🦠 STEC (Shigatoxin-bildende Escherichia coli) in Lebensmitteln und Futtermitteln — Anreicherung, Echtzeit-PCR der Gene stx/eae und der Serogruppen, Isolierung
Kurz gefasst
Die Probe wird in einer nichtselektiven Bouillon angereichert (mTSB mit Novobiocin 16 mg/l, BPW oder mTSB mit Acriflavin 12 mg/l für Milch), die DNA wird extrahiert, und mittels Echtzeit-PCR werden die Virulenzgene stx1/stx2 und eae sowie die Gene der Serogruppen O157, O111, O26, O103, O145 nachgewiesen; aus positiven Proben wird der Stamm isoliert (z. Die Prüfung erfolgt nach ISO/TS 13136:2012 (CEN ISO/TS 13136:2012); Anreicherung: mTSB+N (Novobiocin 16 mg/l) — hohe Mikroflora; BPW — gestresste Zellen, Tiefkühlware; mTSB+A (Acriflavin 12 mg/l) — Milch und Milcherzeugnisse. Das Verfahren umfasst 6 Schritte; eingesetzt wird sie unter anderem für: Sprossen (Verordnung 2073/2005, Kriterium 1.29 — STEC O157, O26, O111, O103, O145, O104:H4 in 25 g nicht nachweisbar), Milch und Milcherzeugnisse (Anreicherungsvariante mTSB+A mit Acriflavin), Gefrorene Erzeugnisse und solche mit geringer Begleitmikroflora (Anreicherung in BPW).
Auf einen Blick
- Norm: ISO/TS 13136:2012 (CEN ISO/TS 13136:2012)
- Kategorie: Mikrobiologie
- Verfahrensschritte: 6
- Anreicherung: mTSB+N (Novobiocin 16 mg/l) — hohe Mikroflora; BPW — gestresste Zellen, Tiefkühlware; mTSB+A (Acriflavin 12 mg/l) — Milch und Milcherzeugnisse
- Virulenzgene: stx1, stx2 (Varianten stx2a, stx2b, stx2c), eae (Intimin)
- Gene der Serogruppen: rfbE (O157), wbdI (O111), wzx (O26), ihp1 (O145), wzx (O103)
Übersicht
ISO/TS 13136:2012 beschreibt die Identifizierung Shigatoxin-bildender Escherichia coli (STEC) durch den Nachweis der wichtigsten Virulenzgene stx und eae sowie der mit den Serogruppen O157, O111, O26, O103 und O145 verbundenen Gene — der Serogruppen, die für die Mehrzahl der schweren Krankheitsformen einschließlich des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) verantwortlich sind. Wenn eines oder beide stx-Gene nachgewiesen wurden, wird die Isolierung des Stammes in Angriff genommen; die Isolierung aus Proben, die auf die Gene der Serogruppen positiv sind, lässt sich durch serogruppenspezifische Anreicherungstechniken erleichtern (z. B. immunomagnetische Separation, IMS). Die Referenztechnologie für den Nachweis der Gene ist die Echtzeit-PCR. Die Spezifikation findet Anwendung auf Erzeugnisse, die zum Verzehr durch den Menschen und zur Fütterung der Tiere bestimmt sind, sowie auf Umgebungsproben aus der Herstellung von und dem Verkehr mit Lebensmitteln und aus der Primärproduktion. Die allgemeinen Anforderungen an mikrobiologische Untersuchungen legt ISO 7218 fest.
Die Verordnung (EG) Nr. 2073/2005 (Kriterium 1.29) verlangt für Sprossen den Nichtnachweis von STEC O157, O26, O111, O103, O145 sowie O104:H4 in 25 g und nennt als Referenzverfahren CEN/ISO TS 13136. Das Verfahren umfasst fünf aufeinanderfolgende Stufen: mikrobiologische Anreicherung, Extraktion der Nukleinsäure, Nachweis der Virulenzgene, Nachweis der Gene der Serogruppen und Isolierung aus positiven Proben (Schema in Anhang A; Primer und Sonden in Anhang E; alternativ die klassische PCR mit Detektion im Agarosegel).
