🏗️ Bodenfeuchtigkeit

Bauwesen PN-EN ISO 17892-1

Kurz gefasst

Bestimmung des natürlichen Feuchtigkeitsgehalts von Böden durch Trocknung im Labortrockenschrank bei 105–110°C bis zur Massekonstanz. Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 17892-1:2015; Trocknungstemperatur: 105–110°C. Das Verfahren umfasst 9 Schritte (insgesamt rund 18 Std. 9 Min.–1 Tage 3 Std. 24 Min.); eingesetzt wird sie unter anderem für: Klassifizierung von Bauböden (PN-EN ISO 14688), Bestimmung der Konsistenzzahl und des Bodenzustands, Kontrolle der Verdichtung von Straßen- und Bauerdkörpern.

Auf einen Blick

  • Norm: PN-EN ISO 17892-1:2015
  • Kategorie: Bauwesen
  • Verfahrensschritte: 9
  • Gesamtdauer der Schritte: 18 Std. 9 Min.–1 Tage 3 Std. 24 Min.
  • Trocknungstemperatur: 105–110°C
  • Massekonstanzkriterium: Masseänderung <0,1% nach 1 h Trocknung
  • Minimale Probenmasse: 30 g (feinkörniger Boden) bis 3000 g (grobkörnig)

Übersicht

Der natürliche Feuchtigkeitsgehalt des Bodens (w oder wn) ist einer der wichtigsten und einfachsten geotechnischen Parameter, definiert als das Verhältnis der im Boden enthaltenen Wassermasse zur Masse des trockenen Bodens, ausgedrückt in Prozent. Die Feuchtigkeitsbestimmung ist der Ausgangspunkt für nahezu alle geotechnischen Prüfungen und Bodenklassifizierungen.

Die Norm PN-EN ISO 17892-1 beschreibt die Labormethode zur Bestimmung des natürlichen Feuchtigkeitsgehalts von Böden durch Trocknung der Probe im Trockenschrank bei 105–110°C bis zur Massekonstanz. Als Massekonstanz gilt der Zustand, bei dem die Masseänderung nach einer weiteren Stunde Trocknung 0,1% der Probenmasse nicht überschreitet. Bei dieser Temperatur wird freies Wasser (Kapillar- und Gravitationswasser) sowie adsorbiertes Wasser aus dem Boden entfernt, wobei das Mineralskelett mit chemisch gebundenem Wasser zurückbleibt.

Die Bodenfeuchtigkeit bestimmt sein mechanisches Verhalten — bindige Böden (Lehm, Ton) ändern ihre Eigenschaften drastisch in Abhängigkeit vom Wassergehalt. Die Feuchtigkeit beeinflusst Verdichtbarkeit, Scherfestigkeit, Verformbarkeit und Durchlässigkeit des Bodens. In Kombination mit Atterberg-Grenzen (Fließgrenze wL und Ausrollgrenze wP) ermöglicht sie die Bestimmung der Plastizitätszahl und des Bodenzustands (fest, halbfest, plastisch, fließend).

Die Prüfung ist in jedem geotechnischen Untersuchungsprogramm verpflichtend — von einfachen geotechnischen Gutachten bis zu geologisch-ingenieurtechnischen Dokumentationen. Sie wird an jeder entnommenen Bodenprobe durchgeführt, oft an vielen Punkten des Profils.

Prinzip der Methode

Eine Bodenprobe mit bekannter Masse wird in einem Wägegefäß platziert und im Labortrockenschrank bei 105–110°C bis zum Erreichen der Massekonstanz getrocknet. Die Feuchtigkeit wird aus der Formel berechnet: w = (m₂ - m₃)/(m₃ - m₁) × 100%, wobei m₁ = Masse des leeren Gefäßes, m₂ = Masse des Gefäßes mit feuchtem Boden, m₃ = Masse des Gefäßes mit trockenem Boden. Das Ergebnis wird in Prozent der trockenen Bodenmasse ausgedrückt.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Trocknungstemperatur105–110°C
MassekonstanzkriteriumMasseänderung <0,1% nach 1 h Trocknung
Minimale Probenmasse30 g (feinkörniger Boden) bis 3000 g (grobkörnig)
Waagengenauigkeit0,01 g (Proben <100 g) oder 0,1 g (>100 g)
TrocknungszeitGewöhnlich 16–24 h (bis zur Massekonstanz)

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 17892-1:2015
Titel (PL)
Rozpoznanie i badania geotechniczne — Badania laboratoryjne gruntów — Część 1: Oznaczanie wilgotności naturalnej
Title (EN)
Geotechnical investigation and testing — Laboratory testing of soil — Part 1: Determination of water content

Schritt-für-Schritt-Verfahren

  1. Vorbereitung der Wägegefäße

    Wägegefäße mit Deckeln im Trockenschrank trocknen. Im Exsikkator abkühlen. Mit 0,01 g Genauigkeit wiegen. Masse m₁ aufzeichnen.

    ⏱ Zeit: 30 Min.

  2. Bodenprobenentnahme

    Repräsentative Bodenprobe unmittelbar nach Öffnen des Kerns/Probennehmers entnehmen. Feuchtigkeitsverlust verhindern. Probenmasse abhängig von Bodenart (30–3000 g).

    ⏱ Zeit: 5 Min.

  3. Wägung der feuchten Probe

    Boden in Wägegefäß platzieren. Deckel schließen. Mit 0,01 g Genauigkeit wiegen. Masse m₂ aufzeichnen.

