🔩 Härte von Lichtbogenschweißverbindungen — Härtereihen und Einzeleindrücke nach Vickers am Querschliff
Kurz gefasst
Am geätzten Querschliff der Verbindung werden Härtereihen (R) oder Einzeleindrücke (E) nach Vickers gesetzt, üblicherweise mit einer Prüfkraft von 49,03 N oder 98,07 N (HV 5 oder HV 10), wobei Grundwerkstoff, Wärmeeinflusszone und Schweißgut erfasst werden. Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 9015-1:2011; Messverfahren: Vickers nach ISO 6507-1, üblicherweise HV 5 (49,03 N) oder HV 10 (98,07 N). Das Verfahren umfasst 8 Schritte; eingesetzt wird sie unter anderem für: Qualifizierung von Schweißverfahren (WPQR) — Prüfung von Prüfstücken, Härtekontrolle der Wärmeeinflusszone bei höherfesten Stählen und Vergütungsstählen, Beurteilung der Auswirkungen einer Wärmebehandlung nach dem Schweißen.
Auf einen Blick
- Norm: PN-EN ISO 9015-1:2011
- Kategorie: Werkstoffe und ZfP
- Verfahrensschritte: 8
- Messverfahren: Vickers nach ISO 6507-1, üblicherweise HV 5 (49,03 N) oder HV 10 (98,07 N)
- Alternative Varianten: Brinell nach ISO 6506-1 (HB 2,5/15,625 oder HB 1/2,5); Mikrohärte nach ISO 6507-1 und ISO 9015-2
- Anordnung der Eindrücke: Härtereihen (R) oder Einzeleindrücke (E); die Lage wird im Prüfbericht angegeben
Übersicht
Die Norm legt die Härteprüfung an Querschliffen von Lichtbogenschweißverbindungen in metallischen Werkstoffen fest. Sie umfasst Härtemessungen nach Vickers gemäß ISO 6507-1, üblicherweise mit Prüfkräften von 49,03 N oder 98,07 N (HV 5 oder HV 10). Die Grundsätze können sinngemäß auf die Härtemessung nach Brinell (mit den Prüfbedingungen HB 2,5/15,625 oder HB 1/2,5) gemäß ISO 6506-1 sowie auf die Mikrohärte gemäß ISO 6507-1 und ISO 9015-2 angewandt werden.
Art und Umfang der Prüfung legt die zutreffende Erzeugnisnorm oder eine Vereinbarung der Parteien fest; sofern nicht anders vereinbart, wird die Prüfung bei einer Umgebungstemperatur von (23 ± 5) °C durchgeführt. Die Messungen erfolgen als Härtereihen (Kennzeichnung R) oder als Einzeleindrücke (Kennzeichnung E) — Reihen ermöglichen die Beurteilung des Härteverlaufs quer zur Verbindung. Ziel der Prüfung ist es, das höchste und das niedrigste Härteniveau sowohl des Grundwerkstoffs als auch der übrigen Zonen der Verbindung zu erfassen.
Die Härteprüfung gehört zum Standardumfang zerstörender Prüfungen an Prüfstücken bei der Qualifizierung von Schweißverfahren: In der Präsentation der Technischen Universität Lublin sind für eine Stumpfnaht u. a. 2 Querzugproben, 4 Querbiegeproben, 2 Kerbschlagsätze, eine makroskopische Untersuchung und die geforderte Härteprüfung vorgesehen.
Prinzip der Methode
Aus der zu prüfenden Verbindung wird mechanisch ein Schliff herausgetrennt, üblicherweise quer zur Nahtachse. Trennen und weitere Oberflächenvorbereitung erfolgen sorgfältig, damit die Härte der geprüften Oberfläche metallurgisch nicht verändert wird. Die Oberfläche wird vorbereitet und vorzugsweise geätzt, damit eine genaue Messung der Eindrücke in den einzelnen Zonen der Verbindung möglich ist: Grundwerkstoff, Wärmeeinflusszone und Schweißgut. Die Härte wird nach ISO 6507-1 (Vickers) oder ISO 6506-1 (Brinell) gemessen, und die Eindrücke werden in Reihen (R) in festgelegtem Abstand von der Oberfläche oder der Schmelzlinie oder als Einzeleindrücke (E) angeordnet. Symbole zur Lagebeschreibung: L — Abstand zwischen den Mittelpunkten der Eindrücke in der Wärmeeinflusszone, H — Abstand der Härtereihen von der Bezugsoberfläche oder der Schmelzlinie, t — Dicke der Probe.