Prinzip der Methode
Anreicherung: die Zahl der STEC-Zellen wird erhöht, indem die Einwaage in einem nichtselektiven flüssigen Nährmedium bebrütet wird — in modifizierter Trypton-Soja-Bouillon (TSB mit 1,5 g/l Gallensalzen Nr. 3, mTSB) mit 16 mg/l Novobiocin (mTSB+N) für Matrices mit hoher Begleitmikroflora, in gepuffertem Peptonwasser (BPW) für Proben mit gestressten Zellen (z. B. gefrorene) und geringerer Mikroflora, oder in mTSB mit 12 mg/l Acriflavin (mTSB+A) für Milch und Milcherzeugnisse; Novobiocin und Acriflavin hemmen die grampositiven Bakterien. Die Norm weist darauf hin, dass der Zusatz von Novobiocin umstritten ist — in der üblichen Konzentration von 20 mg/l (ISO 16654) hemmt es das Wachstum von etwa einem Drittel der Nicht-O157-Stämme, daher die verringerten 16 mg/l. Extraktion: die Nukleinsäure wird entsprechend den Anforderungen des angewendeten Detektionssystems extrahiert. Zielgene: die stx-Gene (stx1 und stx2; von den sieben Varianten des stx2 sind stx2a, stx2b und stx2c das Ziel — GenBank X07865, L11078, M59432), das Gen eae, das für Intimin kodiert (ein Protein von 90 kDa, das für den Adhäsionsmechanismus „attaching and effacing" verantwortlich ist, der für STEC typisch ist, die schwere Erkrankungen verursachen) sowie die Gene der Serogruppen: rfbE (O157), wbdI (O111), wzx (O26), ihp1 (O145) und wzx (O103). Nachweis: Echtzeit-PCR nach dem angewendeten System. Isolierung: bei Verdacht auf STEC wird die Isolierung in Angriff genommen — nach dem Nachweis einer der Serogruppen aus dem Anwendungsbereich kann eine spezifische Anreicherung (z. B. IMS) und eine Beimpfung von Trypton-Gallensalz-Glucuronid-Agar (TBX) oder eines spezifischen Selektivnährbodens (Anhang F) durchgeführt werden, um das Isolieren der STEC aus der Begleitflora zu erleichtern.
Anwendungen
- Sprossen (Verordnung 2073/2005, Kriterium 1.29 — STEC O157, O26, O111, O103, O145, O104:H4 in 25 g nicht nachweisbar)
- Milch und Milcherzeugnisse (Anreicherungsvariante mTSB+A mit Acriflavin)
- Gefrorene Erzeugnisse und solche mit geringer Begleitmikroflora (Anreicherung in BPW)
- Umgebungsproben aus der Primärproduktion, aus Herstellungsbetrieben und aus dem Verkehr mit Lebensmitteln
- Amtliche Untersuchungen und Ausbruchsermittlungen — schnelle PCR-Voruntersuchung mit anschließender Isolierung des Stammes
Schlüsselparameter
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Anreicherung | mTSB+N (Novobiocin 16 mg/l) — hohe Mikroflora; BPW — gestresste Zellen, Tiefkühlware; mTSB+A (Acriflavin 12 mg/l) — Milch und Milcherzeugnisse |
| Virulenzgene | stx1, stx2 (Varianten stx2a, stx2b, stx2c), eae (Intimin) |
| Gene der Serogruppen | rfbE (O157), wbdI (O111), wzx (O26), ihp1 (O145), wzx (O103) |
| Technologie | Echtzeit-PCR (Referenzverfahren); Primer und Sonden in Anhang E; alternativ PCR mit Agarosegel |
| Isolierung | nach dem Nachweis von stx; serogruppenspezifische IMS, TBX-Agar oder Selektivnährboden (Anhang F) |
| Ergebnis | STEC nachgewiesen/nicht nachgewiesen (Gene) in der Einwaage; bestätigtes Isolat — z. B. in 25 g Sprossen |
Norm
- Normnummer
- ISO/TS 13136:2012 (CEN ISO/TS 13136:2012)
- Titel (PL)
- Mikrobiologia żywności i pasz — Metoda oparta na reakcji łańcuchowej polimerazy (PCR) w czasie rzeczywistym do wykrywania mikroorganizmów chorobotwórczych przenoszonych przez żywność — Horyzontalna metoda wykrywania Escherichia coli wytwarzających toksynę Shiga (STEC) i określania serogrup O157, O111, O26, O103 i O145 (tłumaczenie robocze)
