🦠 Nachweis von Salmonella spp.

Mikrobiologie PN-EN ISO 6579-1

Klassisches kulturelles Verfahren zum Nachweis von Salmonellen in Lebensmitteln und Futtermitteln. Vierstufiger Prozess: Voranreicherung → selektive Anreicherung → Ausstrich auf Selektivnährböden → Bestätigung.

Übersicht

Salmonella ist eine Gattung gramnegativer Stäbchenbakterien aus der Familie der Enterobacteriaceae und zählt zu den wichtigsten lebensmittelbedingten Krankheitserregern weltweit. Sie verursacht Salmonellose — eine Erkrankung, die sich durch Durchfall, Fieber und Bauchschmerzen äußert. Die häufigsten Spezies sind S. Enteritidis (Eier, Geflügel) und S. Typhimurium (Fleisch, Gemüse).

Die Norm PN-EN ISO 6579-1 ist der „Goldstandard“ für den Salmonellennachweis in Lebensmitteln, Futtermitteln und Umweltproben aus Lebensmittelproduktionsbetrieben. Die Methode ist horizontal — anwendbar auf alle Arten von Lebensmitteln und Futtermitteln. Sie wird durch die Verordnung (EG) 2073/2005 (mikrobiologische Kriterien) und nationale Monitoringprogramme gefordert.

Kriterium: Salmonella — in 25 g nicht nachweisbar (NICHT NACHGEWIESEN/ABSENT) für die meisten verzehrfertigen Lebensmittel, Fleisch, Eier und Säuglingsnahrung. Der Nachweis von Salmonellen in Lebensmitteln führt zum Rückruf der Charge vom Markt.

Prinzip der Methode

Vierstufige Methode basierend auf klassischer Kultur:

1. **Voranreicherung (Pre-enrichment)** — Probe in gepuffertem Peptonwasser (BPW), 18 h/37°C. Wiederbelebung geschädigter Zellen. 2. **Selektive Anreicherung** — Beimpfung in RVS (Rappaport-Vassiliadis) 41,5°C/24 h und MKTTn (Müller-Kauffmann mit Tetrathionat) 37°C/24 h. Selektive Hemmung der Begleitflora. 3. **Ausstrich auf selektiv-differenzierende Nährböden** — XLD-Agar + zweiter Nährboden (BGA, chromogen). Typische Kolonien: schwarzes Zentrum auf XLD (H₂S-Produktion). 4. **Biochemische und serologische Bestätigung** — TSI, LDC, Harnstoff, Indol, VP, Agglutination mit Antiseren.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
ErgebnisNachgewiesen / Nicht nachgewiesen in 25 g (Anwesenheit/Abwesenheit)
Probenmenge25 g (oder gemäß Norm angegeben)
Zeitdauer bis zum Ergebnis4–5 Arbeitstage
Nachweisgrenze1 Zelle / 25 g (theoretisch)
Inkubationstemperatur37°C (BPW, MKTTn), 41,5°C (RVS)
Spezifität>98% für die Gattung Salmonella

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 6579-1:2017
Titel (PL)
Mikrobiologia łańcucha żywnościowego — Horyzontalna metoda wykrywania, oznaczania liczby i serotypowania Salmonella — Część 1: Wykrywanie Salmonella spp.
Title (EN)
Microbiology of the food chain — Horizontal method for the detection, enumeration and serotyping of Salmonella — Part 1: Detection of Salmonella spp.

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Probenvorbereitung

25 g Probe in einen Stomacher-Beutel einwiegen. 225 mL gepuffertes Peptonwasser (BPW) zugeben. Verhältnis 1:10.

⏱ Zeit: 5 Min.

2. Homogenisierung

Im Stomacher 1–2 Minuten homogenisieren (Intensität abhängig von der Matrix: Fleisch — länger, Milch — kürzer).

⏱ Zeit: 2 Min.

3. Voranreicherung

Beutel mit Probe in BPW bei 37±1°C für 18±2 Stunden inkubieren. Ziel: Wiederbelebung geschädigter Salmonella-Zellen.

⏱ Zeit: 18 h • 🌡 Temperatur: 37°C

4. Selektive Anreicherung — RVS

0,1 mL der Voranreicherung in 10 mL RVS-Bouillon überführen. Bei 41,5±1°C für 24±3 Stunden inkubieren.

