🔥 Flammpunkt nach Pensky-Martens-Methode

Petrochemie PN-EN ISO 2719

Kurz gefasst

Bestimmung des Flammpunktes von Mineralölerzeugnissen im Bereich 40–370°C nach der Pensky-Martens-Methode im geschlossenen Tiegel. Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 2719:2016+A1:2021; Messbereich: 40°C bis 370°C. Das Verfahren umfasst 10 Schritte (insgesamt rund 22–37 Min.); eingesetzt wird sie unter anderem für: Einstufung von Kraftstoffen und Gefahrstoffen nach ADR/RID/IMDG, Qualitätskontrolle von Diesel, Flugkraftstoff, Heizölen, Sicherheitsbewertung von Schmier- und Hydraulikölen.

Auf einen Blick

  • Norm: PN-EN ISO 2719:2016+A1:2021
  • Kategorie: Petrochemie
  • Verfahrensschritte: 10
  • Gesamtdauer der Schritte: 22 Min.–37 Min.
  • Messbereich: 40°C bis 370°C
  • Auflösung: 0,5°C
  • Wiederholbarkeit (Verfahren A): ±2°C (für Temp. <104°C)

Übersicht

Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der die Dämpfe der zu prüfenden Flüssigkeit mit Luft ein Gemisch bilden, das beim Kontakt mit einer externen Zündquelle unter standardisierten Prüfbedingungen entzündbar ist. Er ist einer der wichtigsten Sicherheitsparameter von Mineralölerzeugnissen — er bestimmt die Einstufung gefährlicher Stoffe sowie Lager- und Transportbedingungen gemäß ADR-Übereinkommen.

Die Pensky-Martens-Methode verwendet einen geschlossenen Messingtiegel mit standardisierten Abmessungen, in dem die Probe mit konstanter Geschwindigkeit erhitzt und gerührt wird. In regelmäßigen Abständen wird eine Zündquelle (Gasflamme oder elektrischer Funke) in den Raum über der Flüssigkeit eingeführt. Die Temperatur, bei der eine Entzündung der Dämpfe erfolgt, wird als Flammpunkt registriert.

Norm PN-EN ISO 2719 definiert drei Verfahren: A — für Destillatkraftstoffe (Diesel, Kerosin, Heizöl), B — für Rückstandskraftstoffe und Altöle, C — für Biodiesel. Die Methode wird zur Einstufung von Kraftstoffen in drei Klassen verwendet: Klasse I (bis 21°C), Klasse II (21–55°C), Klasse III (55–100°C). Das Prüfergebnis ist erforderlich in Kraftstoffqualitätszertifikaten, Sicherheitsdatenblättern und Transportdokumentation.

Automatische Flammpunktprüfgeräte gewährleisten Ergebniswiederholbarkeit und Bedienersicherheit durch integrierte Löschsysteme und abgedichtete Messkammern. Ergebnisse werden auf Normaldruck von 101,3 kPa korrigiert.

Prinzip der Methode

Die Probe wird in einen Messingtiegel gegeben, der mit einem Deckel mit Zündmechanismus verschlossen ist. Die Probe wird mit konstanter Geschwindigkeit erhitzt (anfangs 5–6°C/min, dann 1–1,6°C/min nahe dem erwarteten Flammpunkt) bei gleichzeitigem Rühren mit 90–120 U/min (Verfahren A) oder 250±10 U/min (Verfahren B). In Abständen von 2°C wird eine Zündquelle in den Raum über der Flüssigkeitsoberfläche eingeführt. Die Temperatur, bei der ein deutlicher Flammenblitz (Flash) über die Probenoberfläche beobachtet wird, wird als Flammpunkt registriert. Das Ergebnis wird auf den aktuellen Luftdruck korrigiert.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Messbereich40°C bis 370°C
Auflösung0,5°C
Wiederholbarkeit (Verfahren A)±2°C (für Temp. <104°C)
Vergleichbarkeit (Verfahren A)±6°C (für Temp. <104°C)
Heizgeschwindigkeit1–1,6°C/min in Endphase
Probenvolumen75 mL

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 2719:2016+A1:2021
Titel (PL)
Oznaczanie temperatury zapłonu — Metoda zamkniętego tygla Pensky'ego-Martensa
Title (EN)
Determination of flash point — Pensky-Martens closed cup method

Schritt-für-Schritt-Verfahren

  1. Probenvorbereitung

    Probe gründlich mischen. Falls Wasser enthalten, durch Trocknen über wasserfreiem Natriumsulfat oder Filtration entwässern. Probe auf Temp. mindestens 18°C unter erwartetem Flammpunkt bringen.

    🌡 Temperatur: <Tf - 18°C

  2. Gerätevorbereitung

    Tiegel und Deckel gründlich mit Lösungsmittel (Toluol, Aceton) waschen und trocknen. Tiegel in Gerät montieren. Ordnungsgemäße Funktion von Zündmechanismus und Thermometer prüfen.

  3. Tiegel füllen

    Tiegel mit Probe bis zur Füllstandsmarke (75 mL) füllen. Verschütten auf Außenwände vermeiden. Mit Deckel verschließen.

    ⏱ Zeit: 2 min

  4. Vorheizen

    Probe mit 5–6°C/min unter Rühren mit 90–120 U/min (Verfahren A) erhitzen bis Temp. 23°C unter erwartetem Flammpunkt.

    ⏱ Zeit: 5–10 min

  5. Enderhitzung mit Prüfung

    Heizgeschwindigkeit auf 1–1,6°C/min reduzieren. Alle 2°C Rührer stoppen, Schieber öffnen und Zündquelle für 1 Sekunde einführen.

