsverfahren: das Bindemittel nach B.3 aus der Lösung zurückgewinnen.
-
Berechnung und Prüfbericht
S als Prozentsatz der Masse der ursprünglichen trockenen Prüfportion nach 5.5.2 (Differenz), 5.5.3 (vollständige Rückgewinnung) oder 5.5.4/5.5.5 (Rückgewinnung aus einem Teil der Lösung, volumen- oder massenbezogene Berechnung) berechnen; bei getrockneten Prüfportionen ist M die Masse der trockenen Prüfportion und Mw entfällt. Für Bindemittel mit einem nennenswerten unlöslichen Anteil das gesamte Bindemittel nach A.4 berechnen.
Erforderliche Geräte und Apparatur
| Gerät | Beispiel | Richtpreis |
|---|---|---|
| Gerät zur Extraktion des Bindemittels | Nach dem aus B.1 gewählten Verfahren: ein Heißextraktor, ein Soxhlet-Extraktor, ein Flaschenschüttler, ein Zentrifugalextraktor oder ein automatischer Extraktor | — |
| Gerät zur Abtrennung des Füllers | Eine Durchlaufzentrifuge, ein Druckfilter oder eine Becherzentrifuge (B.2) | — |
| Gerät zur Rückgewinnung des Bindemittels | Nach B.3 — Rotationsverdampfung (PN-EN 12697-3) oder eine Fraktionierkolonne (PN-EN 12697-4) | — |
| Waage | Genauigkeit ± 0,1 g, kalibriert und rückführbar | — |
| Bleche | Beständig gegen Erwärmung ohne Masseänderung, zum Trocknen der zurückgewonnenen Gesteinskörnung | — |
| Siebe | Nach ISO 3310-1 und ISO 3310-2 für die Kornverteilung der zurückgewonnenen Gesteinskörnung (PN-EN 12697-2) | — |
Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien
| Reagenz | CAS | Details |
|---|---|---|
| Lösungsmittel für das Bindemittel | — | Ein Lösungsmittel, das Bitumen zu lösen vermag und vom Mitgliedstaat gewählt wird (die Norm nennt Dichlormethan, 1,1,1-Trichlorethan, Benzol, Trichlorethylen, Xylol, Toluol, Perchlorethylen); Trichlorethylen in dichten, vor UV geschützten Behältern aufbewahren und nach der Regenerierung durch Destillation auf Säure prüfen (es darf über Calciumoxid aufbewahrt werden) |
Arbeitsschutz und Sicherheit
- Chlorierte und aromatische Lösungsmittel (Dichlormethan, Trichlorethylen, Toluol, Xylol, Perchlorethylen) sind gesundheitsschädlich und unterliegen Arbeitsplatzgrenzwerten — Arbeit unter dem Abzug, Schulung des Personals, lösungsmittelbeständige Handschuhe
- Heißextraktoren und das Verdampfen des Lösungsmittels — Gefahr von Verbrennungen und Bränden; keine offene Flamme in der Nähe brennbarer Lösungsmittel
- Trichlorethylen in dichten, vor UV geschützten Behältern aufbewahren; regeneriertes Lösungsmittel auf Säure prüfen
Häufige Fragen
Welche Norm beschreibt diese Prüfung?
Die Prüfung erfolgt nach PN-EN 12697-1:2020-08 — „Bituminous mixtures — Test methods — Part 1: Soluble binder content“.
Wie funktioniert diese Methode?
Die Bestimmung des Bindemittelgehalts in einer nach PN-EN 12697-28 vorbereiteten Prüfportion der Mischung umfasst vier Vorgänge: (a) die Extraktion des Bindemittels durch Lösen in einem heißen oder kalten Lösungsmittel, (b) die Abtrennung der mineralischen Bestandteile aus der Bindemittellösung, (c) die Bestimmung der Bindemittelmenge aus der Massendifferenz oder durch Rückgewinnung des Bindemittels aus der Lösung (B.3), (d) die Berechnung des Gehalts an löslichem Bindemittel S als Prozentsatz der Masse der ursprünglichen trockenen Prüfportion (die Formeln 5.
Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?
Ergebnis: S — der Gehalt an löslichem Bindemittel in % der Masse der trockenen Prüfportion; das gesamte Bindemittel unter Berücksichtigung des unlöslichen nach A.4; Waage: Genauigkeit ± 0,1 g; die Prüfportion wird auf 0,1 g gewogen; Kriterium für die Abtrennung des Füllers: Der Rückstand nach der Veraschung des Bindemittels ≤ 0,5 % (Füller < 6 %) oder ≤ 1 % (Füller ≥ 6 %) — Anhang C; Wasser in der Probe: Bis zur Massekonstanz trocknen (Abschnitt 6) oder den Wassergehalt nach PN-EN 12697-14 bestimmen oder nach PN-EN 12697-28 verfahren.
Wie lange dauert die Prüfung?
Das Verfahren umfasst 7 Schritte. Die Norm gibt nicht für jeden Schritt eine Dauer an — maßgeblich ist das Verfahren des Labors.
Welche Geräte werden benötigt?
Gerät zur Extraktion des Bindemittels, Gerät zur Abtrennung des Füllers, Gerät zur Rückgewinnung des Bindemittels, Waage, Bleche, Siebe.
Wo wird diese Prüfung eingesetzt?
Qualitätskontrolle von Asphaltmischungen im Mischwerk (Validierung der Produktion, werkseigene Produktionskontrolle); Prüfung der Übereinstimmung einer Mischung mit der Spezifikation und mit der Typprüfung (WT-2 2014: das lösliche Bindemittel S als Bezugswert); Rückgewinnung des Bindemittels aus einer Mischung für weitere Prüfungen (Penetration, Erweichungspunkt); Bestimmung der Kornverteilung der nach der Extraktion zurückgewonnenen Gesteinskörnung nach PN-EN 12697-2; Prüfung von Mischungen mit polymermodifizierten Bindemitteln (Anhang D).
Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?
Chlorierte und aromatische Lösungsmittel (Dichlormethan, Trichlorethylen, Toluol, Xylol, Perchlorethylen) sind gesundheitsschädlich und unterliegen Arbeitsplatzgrenzwerten — Arbeit unter dem Abzug, Schulung des Personals, lösungsmittelbeständige Handschuhe; Heißextraktoren und das Verdampfen des Lösungsmittels — Gefahr von Verbrennungen und Bränden; keine offene Flamme in der Nähe brennbarer Lösungsmittel; Trichlorethylen in dichten, vor UV geschützten Behältern aufbewahren; regeneriertes Lösungsmittel auf Säure prüfen.
Welches Labor führt diese Prüfung durch?
Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer PN-EN 12697-1.