Anwendungen
- Qualifizierung von Schweißverfahren (WPQR) — Prüfung von Prüfstücken
- Härtekontrolle der Wärmeeinflusszone bei höherfesten Stählen und Vergütungsstählen
- Beurteilung der Auswirkungen einer Wärmebehandlung nach dem Schweißen
- Abnahmeprüfungen geschweißter Konstruktionen und Rohrleitungen
- Analyse der Ursachen von Rissen und Schäden an Schweißverbindungen
Schlüsselparameter
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Messverfahren | Vickers nach ISO 6507-1, üblicherweise HV 5 (49,03 N) oder HV 10 (98,07 N) |
| Alternative Varianten | Brinell nach ISO 6506-1 (HB 2,5/15,625 oder HB 1/2,5); Mikrohärte nach ISO 6507-1 und ISO 9015-2 |
| Anordnung der Eindrücke | Härtereihen (R) oder Einzeleindrücke (E); die Lage wird im Prüfbericht angegeben |
| Prüftemperatur | (23 ± 5) °C, sofern nicht anders festgelegt |
| Lagesymbole | L — Abstand der Eindruckmittelpunkte in der WEZ; H — Abstand der Reihe von der Bezugsoberfläche oder der Schmelzlinie; t — Dicke der Probe |
| Prüfumfang | Legt die Erzeugnisnorm oder die Vereinbarung der Parteien fest; die Prüfung soll die höchste und niedrigste Härte des Grundwerkstoffs und der übrigen Zonen erfassen |
Norm
- Normnummer
- PN-EN ISO 9015-1:2011
- Titel (PL)
- Badania niszczące złączy spawanych metali — Badanie twardości — Część 1: Badanie twardości złączy spawanych łukowo
- Title (EN)
- Destructive tests on welds in metallic materials — Hardness testing — Part 1: Hardness test on arc welded joints
Schritt-für-Schritt-Verfahren
-
Festlegung des Prüfumfangs
Art und Umfang der Prüfung gemäß Erzeugnisnorm oder Vereinbarung der Parteien festlegen; planen, ob die Prüfung als Härtereihen (R) oder als Einzeleindrücke (E) durchgeführt wird.
-
Heraustrennen des Schliffs
Den Schliff der Probe mechanisch heraustrennen, üblicherweise quer zur Schweißverbindung, unter Vermeidung von Erwärmung und Kaltverfestigung.
-
Vorbereitung der Oberfläche
Die Oberfläche nach ISO 6507-1 oder ISO 6506-1 vorbereiten — Schleifen und Polieren so durchführen, dass die Härte der geprüften Oberfläche metallurgisch nicht verändert wird.
-
Ätzen
Die Oberfläche vorzugsweise ätzen, um eine genaue Messung der Eindrücke in den verschiedenen Zonen der Verbindung (Grundwerkstoff, WEZ, Schweißgut) zu erreichen.
-
Anordnung der Eindrücke
Die Eindrücke in Reihen gemäß den Beispielen in den Bildern 1–7 der Norm setzen, mit festgelegtem Abstand von der Oberfläche, so dass die Reihen oder Teile davon eine Beurteilung der Verbindung erlauben. Auf Wunsch der Parteien können zusätzliche Reihen oder andere Lagen verwendet werden — die Lage im Prüfbericht angeben.
-
Messung
Die Härtemessungen nach ISO 6507-1 (oder ISO 6506-1) bei einer Temperatur von (23 ± 5) °C durchführen, sofern nicht anders vereinbart.
-
Sonderfälle
Bei Metallen wie Aluminium, Kupfer und deren Legierungen können Reihen auf der Wurzelseite von Stumpfnähten entbehrlich sein; für T-Stöße aus diesen Werkstoffen werden die typischen Reihen nach Bild 2 der Norm verwendet.
-
Prüfbericht
Die Härteergebnisse mit der Lage der Eindrücke angeben; Beispiele für Prüfberichte bei Prüfung mit Härtereihen (R) und Einzeleindrücken (E) enthalten die Anhänge A und B der Norm.
