👃 Geruch und Geschmack von Wasser
Sensorische Bestimmung der Geruchsschwellenzahl (TON) und der Geschmacksschwellenzahl (TFN) von Wasser mittels Verdünnungsmethode mit Panelbewertung. Organoleptischer Parameter von Trinkwasser.
Übersicht
Geruch und Geschmack von Trinkwasser gehören zu den wichtigsten organoleptischen Parametern, die von Verbrauchern bewertet werden. Obwohl das Vorhandensein von Geruch oder Geschmack nicht immer auf eine Gesundheitsgefahr hinweist, ist es ein Warnsignal, das auf chemische oder mikrobiologische Kontamination oder Stoffwechselprodukte von Algen und Cyanobakterien (z. B. Geosmin, 2-Methylisoborneol — MIB) hindeuten kann.
Die Norm PN-EN 1622 definiert zwei quantitative Bestimmungsmethoden: TON (Threshold Odour Number) und TFN (Threshold Flavour Number). Die Methode besteht in der sukzessiven Verdünnung der Testprobe mit geruchs- und geschmacksfreiem Wasser, bis der Geruch oder Geschmack nicht mehr wahrnehmbar ist. Das Verdünnungsverhältnis entspricht dem TON-/TFN-Wert.
Die Prüfung wird von einem dreiköpfigen Bewertungsteam (sensorisches Panel) durchgeführt, das in der Erkennung typischer Wassergerüche (Chlor, erdig, fischig, muffig, Schwefelwasserstoff, phenolisch) geschult ist. Die Probe wird bei 25±1°C getestet. Die Norm sieht auch eine qualitative Bewertungsmethode vor — Bestimmung der Geruchsart (Deskriptoren) und ihrer Intensität auf einer Skala von 0–4.
Die Bestimmung von Geruch und Geschmack ist durch die Verordnung des Gesundheitsministers über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch vorgeschrieben. Der zulässige Wert lautet „für die Verbraucher akzeptabel und ohne abnormale Veränderungen". In der Laborpraxis gilt TON ≤ 2 bei 25°C als akzeptabel.
Prinzip der Methode
Die Methode basiert auf der Verdünnung der Wasserprobe mit geruchsfreiem Referenzwasser (durch Aktivkohle gefiltert) in definierten geometrischen Proportionen. Eine Verdünnungsreihe wird einem sensorischen Panel aus mindestens 3 Prüfern vorgelegt. Jede Verdünnung wird mit der Dreiecksmethode bewertet — der Prüfer erhält 3 Gefäße: zwei mit Referenzwasser und eines mit verdünnter Probe, die Aufgabe ist die Identifizierung des Gefäßes mit der Probe. Der TON wird als Verhältnis des Endvolumens zum Probenvolumen bei der höchsten Verdünnung berechnet, bei der der Geruch noch von 50 % des Panels wahrnehmbar ist.
Anwendungen
- Kontrolle der Trinkwasserqualität (Gesundheitsministerium-Verordnung — Pflichtparameter)
- Überwachung von Oberflächenwasserentnahmen — Erkennung von Algenblüten
- Kontrolle des Wasseraufbereitungsprozesses (Filtration über Aktivkohle, Ozonung)
- Untersuchung von Flaschen- und Quellwasser
- Untersuchung von Schwimmbadwasser
- Verbraucherbeschwerden bezüglich der Wasserqualität
- Identifizierung organoleptischer Kontaminationsquellen im Wasserversorgungsnetz
Schlüsselparameter
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Ergebnis — TON | 1 (kein Geruch) bis >64 (starker Geruch) |
| Ergebnis — TFN | 1 (kein Geschmack) bis >16 (starker Geschmack) |
| Prüftemperatur | 25 ± 1°C (Geruch), 25 ± 1°C (Geschmack) |
| Anzahl der Prüfer | Mindestens 3 Personen (sensorisches Panel) |
| Probenvolumen | Mindestens 2 Liter |
| Akzeptanzkriterium | TON ≤ 2 bei 25°C (Trinkwasser) |
Norm
- Normnummer
- PN-EN 1622:2006
- Titel (PL)
- Jakość wody — Oznaczanie progu wyczuwalności zapachu (TON) i progu wyczuwalności smaku (TFN)
- Title (EN)
- Water quality — Determination of the threshold odour number (TON) and threshold flavour number (TFN)
Schritt-für-Schritt-Verfahren
1. Herstellung von geruchsfreiem Wasser
Destilliertes Wasser durch Aktivkohlesäule filtrieren. Organoleptisch auf Geruchsfreiheit prüfen. Mind. 10 L herstellen.
