🌿 Abfall-Auslaugtest (L/S=10)

Umwelt PN-EN 12457-4

Kurz gefasst

Einstufiger Abfall-Auslaugtest bei Flüssig-Feststoff-Verhältnis 10 L/kg. Die Prüfung erfolgt nach PN-EN 12457-4:2006; L/S-Verhältnis: 10 L/kg (±2%). Das Verfahren umfasst 6 Schritte (insgesamt rund 1 Tage 3 Std. 20 Min.–1 Tage 5 Std. 20 Min.); eingesetzt wird sie unter anderem für: Abfallklassifizierung für Deponie-Zulässigkeit, Bewertung von Abfällen aus Verbrennungsprozessen (Flugasche, Schlacken), Untersuchung von Galvanik- und Industrieschlämmen.

Auf einen Blick

  • Norm: PN-EN 12457-4:2006
  • Kategorie: Umwelt
  • Verfahrensschritte: 6
  • Gesamtdauer der Schritte: 1 Tage 3 Std. 20 Min.–1 Tage 5 Std. 20 Min.
  • L/S-Verhältnis: 10 L/kg (±2%)
  • Auslaugzeit: 24 ± 0,5 h
  • Abfallkorngröße: <4 mm (Teil 4) oder <10 mm

Übersicht

Der Auslaugtest nach PN-EN 12457-4 ist ein wichtiger Test in der Abfallwirtschaft, der zur Bewertung des Potentials für Schadstofffreisetzung aus Abfällen unter Wassereinfluss verwendet wird. Die Ergebnisse werden mit Annahmekriterien für Ablagerung auf Deponien verglichen: inert, nicht gefährlich und gefährlich (polnische Verordnung 2015).

Der Test umfasst das Kontaktieren von zerkleinertem Abfall mit entionisiertem Wasser bei L/S-Verhältnis = 10 L/kg für 24 Stunden auf einem Schüttler. Das Eluat wird durch einen 0,45 µm-Filter filtriert und auf pH, Leitfähigkeit, Schwermetalle, Chloride, Sulfate, Fluoride, DOC, TDS und andere Parameter analysiert.

Die Methode ist erforderlich bei der Erlangung von Deponiegenehmigungen, Bewertung von Abfällen aus industriellen Prozessen (Schlacken, Aschen, Schlämme) und bei der Bewertung der Umweltauswirkungen von Deponien.

Prinzip der Methode

Die Abfallprobe (<4 mm oder <10 mm) wird mit entionisiertem Wasser bei L/S-Verhältnis = 10 L/kg (d.h. 100 g Abfall + 1000 mL Wasser) gemischt und auf einem End-over-End-Schüttler (5–10 U/min) für 24 ± 0,5 h geschüttelt. Nach Abschluss wird die Suspension zum Sedimentieren stehengelassen (15 min), dann durch einen 0,45 µm-Membranfilter filtriert. Im Eluat werden chemische Parameter bestimmt und mit Annahmekriterien für den entsprechenden Deponietyp verglichen.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
L/S-Verhältnis10 L/kg (±2%)
Auslaugzeit24 ± 0,5 h
Abfallkorngröße<4 mm (Teil 4) oder <10 mm
Temperatur20 ± 5°C
Filtrierung0,45 µm (Membran)

Norm

Normnummer
PN-EN 12457-4:2006
Titel (PL)
Charakteryzowanie odpadów — Wymywanie — Badanie zgodności wymywania ziarnistych materiałów odpadowych i osadów — Część 4: Jednostopniowe badanie porcjowe przy stosunku cieczy do fazy stałej 10 l/kg
Title (EN)
Characterisation of waste — Leaching — Compliance test for leaching of granular waste materials and sludges — Part 4: One stage batch test at a liquid to solid ratio of 10 l/kg

Schritt-für-Schritt-Verfahren

  1. Probenvorbereitung

    Abfall auf Korngröße <4 mm (oder <10 mm) zerkleinern. Feuchtigkeit bestimmen (Trocknung 105°C). 90–100 g (Trockenmassebasis) einwiegen.