⏱ Zeit: 24 h • 🌡 Temperatur: 41,5°C

5. Selektive Anreicherung — MKTTn

1 mL der Voranreicherung in 10 mL MKTTn-Bouillon überführen. Bei 37±1°C für 24±3 Stunden inkubieren.

⏱ Zeit: 24 h • 🌡 Temperatur: 37°C

6. Ausstrich auf feste Nährböden

Aus beiden Bouillons mit der Impföse auf XLD-Agar und einen zweiten Nährboden (BGA oder chromogen) ausstreichen. 24±3 h/37°C inkubieren.

⏱ Zeit: 24 h • 🌡 Temperatur: 37°C

7. Kolonieablesung

Auf XLD: typische Kolonien — rosa-rot mit schwarzem Zentrum (H₂S+) oder ohne Zentrum (H₂S–). Auf BGA: rosa-rot umgeben von roter Zone.

8. Reinkulturisolierung

Mind. 5 verdächtige Kolonien von jedem Nährboden auswählen. Auf Nähragar überimpfen. 24 h/37°C inkubieren.

⏱ Zeit: 24 h • 🌡 Temperatur: 37°C

9. Biochemische Bestätigung

TSI: alkalische Schräge (K)/saurer Boden (A), Gas +, H₂S +/–. Harnstoff: negativ. LDC: positiv. Indol: negativ (in der Regel). VP: negativ.

10. Serologische Bestätigung

Objektträger-Agglutination mit polyvalenten Antiseren O und H. Positive Reaktion = Verklumpung innerhalb von 1 Min.

11. Ergebnisinterpretation

Biochemisch und serologisch bestätigte Kolonie = Salmonella NACHGEWIESEN in 25 g. Keine typischen Kolonien oder negative Bestätigung = NICHT NACHGEWIESEN.

12. Berichterstattung

Ergebnis: „Salmonella spp. nachgewiesen / nicht nachgewiesen in 25 g“. Optional: Serotypisierung (S. Enteritidis, S. Typhimurium usw.).

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
Brutschrank 37±1°CMemmert IN110, Binder BD 115, POL-EKO ST 25 000–15 000 PLN
Brutschrank / Wasserbad 41,5±1°CMemmert WNB 14, Wasserbad GFL 10033 000–10 000 PLN
Stomacher (Homogenisator)Seward Stomacher 400 Circulator, BagMixer 40012 000–25 000 PLN
AutoklavTuttnauer 3870ELV, Systec VX-7530 000–80 000 PLN
Sicherheitswerkbank Klasse IIESCO Airstream, Thermo MSC-Advantage25 000–60 000 PLN
Automatische PipettenEppendorf Research Plus 1 mL + 10 mL800–2 000 PLN/St.
KolonienezählerInterscience Scan 500, BZG 303 000–15 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Gepuffertes Peptonwasser (BPW)GemischPepton 10 g + NaCl 5 g + Na₂HPO₄ 3,5 g + KH₂PO₄ 1,5 g pro Liter. Merck 1.07228, Oxoid CM0509
RVS-Bouillon (Rappaport-Vassiliadis)Selektiv mit Malachitgrün und MgCl₂. Merck 1.07700, Oxoid CM0669. Inkubation 41,5°C.
MKTTn-Bouillon (Müller-Kauffmann)Mit Tetrathionat, Rindergalle und Novobiocin. Merck 1.05878. Inkubation 37°C.
XLD-Agar (Xylose-Lysin-Desoxycholat)Salmonella-Kolonien: rot mit schwarzem Zentrum (H₂S+). Merck 1.05287, Oxoid CM0469.
BGA-Agar (Brillantgrün-Agar)Zweiter Selektivnährboden. Salmonella-Kolonien: rosarot. Oxoid CM0329.
Nähragar (Nutrient Agar)Zur Isolierung von Reinkulturen, nicht-selektiver Nährboden.
TSI-Nährboden (Triple Sugar Iron)Bestätigung: K/A mit H₂S (alkalische Schräge, saurer Boden, schwarzer Niederschlag)
Harnstoffnährboden (Christensen)Salmonella — negativ (keine Harnstoffhydrolyse, kein Farbumschlag)
Lysindecarboxylase-Bouillon (LDC)Salmonella — positiv (Purpurfärbung)
Polyvalente Salmonella-Antiseren O und HbioMérieux, Denka Seiken — für die Objektträger-Agglutination

Arbeitsschutz und Sicherheit

Schulungs- und Videomaterialien

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