🔧 Helium-Dichtheitsprüfung

Automobil PN-EN 1779

Detektion und Lokalisierung von Undichtheiten in Komponenten und Installationen mittels Helium-Lecksucher (Massenspektrometer). Die empfindlichste verfügbare Methode zur Dichtheitsprüfung.

Übersicht

Die Helium-Dichtheitsprüfung (Helium Leak Testing — HLT) ist die empfindlichste Methode zur Detektion von Undichtheiten mit einer Nachweisempfindlichkeit von bis zu 10⁻¹² mbar·L/s. Die Norm PN-EN 1779 definiert Kriterien für die Auswahl der Methode und Technik der Dichtheitsprüfung in Abhängigkeit von der geforderten Empfindlichkeit, Objektgröße und Prüfbedingungen. Helium ist das ideale Prüfgas — es ist leicht, chemisch inert, ungiftig, nicht brennbar, und sein Gehalt in der Atmosphäre beträgt nur ~5 ppm, was einen niedrigen Untergrundpegel gewährleistet.

Die Methode wird in der Automobilindustrie (Klimaanlagen, Kühler, Einspritzventile, Kraftstofftanks), der Luftfahrt (Kabinendichtung, Druckbehälter), der Vakuumtechnik (Kammern, wissenschaftliche Apparaturen), der Kältetechnik und der Medizintechnik (Implantate, Sterilverpackungen) breit eingesetzt. Die Norm PN-EN 1779 klassifiziert die Dichtheitsprüfverfahren von A (höchste Empfindlichkeit — Helium-Vakuum) bis I (niedrigste — Blasenprüfung).

Heliumtechniken unterteilen sich in: integrale Vakuummethode (Prüfobjekt in der Vakuumkammer, Helium innen), lokale Vakuummethode (Absaugsonde an der Oberfläche), Überdruckmethode mit Schnüffelsonde (Helium innen, Sniffer-Sonde außen) und Akkumulationsmethode (Helium-Sammlung in einem geschlossenen Volumen). Jede Technik hat eine andere Empfindlichkeit und Anwendung.

Helium-Lecksuchgeräte basieren auf einem magnetischen Massenspektrometer, das auf die Masse 4 (⁴He) abgestimmt ist. Führende Hersteller sind Pfeiffer Vacuum (ASM-Serie), Agilent (HLD-Serie) und Leybold. Die Gerätekosten betragen 100 000–200 000 PLN.

Prinzip der Methode

Der Heliumdetektor enthält ein magnetisches Massenspektrometer, das selektiv auf die Atommasse 4 (⁴He) eingestellt ist. Bei der Vakuummethode: Das Prüfobjekt wird mit Helium gefüllt und in eine Vakuumkammer eingebracht, die mit dem Detektor verbunden ist — durch die Undichtheit durchdringendes Helium wird vom Spektrometer detektiert. Bei der Schnüffelmethode: Das mit Helium unter Druck befüllte Objekt wird mit einer Schnüffelsonde abgetastet — aus der Undichtheit austretendes Helium wird in den Detektor angesaugt. Die Empfindlichkeit der Vakuummethode erreicht 10⁻¹² mbar·L/s, die der Schnüffelmethode — 10⁻⁹ mbar·L/s.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Kleinste nachweisbare Leckrate (Vakuum)1 × 10⁻¹² mbar·L/s
Kleinste nachweisbare Leckrate (Schnüffeln)1 × 10⁻⁹ mbar·L/s
PrüfgasHelium (⁴He), Atommasse 4
Heliumkonzentration in der Atmosphäre~5 ppm (niedriger Untergrund)
Prüfdruck0,1–30 bar (anwendungsabhängig)
Ansprechzeit des Detektors< 1 s (typisch)

Norm

Normnummer
PN-EN 1779:2004
Titel (PL)
Badania nieniszczące — Badania szczelności — Kryteria wyboru metody i techniki
Title (EN)
Non-destructive testing — Leak testing — Criteria for method and technique selection

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Vorbereitung des Prüfobjekts

Prüfobjekt von Verunreinigungen (Fett, Staub) reinigen. Alle technologischen Öffnungen verschließen. Anschlüsse prüfen.

⏱ Zeit: 10–30 min

2. Kalibrierung des Detektors

Referenzleck (Standard Leak) anschließen. Detektorablesung prüfen — max. Abweichung ±20% vom zertifizierten Wert.

⏱ Zeit: 5 min

3. Auswahl der Technik

Technik nach Anforderungen auswählen: integrale Vakuummethode (höchste Empfindlichkeit), Schnüffelmethode (Lokalisierung), Überdruckmethode (große Objekte).

4. Befüllung mit Helium

Objekt mit Helium (oder He/N₂-Mischung) auf Prüfdruck befüllen. Bei Vakuummethode — Objekt in die Kammer einsetzen und evakuieren.

⏱ Zeit: 5–30 min

5. Stabilisierung des Untergrunds

Stabilisierung des Detektor-Untergrundsignals abwarten. Bei Vakuummethode — Vakuum in der Kammer < 10⁻² mbar stabilisieren.

⏱ Zeit: 5–15 min

6. Integrale Messung

Detektorsignal überwachen. Signalanstieg über dem Untergrund zeigt Undichtheit an. Leckratenwert in mbar·L/s protokollieren.

⏱ Zeit: 1–5 min

7. Lokalisierung (optional)

Bei Schnüffelmethode: Oberfläche des mit Helium befüllten Objekts mit der Schnüffelsonde abtasten. Signalanstieg zeigt die Leckagestelle an.

⏱ Zeit: 5–60 min

8. Verifizierung der Kalibrierung

Nach Abschluss der Messungen Kalibrierung erneut mit dem Referenzleck prüfen. Drift > 20% disqualifiziert die Serie.

9. Ergebnisbewertung

Gemessene Leckrate mit dem Akzeptanzkriterium vergleichen. Objekt dicht/undicht. Bei Lokalisierung — Leckagestelle markieren.

10. Dokumentation

Prüfprotokoll erstellen: Objektidentifikation, Technik, Prüfdruck, Ergebnis, Kriterium, Umgebungsbedingungen.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
Helium-LecksucherPfeiffer ASM 340, Pfeiffer ASM 310, Agilent HLD PD03, Leybold Phoenix L300i100 000–200 000 PLN
Vakuum-PrüfkammerStahlkammer mit Anschlüssen, auf die Geometrie des Prüfobjekts abgestimmt10 000–100 000 PLN (größenabhängig)
HilfsvakuumpumpeTurbomolekularpumpe + Vorpumpe (trockenlaufend)20 000–50 000 PLN
Schnüffelsonde (Sniffer)Pfeiffer PS 400, Agilent Sniffer Probe3 000–8 000 PLN
Leckratennormal (Standard Leak)Pfeiffer TL7, Agilent Standard Leak 10⁻⁸ mbar·L/s5 000–15 000 PLN
Heliumflasche (5.0)Helium Reinheit 99,999%, 50 L / 200 bar, Air Liquide / Linde800–1 500 PLN / Flasche

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Heliumgas (Reinheit 5.0)7440-59-7Reinheit ≥ 99,999%, als Prüfgas zum Befüllen der Prüfobjekte
Helium/Stickstoff-Mischung (10% He)Kostengünstigere Alternative zu reinem Helium — für große Installationen verwendet
Referenzleck (Kalibrierung)Kalibriertes Helium-Referenzleck mit Kalibrierschein (z.B. 10⁻⁸ mbar·L/s ± 15%)

Arbeitsschutz und Sicherheit

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