⛽ Oxidationsstabilität von Dieselkraftstoff

Petrochemie PN-EN ISO 12205

Bewertung der Dieselkraftstoffbeständigkeit gegen Oxidation durch 16-stündiges Sauerstoff-Durchperlen bei 95°C und Bestimmung der unlöslichen Sedimentmenge.

Übersicht

Oxidationsstabilität ist ein Schlüsselqualitätsparameter von Dieselkraftstoff und anderen mittleren Destillaten, der ihre Beständigkeit gegen chemischen Abbau unter Sauerstoffeinfluss bestimmt. Kraftstoffoxidation führt zur Bildung von Harzen, Sedimenten und organischen Säuren, die Kraftstofffilter verstopfen, Verschleiß von Einspritzelementen verursachen und Korrosion von Lagertanks bewirken.

Die Methode gemäß ISO 12205 ist ein beschleunigter Test — sie simuliert eine einjährige Lagerperiode von Dieselkraftstoff durch Sauerstoff-Durchperlen durch die Kraftstoffprobe bei 95°C für 16 Stunden. Nach der Alterung werden zwei Arten von Sedimenten bestimmt: unlösliche filtrierbare (auf Membranfilter zurückgehalten) und unlösliche anhaftende (auf Glasgefäß- und Kühlerwänden abgelagert, mit dreikomponentigem Lösungsmittel ausgewaschen). Die Summe beider Fraktionen bildet die gesamten unlöslichen Sedimente.

Gemäß PN-EN 590 Standard beträgt die maximal zulässige Menge an gesamten unlöslichen Sedimenten 25 g/m³. Kraftstoffe mit FAME-Zusatz (Biodiesel) zeigen typischerweise niedrigere Oxidationsstabilität aufgrund des Vorhandenseins ungesättigter Doppelbindungen in Estern, was Autoxidationsprozesse beschleunigt.

Der Test ist obligatorisch in Dieselkraftstoff-Qualitätszertifikaten und ist ein wichtiges Element der Qualitätskontrolle auf jeder Stufe der Logistikkette — von der Raffinerie über Lagerdepots bis zu Tankstellen.

Prinzip der Methode

350 mL filtrierter Dieselkraftstoff werden in ein Oxidationsrohr gegeben und in einem Heizblock auf 95°C ± 1°C erhitzt. Sauerstoff wird mit einer Durchflussrate von 3 L/h durch die Probe für 16 Stunden durchperlt. Ein Rückflusskühler verhindert Verlust flüchtiger Fraktionen. Nach der Alterung wird die Probe gekühlt, durch eine 0,8 µm Porenmembran filtriert (filtrierte Sedimente) und Gefäße werden mit dreikomponentigem Lösungsmittel (Toluol/Aceton/Methanol) gewaschen, um anhaftende Sedimente zu sammeln. Nach Lösungsmittelverdampfung werden beide Arten von Sedimenten gewogen und summiert.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Oxidationstemperatur95°C ± 1°C
Oxidationszeit16 h
Sauerstoffdurchfluss3 L/h
Probenvolumen350 mL (nach Filtration)
PN-EN 590 Grenzwert≤25 g/m³ Gesamtsedimente
Wiederholbarkeit8 g/m³ (bei 25 g/m³ Niveau)

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 12205:2006
Titel (PL)
Przetwory naftowe — Oznaczanie stabilności oksydacyjnej średnich destylatów naftowych
Title (EN)
Petroleum products — Determination of the oxidation stability of middle-distillate fuels

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Probenvorbereitung

Filtrieren Sie Dieselkraftstoffprobe durch 0,8 µm Membran zur Entfernung fester Verunreinigungen. Messen Sie 350 mL gefilterten Kraftstoff in Glasrohr.

⏱ Zeit: 15 min

2. Gerätevorbereitung

Waschen Sie Rohre und Kühler mit dreikomponentigem Lösungsmittel, dann Aceton. Trocknen. Montieren Sie Rohr mit Probe im Heizblock.

