⛽ Gesamtverschmutzung in Dieselkraftstoff

Petrochemie PN-EN 12662

Bestimmung des Gesamtverschmutzungsgehalts (unlösliche Stoffe) in Dieselkraftstoff durch Schwerkraftfiltration durch eine Membran. Kritischer Qualitätsparameter für Kraftstoffe.

Übersicht

Die Gesamtverschmutzung in Dieselkraftstoff ist der Gesamtgehalt an festen, im Kraftstoff unlöslichen Partikeln, ausgedrückt in mg/kg. Dieser Parameter ist entscheidend für den ordnungsgemäßen Betrieb von Einspritzsystemen in Hochdruck-Dieselmotoren, insbesondere bei modernen Common-Rail-Systemen, bei denen die Toleranzen zwischen den Arbeitselementen der Einspritzdüsen im Bereich weniger Mikrometer liegen.

Die Norm PN-EN 12662 definiert eine Methode zur Filtration einer Kraftstoffprobe (800 mL) durch eine vorgewogene Filtermembran mit 0,8 µm Porengröße. Nach der Filtration wird die Membran mit Heptan gespült, um Ölreste zu entfernen, getrocknet und erneut gewogen. Die Massendifferenz der Membran stellt den Verschmutzungsgehalt dar. Die Methode ist anwendbar auf Mitteldestillate, Dieselkraftstoffe mit bis zu 30 % (V/V) FAME-Zusatz und reine Methylester.

Die Qualitätsanforderungen für Dieselkraftstoff nach PN-EN 590 legen einen maximalen Gesamtverschmutzungsgehalt von 24 mg/kg fest. Eine Überschreitung dieses Wertes kann zu Verstopfung von Kraftstofffiltern, beschleunigtem Verschleiß von Pumpen und Einspritzdüsen sowie Ausfall des Kraftstoffversorgungssystems des Motors führen. Im Zeitalter von Biokraftstoffkomponenten (B7, B10, B20) ist die Überwachung dieses Parameters besonders wichtig, da FAME zur Ablagerungsbildung und erhöhter Verschmutzung neigt.

Der Arbeitsbereich der Methode liegt zwischen 12 und 26 mg/kg, festgelegt auf Grundlage internationaler Studien gemäß EN ISO 4259-1. Die Methode ist anwendbar auf Produkte mit kinematischer Viskosität von nicht mehr als 8 mm²/s bei 20°C oder 5 mm²/s bei 40°C.

Prinzip der Methode

Die Methode besteht darin, ein gemessenes Volumen der Kraftstoffprobe (800 mL) durch eine zuvor getrocknete und gewogene Filtermembran mit nomineller Porengröße von 0,8 µm zu filtrieren, wobei ein von einer Vakuumpumpe erzeugtes Vakuum verwendet wird. Unlösliche Stoffe werden auf der Membranoberfläche zurückgehalten. Nach Abschluss der Filtration wird die Membran mit Lösungsmittel (Heptan) gespült, um adsorbiertes Öl zu entfernen, dann in einem Ofen getrocknet und auf einer Analysenwaage gewogen. Die Massendifferenz der Membran vor und nach der Filtration, bezogen auf die Masse der filtrierten Probe, ergibt das Ergebnis der Gesamtverschmutzungsbestimmung in mg/kg.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Arbeitsbereich12–26 mg/kg (gemäß internationaler Validierung)
Probenvolumen800 mL
Membranporengröße0,8 µm
Grenzwert nach PN-EN 590max. 24 mg/kg
Präzision (Wiederholbarkeit)r = 5,2 mg/kg (bei 24 mg/kg Niveau)
Präzision (Reproduzierbarkeit)R = 11,8 mg/kg (bei 24 mg/kg Niveau)

Norm

Normnummer
PN-EN 12662:2014
Titel (PL)
Ciekle przetwory naftowe — Oznaczanie zanieczyszczenia ogolnego destylatow srednich, olejow napedowych i estrow metylowych kwasow tluszczowych
Title (EN)
Liquid petroleum products — Determination of total contamination in middle distillates, diesel fuels and fatty acid methyl esters

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Membranvorbereitung

Membran mit Heptan spülen, im Ofen trocknen (105°C, 30 min), im Exsikkator auf Raumtemperatur abkühlen. Mit 0,1 mg Genauigkeit wiegen.