2. Probenvorbereitung
Wasserprobe im Wasserbad auf 25±1°C temperieren. Bei Chlorgehalt Natriumthiosulfat (10 mg/L) hinzufügen.
3. Vorläufige qualitative Bewertung
Sensorisches Panel (3 Personen) bewertet die unverdünnte Probe. Bestimmung der Geruchsart (Deskriptoren: Chlor, erdig, muffig, fischig usw.) und Intensität (0–4).
4. Herstellung der Verdünnungsreihe
Geometrische Verdünnungen herstellen: 1:1, 1:2, 1:4, 1:8, 1:16, 1:32, 1:64 (Probe:geruchsfreies Wasser). Endvolumen 200 mL.
5. Dreiecksmethode — Prüfung
Für jede Verdünnung 3 Gefäße vorbereiten: 2 mit geruchsfreiem Wasser und 1 mit verdünnter Probe. Der Prüfer identifiziert die abweichende Probe.
6. Ergebniserfassung
Für jeden Prüfer erfassen: letzte Verdünnung, bei der die Probe korrekt identifiziert wurde. Von der höchsten zur niedrigsten Verdünnung arbeiten.
7. TON-Berechnung
TON = Verhältnis des Endvolumens zum Probenvolumen an der Wahrnehmungsschwelle. Ergebnis als Median der Panelbewertungen. Z. B. Verdünnung 1:4 → TON = 4.
8. Geschmacksbestimmung (TFN) — optional
Verfahren mit Geschmacksbewertung anstelle von Geruch wiederholen. Prüfer kostet die Probe und spuckt sie aus. Nur bei Wasser mit bestätigter mikrobiologischer Qualität!
9. Qualitätskontrolle
Prüfen, dass geruchsfreies Wasser tatsächlich geruchsfrei ist (Negativkontrolle). Kontrollprobe mit Geosmin-Zusatz (10 ng/L) einführen.
10. Dokumentation und Berichterstattung
Erfassen: TON, TFN, Geruchs-/Geschmacksdeskriptoren, Intensität, Temperatur, Panelzusammensetzung, Datum und Uhrzeit der Prüfung.
Erforderliche Geräte und Apparatur
| Gerät | Beispiel | Richtpreis |
|---|---|---|
| Erlenmeyerkolben 500 mL mit Schliffstopfen | DURAN, Simax — Borosilikatglas | 30–60 PLN/Stk. |
| Thermostatisches Wasserbad | Memmert WNB 14, Julabo CORIO C-B5 | 5 000–15 000 PLN |
| Kohlefilter zur Herstellung von geruchsfreiem Wasser | Säule mit granulierter Aktivkohle GAC | 500–2 000 PLN |
| Messzylinder 100–500 mL | Brand Klasse A, DURAN zertifiziert | 80–200 PLN/Stk. |
| Laborthermometer | Dostmann electronic TFA, Auflösung 0,1°C | 200–600 PLN |
| Geruchsfreier Raum | Spezieller Raum für sensorische Bewertung mit Belüftung | Ausstattung 10 000–30 000 PLN |
Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien
| Reagenz | CAS | Details |
|---|---|---|
| Granulierte Aktivkohle (GAC) | 7440-44-0 | Zur Herstellung von geruchsfreiem Referenzwasser, Austausch alle 2–4 Wochen |
| Destilliertes / entionisiertes Wasser | — | Wasserquelle zur Filtration durch Aktivkohle, chlorfrei |
| Natriumthiosulfat (Na₂S₂O₃) | 7772-98-7 | Zur Neutralisierung von Restchlor in Leitungswasserproben, 10 mg/L |
Arbeitsschutz und Sicherheit
- Nur Wasser mit bestätigter mikrobiologischer Qualität verkosten (kein E. coli, keine Enterokokken)
- Natriumthiosulfat — harmlos, bei der Herstellung von Lösungen Schutzhandschuhe verwenden
- Aktivkohle — Staub kann die Atemwege reizen, beim Austausch der Schüttung Maske verwenden
- Der Raum für sensorische Bewertung muss frei von Gerüchen sein (Kosmetik, Lebensmittel, Zigarettenrauch)