⏱ Zeit: 20 min

3. Kühler- und Sauerstoffanschluss

Montieren Sie Rückflusskühler auf Rohr. Schließen Sie Sauerstoffleitung mit Glasrohr an, das bis zum Rohrboden reicht. Stellen Sie O₂-Durchfluss auf 3 L/h ein.

⏱ Zeit: 10 min

4. Erhitzen auf 95°C

Stellen Sie Blocktemperatur auf 95°C ± 1°C ein. Warten Sie, bis Probe Solltemperatur erreicht.

⏱ Zeit: 30 min • 🌡 Temperatur: 95°C

5. Oxidation — 16 Stunden

Starten Sie Zeitzählung ab Erreichen von 95°C. Perlen Sie Sauerstoff kontinuierlich für 16 h durch. Überwachen Sie Durchfluss und Temperatur.

⏱ Zeit: 16 h • 🌡 Temperatur: 95°C

6. Probenkühlung

Nach 16 h schalten Sie Heizung und Sauerstoffzufuhr aus. Kühlen Sie Probe auf Raumtemperatur ab, ohne System zu demontieren.

⏱ Zeit: 2 h

7. Filtration — filtrierte Sedimente

Filtrieren Sie gekühlte Probe durch vorgewogene 0,8 µm Membran unter Vakuum. Spülen Sie Filtrat mit n-Heptan.

⏱ Zeit: 30 min

8. Gefäßwaschen — anhaftende Sedimente

Waschen Sie Rohr, Kühler und Rohre mit dreikomponentigem Lösungsmittel (Toluol:Aceton:Methanol 1:1:1). Sammeln Sie Spülungen in Wägegefäß.

⏱ Zeit: 20 min

9. Trocknen und Wägen

Trocknen Sie Membran und Gefäß mit Spülungen im Ofen (110°C). Kühlen Sie im Exsikkator ab. Wiegen Sie auf 0,1 mg genau.

⏱ Zeit: 2 h • 🌡 Temperatur: 110°C

10. Ergebnisberechnung

Filtrierte Sedimente [g/m³] = (Sedimentmasse auf Filter / 0,350) × 1000. Anhaftende Sedimente — ähnlich. Gesamt = Summe beider Fraktionen.

11. Ergebnisbewertung

Vergleichen Sie Ergebnis mit PN-EN 590 Grenzwert (≤25 g/m³). Für Duplikate prüfen Sie Wiederholbarkeit. Runden Sie Ergebnis auf 1 g/m³.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
OxidationsstabilitätsgerätKoehler K12100/K12200 (4–8 Positionen), Normalab OSFM 436, Stanhope-Seta 15450-240 000–90 000 PLN
RückflusskühlerGlaskühler passend zum Gerät, Kühlwasserim Gerätesatz enthalten
SauerstoffzufuhrsystemMedizinischer O₂-Zylinder 5.0, Regler, Rotameter 3 L/h500–2 000 PLN + Zylinder
VakuumfiltrationssetSaugflasche, Büchner-Trichter, 0,8 µm Membranen (Millipore, Whatman)2 000–5 000 PLN
Analysenwaage (d=0,1 mg)Mettler Toledo ME204, Sartorius Secura 2245 000–15 000 PLN
LaborofenBinder ED 56, Memmert UF555 000–12 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Sauerstoffgas (Reinheit ≥99,5%)7782-44-7Zum Durchperlen durch Probe, Zylinder mit Regler und Rotameter
Toluol108-88-3Analysenqualität, Bestandteil des dreikomponentigen Lösungsmittels zum Waschen von Gefäßen
Aceton67-64-1Analysenqualität, Bestandteil des dreikomponentigen Lösungsmittels
Methanol67-56-1Analysenqualität, Bestandteil des dreikomponentigen Lösungsmittels (Verhältnis 1:1:1)
Filtermembranen 0,8 µmCellulose- oder PTFE-Membranen, Ø 47 mm, zur Sedimentfiltration
n-Heptan142-82-5Zum vorläufigen Spülen von Filtern und Gefäßen vom Kraftstoff

Arbeitsschutz und Sicherheit

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