⛽ Schwefelgehalt in Kraftstoffen

Petrochemie PN-EN ISO 20846

Bestimmung des Schwefelgehalts in Automobilkraftstoffen im Bereich 3–500 mg/kg durch UV-Fluoreszenzmethode nach Verbrennung der Probe in sauerstoffreicher Atmosphäre.

Übersicht

Schwefel in Kraftstoffen ist einer der am strengsten kontrollierten Parameter aufgrund seiner negativen Umweltauswirkungen (SO₂-Emissionen, saurer Regen) und Haltbarkeit von Abgasreinigungssystemen (Vergiftung von Dreiwegekatalysator und Dieselpartikelfilter DPF). EU-Anforderungen begrenzen den Schwefelgehalt in Benzin und Diesel auf maximal 10 mg/kg (10 ppm) — sogenannte schwefelfreie Kraftstoffe.

Die Ultraviolett (UV)-Fluoreszenzmethode beinhaltet die Verbrennung der Kraftstoffprobe in einem Hochtemperaturofen (1000–1100°C) in sauerstoffreicher Atmosphäre, wodurch alle Schwefelverbindungen zu Schwefeldioxid (SO₂) umgewandelt werden. SO₂-Gas wird dann durch UV-Strahlung angeregt und emittiert charakteristische Fluoreszenz, deren Intensität proportional zur SO₂-Konzentration und damit zum Schwefelgehalt in der Probe ist.

Die Methode wird angewendet auf Ottokraftstoffe (einschließlich solcher mit bis zu 10% Ethanol), Dieselöle (einschließlich mit bis zu 30% FAME-Zusatz) und synthetische Kraftstoffe (HVO, GTL). Der Messbereich umfasst 3 bis 500 mg/kg Schwefel. Potenzielle Interferenzen sind Halogene (über 3500 mg/kg) und Stickstoff aus Cetanverbesserern.

Das Prüfergebnis ist in jedem Kraftstoffqualitätszertifikat gemäß PN-EN 590 (Diesel) und PN-EN 228 (Benzin) erforderlich. Es ist auch entscheidend für Schiffskraftstoffe (IMO 2020 Schwefelrichtlinie) und Flugkraftstoffe. Kraftstofflabore führen diese Bestimmung routinemäßig bei jeder Kraftstoffcharge durch.

Prinzip der Methode

Kraftstoffprobe wird (direkt oder nach Verdünnung) in Verbrennungsofen bei 1000–1100°C im Argon/Sauerstoffstrom eingebracht. In der Probe vorhandene Schwefelverbindungen werden zu SO₂ oxidiert. Verbrennungsgase werden getrocknet und zur UV-Detektionskammer geleitet. UV-Strahlung mit Wellenlänge ca. 220 nm regt SO₂-Moleküle an, die Fluoreszenz im Bereich 300–400 nm emittieren. Die Fluoreszenzintensität ist proportional zur SO₂-Konzentration (Beer-Lambert-Gesetz). Das Signal wird von einem Photomultiplier aufgezeichnet und basierend auf einer aus zertifizierten Standards erstellten Kalibrierkurve in Schwefelgehalt umgerechnet.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Messbereich3–500 mg/kg (Kraftstoffe), 3–45 mg/kg (synthetische Kraftstoffe)
Bestimmungsgrenze~1 mg/kg (geräteabhängig)
Wiederholbarkeit (10 mg/kg)±1,5 mg/kg
Vergleichbarkeit (10 mg/kg)±3,4 mg/kg
Verbrennungstemperatur1000–1100°C
Probenvolumen5–20 µL (Direktinjektion)

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 20846:2019
Titel (PL)
Przetwory naftowe — Oznaczanie zawartości siarki w paliwach samochodowych — Metoda fluorescencji w nadfiolecie
Title (EN)
Petroleum products — Determination of sulfur content of automotive fuels — Ultraviolet fluorescence method

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Analysatorinbetriebnahme

Analysator einschalten, Gasflaschenventile öffnen (Ar, O₂). Ofen auf Betriebstemperatur 1050°C aufheizen. UV-Detektor-Basislinie stabilisieren.