- Title (EN)
- Microbiology of food and animal feed — Real-time polymerase chain reaction (PCR)-based method for the detection of food-borne pathogens — Horizontal method for the detection of Shiga toxin-producing Escherichia coli (STEC) and the determination of O157, O111, O26, O103 and O145 serogroups
Schritt-für-Schritt-Verfahren
-
Wahl der Bouillon und Anreicherung
Homogenisiere die Einwaage (z. B. 25 g Sprossen) in der auf die Matrix abgestimmten Bouillon: mTSB+N (16 mg/l Novobiocin) bei hoher Mikroflora, BPW bei gestressten Zellen (Tiefkühlware), mTSB+A (12 mg/l Acriflavin) für Milch und Milcherzeugnisse; bebrüte nach der Norm.
-
DNA-Extraktion
Extrahiere aus der angereicherten Kultur die Nukleinsäure entsprechend den Anforderungen des angewendeten Detektionssystems.
-
Echtzeit-PCR — Virulenzgene
Weise die stx-Gene (stx1, stx2 — Varianten stx2a/b/c) und eae mit den Primern und Sonden aus Anhang E nach; bewerte das Ergebnis nach dem angewendeten System.
-
Echtzeit-PCR — Gene der Serogruppen
Weise in den auf stx positiven Proben die Gene rfbE (O157), wbdI (O111), wzx (O26), ihp1 (O145) und wzx (O103) nach.
-
Isolierung
Wenn stx nachgewiesen wurde: nimm die Isolierung des Stammes in Angriff; führe nach dem Nachweis einer Serogruppe aus dem Anwendungsbereich eine spezifische Anreicherung (z. B. IMS) durch und beimpfe TBX-Agar oder einen spezifischen Selektivnährboden (Anhang F); bestätige die Gene im Isolat.
-
Ergebnis
Gib den Nachweis/Nichtnachweis von STEC (Gene stx/eae, Serogruppe) in der Einwaage sowie das Ergebnis der Isolierung an; beziehe dich bei Sprossen auf das Kriterium der Verordnung 2073/2005 (in 25 g nicht nachweisbar).
Erforderliche Geräte und Apparatur
| Gerät | Beispiel | Richtpreis |
|---|---|---|
| Echtzeit-PCR-Thermocycler | Nachweis der Virulenzgene und der Gene der Serogruppen | — |
| Kit zur Extraktion von Nukleinsäuren | entsprechend dem angewendeten Detektionssystem | — |
| Brutschrank für die Anreicherung und Homogenisator (Stomacher) | Erstverdünnung in der Anreicherungsbouillon | — |
| Immunomagnetischer Separator (optional) | serogruppenspezifische IMS bei der Isolierung | — |
| Ausstattung eines mikrobiologischen Laboratoriums nach ISO 7218 | Beimpfung von TBX, Kultivierung der Isolate | — |
Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien
| Reagenz | CAS | Details |
|---|---|---|
| mTSB (TSB + Gallensalze Nr. 3 1,5 g/l) mit Novobiocin 16 mg/l | — | Anreicherung bei hoher Begleitmikroflora |
| Gepuffertes Peptonwasser (BPW) | — | Anreicherung und Wiederbelebung gestresster STEC-Zellen |
| mTSB mit Acriflavin 12 mg/l | — | Anreicherung für Milch und Milcherzeugnisse |
| PCR-Reagenzien, Primer und Sonden für stx1, stx2, eae und die Gene der Serogruppen | — | Detektion mittels Echtzeit-PCR (Anhang E) |
| Serogruppenspezifische immunomagnetische Kügelchen, TBX-Agar | — | Isolierung des Stammes aus positiven Proben |
Arbeitsschutz und Sicherheit
- STEC (darunter O157) sind Krankheitserreger mit niedriger Infektionsdosis, die HUS verursachen — Arbeit in einem Laboratorium der entsprechenden Sicherheitsstufe, strenge Asepsis, Autoklavieren der Kulturen
- Acriflavin und Novobiocin — den Hautkontakt und das Einatmen der Pulver vermeiden
- Vermeidung der Kontamination mit PCR-Amplikons — Trennung der Prä- und Post-PCR-Zonen, Negativkontrollen
Häufige Fragen
Welche Norm beschreibt diese Prüfung?