    ⏱ Zeit: 10–20 min

  6. Flammenbeobachtung

    Beobachten, ob deutlicher Flammenblitz auf Probenoberfläche auftritt. Nicht mit blauem Halo um Prüfflamme verwechseln — dies ist keine Entzündung.

    ⏱ Zeit: 1 s pro Prüfung

  7. Ergebnisaufzeichnung

    Temperatur aufzeichnen, bei der erster deutlicher Flammenblitz beobachtet wurde. Aktuellen Luftdruck aufzeichnen.

  8. Druckkorrektur

    Ergebnis nach Formel korrigieren: Tf(korr) = Tf + 0,25 × (101,3 - p), wobei p der Luftdruck in kPa ist.

  9. Wiederholungsbestimmung

    Zweite Bestimmung an frischer Probe in sauberem Tiegel durchführen. Ergebnisse sollten innerhalb Wiederholbarkeit übereinstimmen (±2°C für Verfahren A).

  10. Gerätereinigung

    Nach Abschluss Tiegel abkühlen, entleeren, mit Lösungsmittel waschen und trocknen. Zustand des Zündmechanismus prüfen.

    ⏱ Zeit: 5 min

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
Automatischer Pensky-Martens FlammpunktprüferAnton Paar PMA 500, Normalab NPM 44045 000–85 000 PLN
Flammpunktprüfer (wirtschaftlich)Anton Paar PMA 300, Koehler K7100030 000–50 000 PLN
ReferenzthermometerASTM Thermometer 9C/IP 15C, Bereich 20–100°C400–800 PLN
LaborbarometerKestrel 5500, Testo 511800–2 500 PLN
Messingtiegel mit DeckelPensky-Martens Tiegel nach ISO 2719, Messing1 200–2 500 PLN
Lüftungssystem/AbzugLaborabzug mit 0,5 m/s Absaugung15 000–35 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Referenzmaterial (CRM) — FlammpunktZertifiziertes Referenzmaterial mit bekanntem Flammpunkt zur Geräteverifizierung, z.B. n-Dekan oder CRM von Paragon Scientific
Toluol (Reinigungslösungsmittel)108-88-3Reinheit ≥99,5%, zum Waschen von Tiegel und Geräteteilen nach Prüfung
Aceton (Reinigungslösungsmittel)67-64-1Reinheit ≥99,5%, zum Spülen und Trocknen des Tiegels
Zündgas (Propan-Butan oder Erdgas)74-98-6Brennstoff für Prüfflamme, alternativ elektrische Zündung in automatischen Geräten

Arbeitsschutz und Sicherheit

Häufige Fragen

Welche Norm beschreibt diese Prüfung?

Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 2719:2016+A1:2021 — „Determination of flash point — Pensky-Martens closed cup method“.

Wie funktioniert diese Methode?

Die Probe wird in einen Messingtiegel gegeben, der mit einem Deckel mit Zündmechanismus verschlossen ist. Die Probe wird mit konstanter Geschwindigkeit erhitzt (anfangs 5–6°C/min, dann 1–1,6°C/min nahe dem erwarteten Flammpunkt) bei gleichzeitigem Rühren mit 90–120 U/min (Verfahren A) oder 250±10 U/min (Verfahren B).

Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?

Messbereich: 40°C bis 370°C; Auflösung: 0,5°C; Wiederholbarkeit (Verfahren A): ±2°C (für Temp. <104°C); Vergleichbarkeit (Verfahren A): ±6°C (für Temp. <104°C).

Wie lange dauert die Prüfung?

Die für die einzelnen Schritte angegebenen Zeiten ergeben zusammen rund 22 Min.–37 Min. Das Verfahren umfasst 10 Schritte.

Welche Geräte werden benötigt?

Automatischer Pensky-Martens Flammpunktprüfer, Flammpunktprüfer (wirtschaftlich), Referenzthermometer, Laborbarometer, Messingtiegel mit Deckel, Lüftungssystem/Abzug. Richtpreis für das Kerngerät (Automatischer Pensky-Martens Flammpunktprüfer): 45 000–85 000 PLN.

Wo wird diese Prüfung eingesetzt?

Einstufung von Kraftstoffen und Gefahrstoffen nach ADR/RID/IMDG; Qualitätskontrolle von Diesel, Flugkraftstoff, Heizölen; Sicherheitsbewertung von Schmier- und Hydraulikölen; Prüfung von Altölen — Flammpunktsenkung deutet auf Kraftstoffverunreinigung hin; Lagereinstufung von Mineralölerzeugnissen (Klasse I, II, III); Qualitätskontrolle von Biodiesel und Kraftstoffgemischen; Anforderungen des Sicherheitsdatenblatts (SDB) — Abschnitt 9.

Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?

Prüfung nur im Abzug oder gut belüfteten Bereich durchführen — Dämpfe können brennbar und giftig sein; Pulver- oder CO₂-Feuerlöscher in Reichweite — Gefahr der Dampfentzündung; Nicht über Tiegel beugen beim Entzündungstest; Hitzebeständige Handschuhe beim Umgang mit heißem Tiegel (bis 370°C); Schutzbrille obligatorisch; Keine Prüfungen von Proben unbekannter Zusammensetzung ohne vorherige Risikobewertung.

Welches Labor führt diese Prüfung durch?

Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer PN-EN ISO 2719.

🔍 Labor finden, das diese Prüfung durchführt