🔥 Flammpunkt nach Pensky-Martens-Methode

Petrochemie PN-EN ISO 2719

Bestimmung des Flammpunktes von Mineralölerzeugnissen im Bereich 40–370°C nach der Pensky-Martens-Methode im geschlossenen Tiegel. Wichtiger Sicherheitsparameter für Kraftstoffe und Schmierstoffe.

Übersicht

Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der die Dämpfe der zu prüfenden Flüssigkeit mit Luft ein Gemisch bilden, das beim Kontakt mit einer externen Zündquelle unter standardisierten Prüfbedingungen entzündbar ist. Er ist einer der wichtigsten Sicherheitsparameter von Mineralölerzeugnissen — er bestimmt die Einstufung gefährlicher Stoffe sowie Lager- und Transportbedingungen gemäß ADR-Übereinkommen.

Die Pensky-Martens-Methode verwendet einen geschlossenen Messingtiegel mit standardisierten Abmessungen, in dem die Probe mit konstanter Geschwindigkeit erhitzt und gerührt wird. In regelmäßigen Abständen wird eine Zündquelle (Gasflamme oder elektrischer Funke) in den Raum über der Flüssigkeit eingeführt. Die Temperatur, bei der eine Entzündung der Dämpfe erfolgt, wird als Flammpunkt registriert.

Norm PN-EN ISO 2719 definiert drei Verfahren: A — für Destillatkraftstoffe (Diesel, Kerosin, Heizöl), B — für Rückstandskraftstoffe und Altöle, C — für Biodiesel. Die Methode wird zur Einstufung von Kraftstoffen in drei Klassen verwendet: Klasse I (bis 21°C), Klasse II (21–55°C), Klasse III (55–100°C). Das Prüfergebnis ist erforderlich in Kraftstoffqualitätszertifikaten, Sicherheitsdatenblättern und Transportdokumentation.

Automatische Flammpunktprüfgeräte gewährleisten Ergebniswiederholbarkeit und Bedienersicherheit durch integrierte Löschsysteme und abgedichtete Messkammern. Ergebnisse werden auf Normaldruck von 101,3 kPa korrigiert.

Prinzip der Methode

Die Probe wird in einen Messingtiegel gegeben, der mit einem Deckel mit Zündmechanismus verschlossen ist. Die Probe wird mit konstanter Geschwindigkeit erhitzt (anfangs 5–6°C/min, dann 1–1,6°C/min nahe dem erwarteten Flammpunkt) bei gleichzeitigem Rühren mit 90–120 U/min (Verfahren A) oder 250±10 U/min (Verfahren B). In Abständen von 2°C wird eine Zündquelle in den Raum über der Flüssigkeitsoberfläche eingeführt. Die Temperatur, bei der ein deutlicher Flammenblitz (Flash) über die Probenoberfläche beobachtet wird, wird als Flammpunkt registriert. Das Ergebnis wird auf den aktuellen Luftdruck korrigiert.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Messbereich40°C bis 370°C
Auflösung0,5°C
Wiederholbarkeit (Verfahren A)±2°C (für Temp. <104°C)
Vergleichbarkeit (Verfahren A)±6°C (für Temp. <104°C)
Heizgeschwindigkeit1–1,6°C/min in Endphase
Probenvolumen75 mL

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 2719:2016+A1:2021
Titel (PL)
Oznaczanie temperatury zapłonu — Metoda zamkniętego tygla Pensky'ego-Martensa
Title (EN)
Determination of flash point — Pensky-Martens closed cup method

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Probenvorbereitung

Probe gründlich mischen. Falls Wasser enthalten, durch Trocknen über wasserfreiem Natriumsulfat oder Filtration entwässern. Probe auf Temp. mindestens 18°C unter erwartetem Flammpunkt bringen.

🌡 Temperatur: <Tf - 18°C

2. Gerätevorbereitung

Tiegel und Deckel gründlich mit Lösungsmittel (Toluol, Aceton) waschen und trocknen. Tiegel in Gerät montieren. Ordnungsgemäße Funktion von Zündmechanismus und Thermometer prüfen.

3. Tiegel füllen

Tiegel mit Probe bis zur Füllstandsmarke (75 mL) füllen. Verschütten auf Außenwände vermeiden. Mit Deckel verschließen.

⏱ Zeit: 2 min

4. Vorheizen

Probe mit 5–6°C/min unter Rühren mit 90–120 U/min (Verfahren A) erhitzen bis Temp. 23°C unter erwartetem Flammpunkt.

⏱ Zeit: 5–10 min

5. Enderhitzung mit Prüfung

Heizgeschwindigkeit auf 1–1,6°C/min reduzieren. Alle 2°C Rührer stoppen, Schieber öffnen und Zündquelle für 1 Sekunde einführen.

⏱ Zeit: 10–20 min

6. Flammenbeobachtung

Beobachten, ob deutlicher Flammenblitz auf Probenoberfläche auftritt. Nicht mit blauem Halo um Prüfflamme verwechseln — dies ist keine Entzündung.

⏱ Zeit: 1 s pro Prüfung

7. Ergebnisaufzeichnung

Temperatur aufzeichnen, bei der erster deutlicher Flammenblitz beobachtet wurde. Aktuellen Luftdruck aufzeichnen.

8. Druckkorrektur

Ergebnis nach Formel korrigieren: Tf(korr) = Tf + 0,25 × (101,3 - p), wobei p der Luftdruck in kPa ist.

9. Wiederholungsbestimmung

Zweite Bestimmung an frischer Probe in sauberem Tiegel durchführen. Ergebnisse sollten innerhalb Wiederholbarkeit übereinstimmen (±2°C für Verfahren A).

10. Gerätereinigung

Nach Abschluss Tiegel abkühlen, entleeren, mit Lösungsmittel waschen und trocknen. Zustand des Zündmechanismus prüfen.

⏱ Zeit: 5 min

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
Automatischer Pensky-Martens FlammpunktprüferAnton Paar PMA 500, Normalab NPM 44045 000–85 000 PLN
Flammpunktprüfer (wirtschaftlich)Anton Paar PMA 300, Koehler K7100030 000–50 000 PLN
ReferenzthermometerASTM Thermometer 9C/IP 15C, Bereich 20–100°C400–800 PLN
LaborbarometerKestrel 5500, Testo 511800–2 500 PLN
Messingtiegel mit DeckelPensky-Martens Tiegel nach ISO 2719, Messing1 200–2 500 PLN
Lüftungssystem/AbzugLaborabzug mit 0,5 m/s Absaugung15 000–35 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Referenzmaterial (CRM) — FlammpunktZertifiziertes Referenzmaterial mit bekanntem Flammpunkt zur Geräteverifizierung, z.B. n-Dekan oder CRM von Paragon Scientific
Toluol (Reinigungslösungsmittel)108-88-3Reinheit ≥99,5%, zum Waschen von Tiegel und Geräteteilen nach Prüfung
Aceton (Reinigungslösungsmittel)67-64-1Reinheit ≥99,5%, zum Spülen und Trocknen des Tiegels
Zündgas (Propan-Butan oder Erdgas)74-98-6Brennstoff für Prüfflamme, alternativ elektrische Zündung in automatischen Geräten

Arbeitsschutz und Sicherheit

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