Die Prüfung erfolgt nach ISO/TS 13136:2012 (CEN ISO/TS 13136:2012) — „Microbiology of food and animal feed — Real-time polymerase chain reaction (PCR)-based method for the detection of food-borne pathogens — Horizontal method for the detection of Shiga toxin-producing Escherichia coli (STEC) and the determination of O157, O111, O26, O103 and O145 serogroups“.
Wie funktioniert diese Methode?
Anreicherung: die Zahl der STEC-Zellen wird erhöht, indem die Einwaage in einem nichtselektiven flüssigen Nährmedium bebrütet wird — in modifizierter Trypton-Soja-Bouillon (TSB mit 1,5 g/l Gallensalzen Nr. 3, mTSB) mit 16 mg/l Novobiocin (mTSB+N) für Matrices mit hoher Begleitmikroflora, in gepuffertem Peptonwasser (BPW) für Proben mit gestressten Zellen (z.
Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?
Anreicherung: mTSB+N (Novobiocin 16 mg/l) — hohe Mikroflora; BPW — gestresste Zellen, Tiefkühlware; mTSB+A (Acriflavin 12 mg/l) — Milch und Milcherzeugnisse; Virulenzgene: stx1, stx2 (Varianten stx2a, stx2b, stx2c), eae (Intimin); Gene der Serogruppen: rfbE (O157), wbdI (O111), wzx (O26), ihp1 (O145), wzx (O103); Technologie: Echtzeit-PCR (Referenzverfahren); Primer und Sonden in Anhang E; alternativ PCR mit Agarosegel.
Wie lange dauert die Prüfung?
Das Verfahren umfasst 6 Schritte. Die Norm gibt nicht für jeden Schritt eine Dauer an — maßgeblich ist das Verfahren des Labors.
Welche Geräte werden benötigt?
Echtzeit-PCR-Thermocycler, Kit zur Extraktion von Nukleinsäuren, Brutschrank für die Anreicherung und Homogenisator (Stomacher), Immunomagnetischer Separator (optional), Ausstattung eines mikrobiologischen Laboratoriums nach ISO 7218.
Wo wird diese Prüfung eingesetzt?
Sprossen (Verordnung 2073/2005, Kriterium 1.29 — STEC O157, O26, O111, O103, O145, O104:H4 in 25 g nicht nachweisbar); Milch und Milcherzeugnisse (Anreicherungsvariante mTSB+A mit Acriflavin); Gefrorene Erzeugnisse und solche mit geringer Begleitmikroflora (Anreicherung in BPW); Umgebungsproben aus der Primärproduktion, aus Herstellungsbetrieben und aus dem Verkehr mit Lebensmitteln; Amtliche Untersuchungen und Ausbruchsermittlungen — schnelle PCR-Voruntersuchung mit anschließender Isolierung des Stammes.
Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?
STEC (darunter O157) sind Krankheitserreger mit niedriger Infektionsdosis, die HUS verursachen — Arbeit in einem Laboratorium der entsprechenden Sicherheitsstufe, strenge Asepsis, Autoklavieren der Kulturen; Acriflavin und Novobiocin — den Hautkontakt und das Einatmen der Pulver vermeiden; Vermeidung der Kontamination mit PCR-Amplikons — Trennung der Prä- und Post-PCR-Zonen, Negativkontrollen.
Welches Labor führt diese Prüfung durch?
Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer ISO/TS 13136.