Erforderliche Geräte und Apparatur
| Gerät | Beispiel | Richtpreis |
|---|---|---|
| Vickers- (oder Brinell-)Härteprüfer | Nach ISO 6507-2 (oder ISO 6506-2), mit Messsystem für die Diagonalen | — |
| Metallographische Trennmaschine | Zum Heraustrennen des Querschliffs ohne härteverändernde Erwärmung | — |
| Schleif- und Polierplatz für Schliffe | Schleifpapiere, Poliermaschinen; Oberflächenvorbereitung für die Messung der Eindrücke | — |
| Ätzmittel und Ätzplatz | Ätzung zur Sichtbarmachung der Zonen der Verbindung — Auswahl nach ISO/TR 16060 (werkstoffabhängig) | — |
| Messmikroskop | Zur Messung der Eindruckdiagonalen in den einzelnen Zonen der Verbindung | — |
Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien
| Reagenz | CAS | Details |
|---|---|---|
| Ätzmittel | — | Auf den Werkstoff der Verbindung abgestimmt; macht die Grenzen von Schweißgut und Wärmeeinflusszone sichtbar, damit eine genaue Messung der Eindrücke in den einzelnen Zonen möglich ist |
Arbeitsschutz und Sicherheit
- Trennen und Schleifen der Schliffe — Schutzbrille, Scheibenschutz, Flüssigkeitskühlung
- Ätzmittel (Säuren, Alkohole) — Abzug, Handschuhe, Schutzbrille; Lösungen gemäß Sicherheitsdatenblatt ansetzen
- Härteprüfer unter Last — während der Messung nicht in den Bereich des Eindringkörpers eingreifen
- Scharfe Kanten herausgetrennter Schliffe — entgraten oder mit Handschuhen anfassen
Häufige Fragen
Welche Norm beschreibt diese Prüfung?
Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 9015-1:2011 — „Destructive tests on welds in metallic materials — Hardness testing — Part 1: Hardness test on arc welded joints“.
Wie funktioniert diese Methode?
Aus der zu prüfenden Verbindung wird mechanisch ein Schliff herausgetrennt, üblicherweise quer zur Nahtachse. Trennen und weitere Oberflächenvorbereitung erfolgen sorgfältig, damit die Härte der geprüften Oberfläche metallurgisch nicht verändert wird.
Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?
Messverfahren: Vickers nach ISO 6507-1, üblicherweise HV 5 (49,03 N) oder HV 10 (98,07 N); Alternative Varianten: Brinell nach ISO 6506-1 (HB 2,5/15,625 oder HB 1/2,5); Mikrohärte nach ISO 6507-1 und ISO 9015-2; Anordnung der Eindrücke: Härtereihen (R) oder Einzeleindrücke (E); die Lage wird im Prüfbericht angegeben; Prüftemperatur: (23 ± 5) °C, sofern nicht anders festgelegt.
Wie lange dauert die Prüfung?
Das Verfahren umfasst 8 Schritte. Die Norm gibt nicht für jeden Schritt eine Dauer an — maßgeblich ist das Verfahren des Labors.
Welche Geräte werden benötigt?
Vickers- (oder Brinell-)Härteprüfer, Metallographische Trennmaschine, Schleif- und Polierplatz für Schliffe, Ätzmittel und Ätzplatz, Messmikroskop.
Wo wird diese Prüfung eingesetzt?
Qualifizierung von Schweißverfahren (WPQR) — Prüfung von Prüfstücken; Härtekontrolle der Wärmeeinflusszone bei höherfesten Stählen und Vergütungsstählen; Beurteilung der Auswirkungen einer Wärmebehandlung nach dem Schweißen; Abnahmeprüfungen geschweißter Konstruktionen und Rohrleitungen; Analyse der Ursachen von Rissen und Schäden an Schweißverbindungen.
Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?
Trennen und Schleifen der Schliffe — Schutzbrille, Scheibenschutz, Flüssigkeitskühlung; Ätzmittel (Säuren, Alkohole) — Abzug, Handschuhe, Schutzbrille; Lösungen gemäß Sicherheitsdatenblatt ansetzen; Härteprüfer unter Last — während der Messung nicht in den Bereich des Eindringkörpers eingreifen; Scharfe Kanten herausgetrennter Schliffe — entgraten oder mit Handschuhen anfassen.
Welches Labor führt diese Prüfung durch?
Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer PN-EN ISO 9015-1.