⏱ Zeit: 30–60 min • 🌡 Temperatur: 1050°C

2. Kalibrierung

Kalibrierkurve aus mindestens 3–5 Standards erstellen (z.B. 0, 5, 10, 50, 100 mg/kg S). Korrelationskoeffizient R² ≥ 0,999.

⏱ Zeit: 30 min

3. Probenvorbereitung

Kraftstoffprobe gründlich mischen. Für Proben mit hohem S-Gehalt — mit Isooctan verdünnen. Probenmasse aufzeichnen.

4. Blindwertmessung

Blindwertmessung durchführen (reines Isooctan oder sauberes Schiffchen) zur Bestimmung von Hintergrund und potentieller Verunreinigung.

5. Probeneinführung

Mit Mikrospritze 5–20 µL Probe aufnehmen und auf Keramikschiffchen oder direkt in Ofen injizieren (je nach Gerät).

⏱ Zeit: 1 min

6. Verbrennung und Detektion

Probe wird bei 1050°C in O₂/Ar-Atmosphäre verbrannt. SO₂ zur UV-Kammer transportiert, Fluoreszenzsignal aufgezeichnet. Analysenzeit pro Probe ca. 3–5 min.

⏱ Zeit: 3–5 min • 🌡 Temperatur: 1050°C

7. Ergebnisablesung

Software berechnet automatisch Schwefelgehalt basierend auf Kalibrierkurve und Probenmasse. Ergebnis in mg/kg.

8. Wiederholung und QC

Mindestens 2 Bestimmungen durchführen. Alle 10 Proben Kontrollprobe (CRM) messen. CRM-Ergebnis muss innerhalb zertifizierter Unsicherheitsgrenzen liegen.

9. Blindwertverifizierung

Nach Probenserie Blindwert durchführen — auf Speichereffekt (Carry-over) von Proben mit hohem Schwefelgehalt prüfen.

10. Gerätabschaltung

Nach Arbeitsende: Ofen abkühlen, Gasflaschen schließen, Gaspfad reinigen. Gasverbrauch und Schiffchen aufzeichnen.

⏱ Zeit: 15 min

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
UV-Fluoreszenz-SchwefelanalysatorAnalytik Jena multi EA 5100, Mitsubishi TS-100V120 000–250 000 PLN
KompaktanalysatorAnalytik Jena compEAct, HORIBA SLFA-6080 000–150 000 PLN
AutosamplerAutomatischer Probenaufgeber 50–100 Positionen30 000–60 000 PLN
Keramik/QuarzschiffchenVerbrennungsschiffchen, Einweg oder wiederverwendbar5–20 PLN/Stk. (Keramik)
Gasflaschen (Ar, O₂)Argon 5.0 (50 L), Sauerstoff 5.0 (50 L) mit Druckreglern500–1 200 PLN/Flasche
MikrospritzeHamilton 10–50 µL zur Dosierung flüssiger Proben400–1 200 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Schwefelstandards in BasisölZertifizierte CRM-Standards: 5, 10, 20, 50, 100, 500 mg/kg S in isoparaffinischem Öl, z.B. AccuStandard, Conostan
Isooctan (Lösungsmittel/Verdünnungsmittel)540-84-1Reinheit ≥99,5%, ultra-niedriger Schwefelgehalt (<0,5 mg/kg), zur Probenverdünnung
Toluol (schwefelarm)108-88-3Spektroskopische Reinheit, S-Gehalt <1 mg/kg, zur Reinigung und Verdünnung
Dibenzothiophen (Einzelverbindungsstandard)132-65-0Reinheit ≥99%, zur Herstellung von Arbeitsstandardlösungen
Argon 5.07440-37-1Trägergas, Reinheit ≥99,999%
Sauerstoff 5.07782-44-7Verbrennungsgas, Reinheit ≥99,999%

Arbeitsschutz und Sicherheit

🔍 Labor finden, das diese Prüfung durchführt