    ⏱ Zeit: 30 min • 🌡 Temperatur: 105°C

  2. Auslaugung

    Abfall in 2 L PE-Flasche überführen. Entionisiertes Wasser bei L/S = 10 Verhältnis zugeben. Dicht verschließen. Auf Schüttler platzieren.

    ⏱ Zeit: 5 min

  3. Schütteln

    24 ± 0,5 h bei 5–10 U/min (End-over-End) schütteln. Temperatur 20 ± 5°C.

    ⏱ Zeit: 24 h • 🌡 Temperatur: 20°C

  4. Sedimentation

    Flasche in vertikaler Position 15 ± 5 min stehengelassen. Überstand dekantieren.

    ⏱ Zeit: 15 min

  5. Filtrierung

    Eluat durch 0,45 µm-Filter unter Vakuum filtrieren. Filtrat sammeln. pH und Leitfähigkeit messen.

    ⏱ Zeit: 30 min

  6. Eluatanalyse

    Eluat analysieren: Metalle (ICP-OES), Chloride (IC), Sulfate, Fluoride, DOC, TDS. Mit Annahmekriterien vergleichen.

    ⏱ Zeit: 2–4 h

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
End-over-End-SchüttlerHeidolph Reax 20, GFL 3040, Edmund Bühler KS 155.000–15.000 PLN
PE-Flaschen 2 LHDPE-Flaschen mit Verschluss, zum Schütteln10–30 PLN/Stk.
VakuumfiltrationssystemMerck Millipore, 0,45 µm Cellulose-Filter2.000–5.000 PLN
Laborwaage (1 g)Radwag WLC 6/A2, Kern PCB 60001.000–3.000 PLN
Mühle oder BrecherRetsch SM 300, IKA MF 10 basic (auf <4 mm)10.000–30.000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Entionisiertes WasserLeitfähigkeit <0,5 mS/m, für Auslaugung
Salpetersäure HNO₃ 65%7697-37-2Für Eluatproben-Ansäuerung (Metallanalyse)
Membranfilter 0,45 µmCellulose oder PVDF, ø 47 mm

Arbeitsschutz und Sicherheit

Häufige Fragen

Welche Norm beschreibt diese Prüfung?

Die Prüfung erfolgt nach PN-EN 12457-4:2006 — „Characterisation of waste — Leaching — Compliance test for leaching of granular waste materials and sludges — Part 4: One stage batch test at a liquid to solid ratio of 10 l/kg“.

Wie funktioniert diese Methode?

Die Abfallprobe (<4 mm oder <10 mm) wird mit entionisiertem Wasser bei L/S-Verhältnis = 10 L/kg (d.h.

Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?

L/S-Verhältnis: 10 L/kg (±2%); Auslaugzeit: 24 ± 0,5 h; Abfallkorngröße: <4 mm (Teil 4) oder <10 mm; Temperatur: 20 ± 5°C.

Wie lange dauert die Prüfung?

Die für die einzelnen Schritte angegebenen Zeiten ergeben zusammen rund 1 Tage 3 Std. 20 Min.–1 Tage 5 Std. 20 Min. Das Verfahren umfasst 6 Schritte.

Welche Geräte werden benötigt?

End-over-End-Schüttler, PE-Flaschen 2 L, Vakuumfiltrationssystem, Laborwaage (1 g), Mühle oder Brecher. Richtpreis für das Kerngerät (End-over-End-Schüttler): 5.000–15.000 PLN.

Wo wird diese Prüfung eingesetzt?

Abfallklassifizierung für Deponie-Zulässigkeit; Bewertung von Abfällen aus Verbrennungsprozessen (Flugasche, Schlacken); Untersuchung von Galvanik- und Industrieschlämmen; Bewertung von Bauschutt für Recycling; Deponieüberwachung; Bewertung von Bergbauabfällen.

Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?

Abfall kann gefährliche Substanzen enthalten — Handschuhe, Schutzbrille, Schürze; Staub vom Abfallbrechen — FFP2-Staubmaske; HNO₃ — ätzend, unter Abzug verwenden; Eluate aus gefährlichen Abfällen — als Laborabfall sammeln.

Welches Labor führt diese Prüfung durch?

Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer PN-EN 12457-4.

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