⏱ Zeit: 45 min • 🌡 Temperatur: 105°C

2. Montage des Filtrationssets

Membran auf Frittentrichter platzieren, Trichter auf Saugflasche befestigen. Vakuumpumpe anschließen. Verbindungen auf Dichtheit prüfen.

3. Probenvorbereitung

Kraftstoffprobe durch Umdrehen des Behälters gründlich mischen. 800 mL mit Messzylinder abmessen.

⏱ Zeit: 5 min

4. Probenfiltration

Vakuumpumpe einschalten. Probe langsam auf Membran gießen, konstanten Flüssigkeitsstand über Membran beibehalten. Gesamte 800 mL filtrieren.

⏱ Zeit: 15–30 min

5. Membranspülung

Nach Filtration der gesamten Probe Membran 3 × 20 mL mit Heptan spülen, um adsorbiertes Öl zu entfernen. Absaugen fortsetzen bis Lösungsmittel entfernt ist.

⏱ Zeit: 5 min

6. Membrantrocknung

Membran mit Pinzette vom Trichter nehmen, in Ofen legen (105°C, 30 min). Im Exsikkator auf Raumtemperatur abkühlen (min. 30 min).

⏱ Zeit: 60 min • 🌡 Temperatur: 105°C

7. Membranwägung

Membran auf Analysenwaage mit 0,1 mg Genauigkeit wiegen. Endmasse aufzeichnen.

⏱ Zeit: 5 min

8. Ergebnisberechnung

Verschmutzung [mg/kg] = (m2 - m1) × 1000 / (V × d), wobei m2 = Endmasse, m1 = Anfangsmasse der Membran [mg], V = Probenvolumen [mL], d = Probendichte [g/mL].

⏱ Zeit: 5 min

9. Qualitätskontrolle

Blindprobe durchführen (Filtration von Heptan durch Membran). Membranmassendifferenz sollte 0,3 mg nicht überschreiten.

⏱ Zeit: 60 min

10. Aufzeichnung und Berichterstattung

Ergebnis in mg/kg mit Genauigkeit von 1 mg/kg aufzeichnen. Mit PN-EN 590 Grenzwert (max. 24 mg/kg) vergleichen. Daten zu Probentemperatur und -dichte beifügen.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
VakuumfiltrationssetMillipore, Sartorius, Pall — Saugflasche, Frittentrichter2.000–5.000 PLN
VakuumpumpeKNF Laboport N 810, Vacuubrand ME 1C3.000–8.000 PLN
Filtermembranen 0,8 µmMillipore AAWP, Sartorius (Durchmesser 47 mm, Zellulose)150–400 PLN / 100 Stk.
Analysenwaage (d = 0,1 mg)Mettler Toledo XPR205, Sartorius Secura 225D8.000–25.000 PLN
LabortrockenschrankBinder FD 56, POL-EKO SLW 32, Memmert UF 304.000–12.000 PLN
Messzylinder 1000 mLDURAN Klasse A, Borosilikatglas80–200 PLN
Exsikkator mit TrockenmittelGlasexsikkator 200 mm + Kieselgel300–800 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
n-Heptan (Reinheit min. 99%)142-82-5Lösungsmittel zum Spülen der Membran nach Filtration, analysenrein, 1–2,5 L pro Bestimmung
Aceton67-64-1Für vorläufiges Spülen der Apparatur, Reinheit min. 99%
Toluol108-88-3Alternatives Lösungsmittel zum Spülen, Reinheit min. 99%

Arbeitsschutz und Sicherheit

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