    ⏱ Zeit: 2 Min.

  4. Probentrocknung

    Gefäß (mit leicht geöffnetem oder entferntem Deckel) in auf 105–110°C erhitzten Trockenschrank stellen. Mindestens 16 h oder bis zur Massekonstanz trocknen.

    ⏱ Zeit: 16–24 h • 🌡 Temperatur: 105–110°C

  5. Abkühlung im Exsikkator

    Nach Entnahme aus Trockenschrank Deckel schließen und Gefäß in Exsikkator stellen. Auf Raumtemperatur abkühlen (ca. 30–45 Min.).

    ⏱ Zeit: 30–45 Min.

  6. Wägung der trockenen Probe

    Gefäß mit trockenem Boden mit Deckel wiegen. Masse m₃ aufzeichnen. Wenn erste Wägung — erneut 1 h in Trockenschrank stellen und erneut wiegen.

    ⏱ Zeit: 2 Min.

  7. Überprüfung der Massekonstanz

    Wenn Differenz zwischen aufeinanderfolgenden Wägungen ≤0,1% der trockenen Probenmasse — Massekonstanz erreicht. Falls nicht — Trocknung fortsetzen.

    ⏱ Zeit: 1–2 h

  8. Feuchtigkeitsberechnung

    w = (m₂ - m₃) / (m₃ - m₁) × 100%. Auf 0,1% (Proben >100 g) oder 1% (Proben <100 g) runden.

  9. Dokumentation

    Bericht erstellen: Probennummer, Entnahmetiefe, Bodenart, Massen m₁, m₂, m₃, Feuchtigkeit w [%].

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
Labortrockenschrank mit ZwangsumlaufPOL-EKO SLW 240/400, Binder FD 115/260, Memmert UF1105 000–18 000 PLN
LaborwaageRadwag PS 4500/C/2, KERN PCB 3500-2, Genauigkeit 0,01–0,1 g1 500–5 000 PLN
Wägegefäße mit DeckelnAluminium oder Edelstahl, Fassungsvermögen 50–500 mL15–50 PLN/Stück
Exsikkator mit KieselgelGlas Ø200–300 mm mit trockenem Trockenmittel300–800 PLN
Zangen / Klemmen für heiße GefäßeStahl, thermisch isoliert50–150 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Kieselgel (Silikagel)112926-00-8Trockenmittel für Exsikkator — absorbiert Feuchtigkeit aus der Luft während Probenkühlung
Calciumchlorid (alternatives Trockenmittel)10043-52-4Granuliert, für Exsikkator als Alternative zu Kieselgel
Destilliertes WasserZur periodischen Verifizierung der Wägegefäße und Sauberkeitskontrolle

Arbeitsschutz und Sicherheit

Häufige Fragen

Welche Norm beschreibt diese Prüfung?

Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 17892-1:2015 — „Geotechnical investigation and testing — Laboratory testing of soil — Part 1: Determination of water content“.

Wie funktioniert diese Methode?

Eine Bodenprobe mit bekannter Masse wird in einem Wägegefäß platziert und im Labortrockenschrank bei 105–110°C bis zum Erreichen der Massekonstanz getrocknet. Die Feuchtigkeit wird aus der Formel berechnet: w = (m₂ - m₃)/(m₃ - m₁) × 100%, wobei m₁ = Masse des leeren Gefäßes, m₂ = Masse des Gefäßes mit feuchtem Boden, m₃ = Masse des Gefäßes mit trockenem Boden.

Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?

Trocknungstemperatur: 105–110°C; Massekonstanzkriterium: Masseänderung <0,1% nach 1 h Trocknung; Minimale Probenmasse: 30 g (feinkörniger Boden) bis 3000 g (grobkörnig); Waagengenauigkeit: 0,01 g (Proben <100 g) oder 0,1 g (>100 g).

Wie lange dauert die Prüfung?

Die für die einzelnen Schritte angegebenen Zeiten ergeben zusammen rund 18 Std. 9 Min.–1 Tage 3 Std. 24 Min. Das Verfahren umfasst 9 Schritte.

Welche Geräte werden benötigt?

Labortrockenschrank mit Zwangsumlauf, Laborwaage, Wägegefäße mit Deckeln, Exsikkator mit Kieselgel, Zangen / Klemmen für heiße Gefäße. Richtpreis für das Kerngerät (Labortrockenschrank mit Zwangsumlauf): 5 000–18 000 PLN.

Wo wird diese Prüfung eingesetzt?

Klassifizierung von Bauböden (PN-EN ISO 14688); Bestimmung der Konsistenzzahl und des Bodenzustands; Kontrolle der Verdichtung von Straßen- und Bauerdkörpern; Geotechnische Untersuchungen für Gebäudefundamente; Bewertung der Bodeneignung für Bauzwecke; Prüfung des Untergrunds für Straßendecken; Feuchtigkeitskontrolle bei Bodenstabilisierung mit Zement/Kalk; Überwachung von Erdrutschen und Böschungsstabilität.

Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?

Trockenschrank 110°C — Verbrennungsgefahr, Hitzeschutzhandschuhe zum Herausnehmen der Gefäße verwenden; Heiße Wägegefäße — nicht auf Kunststoffoberflächen stellen, Keramikunterlage verwenden; Glas-Exsikkator — Implosionsrisiko beim Öffnen (Unterdruck), langsam öffnen; Bodenstaub — Schutzmaske bei Handhabung trockener Proben.

Welches Labor führt diese Prüfung durch?

Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer PN-EN ISO 17892-1.

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