🌿 Abfall-Auslaugtest (L/S=10)
Einstufiger Abfall-Auslaugtest bei Flüssig-Feststoff-Verhältnis 10 L/kg. Grundlegende Untersuchung zur Abfallklassifizierung hinsichtlich Zulässigkeit für Ablagerung auf verschiedenen Deponietypen.
Übersicht
Der Auslaugtest nach PN-EN 12457-4 ist ein wichtiger Test in der Abfallwirtschaft, der zur Bewertung des Potentials für Schadstofffreisetzung aus Abfällen unter Wassereinfluss verwendet wird. Die Ergebnisse werden mit Annahmekriterien für Ablagerung auf Deponien verglichen: inert, nicht gefährlich und gefährlich (polnische Verordnung 2015).
Der Test umfasst das Kontaktieren von zerkleinertem Abfall mit entionisiertem Wasser bei L/S-Verhältnis = 10 L/kg für 24 Stunden auf einem Schüttler. Das Eluat wird durch einen 0,45 µm-Filter filtriert und auf pH, Leitfähigkeit, Schwermetalle, Chloride, Sulfate, Fluoride, DOC, TDS und andere Parameter analysiert.
Die Methode ist erforderlich bei der Erlangung von Deponiegenehmigungen, Bewertung von Abfällen aus industriellen Prozessen (Schlacken, Aschen, Schlämme) und bei der Bewertung der Umweltauswirkungen von Deponien.
Prinzip der Methode
Die Abfallprobe (<4 mm oder <10 mm) wird mit entionisiertem Wasser bei L/S-Verhältnis = 10 L/kg (d.h. 100 g Abfall + 1000 mL Wasser) gemischt und auf einem End-over-End-Schüttler (5–10 U/min) für 24 ± 0,5 h geschüttelt. Nach Abschluss wird die Suspension zum Sedimentieren stehengelassen (15 min), dann durch einen 0,45 µm-Membranfilter filtriert. Im Eluat werden chemische Parameter bestimmt und mit Annahmekriterien für den entsprechenden Deponietyp verglichen.
Anwendungen
- Abfallklassifizierung für Deponie-Zulässigkeit
- Bewertung von Abfällen aus Verbrennungsprozessen (Flugasche, Schlacken)
- Untersuchung von Galvanik- und Industrieschlämmen
- Bewertung von Bauschutt für Recycling
- Deponieüberwachung
- Bewertung von Bergbauabfällen
Schlüsselparameter
| Parameter | Wert |
|---|---|
| L/S-Verhältnis | 10 L/kg (±2%) |
| Auslaugzeit | 24 ± 0,5 h |
| Abfallkorngröße | <4 mm (Teil 4) oder <10 mm |
| Temperatur | 20 ± 5°C |
| Filtrierung | 0,45 µm (Membran) |
Norm
- Normnummer
- PN-EN 12457-4:2006
- Titel (PL)
- Charakteryzowanie odpadów — Wymywanie — Badanie zgodności wymywania ziarnistych materiałów odpadowych i osadów — Część 4: Jednostopniowe badanie porcjowe przy stosunku cieczy do fazy stałej 10 l/kg
- Title (EN)
- Characterisation of waste — Leaching — Compliance test for leaching of granular waste materials and sludges — Part 4: One stage batch test at a liquid to solid ratio of 10 l/kg
Schritt-für-Schritt-Verfahren
1. Probenvorbereitung
Abfall auf Korngröße <4 mm (oder <10 mm) zerkleinern. Feuchtigkeit bestimmen (Trocknung 105°C). 90–100 g (Trockenmassebasis) einwiegen.
2. Auslaugung
Abfall in 2 L PE-Flasche überführen. Entionisiertes Wasser bei L/S = 10 Verhältnis zugeben. Dicht verschließen. Auf Schüttler platzieren.
3. Schütteln
24 ± 0,5 h bei 5–10 U/min (End-over-End) schütteln. Temperatur 20 ± 5°C.
4. Sedimentation
Flasche in vertikaler Position 15 ± 5 min stehengelassen. Überstand dekantieren.
5. Filtrierung
Eluat durch 0,45 µm-Filter unter Vakuum filtrieren. Filtrat sammeln. pH und Leitfähigkeit messen.
6. Eluatanalyse
Eluat analysieren: Metalle (ICP-OES), Chloride (IC), Sulfate, Fluoride, DOC, TDS. Mit Annahmekriterien vergleichen.
Erforderliche Geräte und Apparatur
| Gerät | Beispiel | Richtpreis |
|---|---|---|
| End-over-End-Schüttler | Heidolph Reax 20, GFL 3040, Edmund Bühler KS 15 | 5.000–15.000 PLN |
| PE-Flaschen 2 L | HDPE-Flaschen mit Verschluss, zum Schütteln | 10–30 PLN/Stk. |
| Vakuumfiltrationssystem | Merck Millipore, 0,45 µm Cellulose-Filter | 2.000–5.000 PLN |
| Laborwaage (1 g) | Radwag WLC 6/A2, Kern PCB 6000 | 1.000–3.000 PLN |
| Mühle oder Brecher | Retsch SM 300, IKA MF 10 basic (auf <4 mm) | 10.000–30.000 PLN |
Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien
| Reagenz | CAS | Details |
|---|---|---|
| Entionisiertes Wasser | — | Leitfähigkeit <0,5 mS/m, für Auslaugung |
| Salpetersäure HNO₃ 65% | 7697-37-2 | Für Eluatproben-Ansäuerung (Metallanalyse) |
| Membranfilter 0,45 µm | — | Cellulose oder PVDF, ø 47 mm |
Arbeitsschutz und Sicherheit
- Abfall kann gefährliche Substanzen enthalten — Handschuhe, Schutzbrille, Schürze
- Staub vom Abfallbrechen — FFP2-Staubmaske
- HNO₃ — ätzend, unter Abzug verwenden
- Eluate aus gefährlichen Abfällen — als Laborabfall sammeln