💊 Auflösungstest für Arzneimittel
Kurz gefasst
In-vitro-Freisetzungstest für Wirkstoffe aus Tabletten und Kapseln mittels USP-Apparaturen (Körbchen, Blattrührer, Durchflusszelle). Die Prüfung erfolgt nach Ph. Eur. 2.9.3 (Farmakopea Europejska, 11. wydanie); Mediumtemperatur: 37,0 ± 0,5°C. Das Verfahren umfasst 10 Schritte (insgesamt rund 1 Std. 1 Min.); eingesetzt wird sie unter anderem für: Qualitätskontrolle von Tabletten und Kapseln in jeder Produktionscharge, Bioäquivalenzstudien von Generika (Vergleich mit dem Referenzpräparat), Formulierungsentwicklung — Optimierung von Zusammensetzung und Herstellungsprozess.
Auf einen Blick
- Norm: Ph. Eur. 2.9.3 (Farmakopea Europejska, 11. wydanie)
- Kategorie: Pharmazie und Kosmetik
- Verfahrensschritte: 10
- Gesamtdauer der Schritte: 1 Std. 1 Min.
- Mediumtemperatur: 37,0 ± 0,5°C
- Mediumvolumen: 500–1000 mL (meist 900 mL)
- Rührergeschwindigkeit: 50–100 U/min (Blattrührer), 100 U/min (Körbchen)
Übersicht
Der Auflösungstest (Dissolution Test) ist eine der wichtigsten pharmazeutischen Untersuchungen zur Bestimmung der Geschwindigkeit und des Ausmaßes der Wirkstofffreisetzung aus festen oralen Darreichungsformen (Tabletten, Kapseln, Granulate) unter In-vitro-Bedingungen. Kapitel 2.9.3 des Europäischen Arzneibuchs (Ph. Eur.) definiert die Apparaturen, Prüfbedingungen und Akzeptanzkriterien.
Die Untersuchung ist für die Qualitätskontrolle von Arzneimitteln von entscheidender Bedeutung — das Auflösungsprofil korreliert mit der Bioverfügbarkeit des Arzneimittels in vivo. Im Zulassungsverfahren ist der Auflösungstest zum Nachweis der Bioäquivalenz von Generika mit dem Originalpräparat erforderlich. In der Routinequalitätskontrolle wird er für jede Produktionscharge durchgeführt.
Das Arzneibuch definiert 4 Hauptapparaturen: Apparatur 1 (Drehkörbchen), Apparatur 2 (Blattrührer), Apparatur 3 (oszillierender Zylinder) und Apparatur 4 (Durchflusszelle). Am häufigsten werden die Apparaturen 1 und 2 verwendet. Das Auflösungsmedium (üblicherweise 500–1000 mL Puffer mit definiertem pH-Wert) wird bei einer Temperatur von 37,0 ± 0,5°C gehalten und simuliert die Bedingungen des Gastrointestinaltrakts.
Die Ergebnisse von Ph. Eur. 2.9.3, USP <711> und JP 6.10 werden in den ICH-Regionen gegenseitig anerkannt, was die globale Arzneimittelzulassung erleichtert. Der Test ist international harmonisiert durch ICH Q4B Annex 7.
WARUM DER REITER „LABORATORIEN" BEI DIESEM EINTRAG LEER IST UND BLEIBEN WIRD (Messung 23.09.2026). Der Schlüssel „Ph. Eur. 2.9.3" kommt in den Akkreditierungsumfängen kein einziges Mal vor — und das ist kein Fehler des Schlüssels, sondern eine Eigenheit der Art, wie Laboratorien das Arzneibuch zitieren. Das Sieb funktioniert, wie die Positivkontrolle auf derselben Spalte zeigt: Der Bestandteil „Ph.Eur" allein kommt in 24 Positionen bei 6 Laboratorien vor, „Ph. Eur" mit Leerzeichen in 16 bei 6 und „Farmakopea" in 31 bei 5.
DER PUNKT IST, DASS DIE KAPITELNUMMER FAST NIE IM UMFANG STEHT. Die häufigsten Schreibweisen sind „Ph.Eur 12.1 wyd. 07.2025 Farmakopea Polska XIII wyd. 2023" (8-mal), „Farmakopea Polska" allein (5), „Farmakopea Europejska" (2), „Ph. Eur. 12 wydanie z 2025 r." (2) — das Laboratorium gibt also die AUSGABE des Arzneibuchs an, nicht die allgemeine Monographie, nach der es die Prüfung durchführt. Die Kapitelnummer erscheint nur ausnahmsweise und in anderer Form als im Titel der Monographie: „Ph.Eur.:2.6.1;04/2011:20601 corr. 7.7" oder „Farmakopea Polska - wydanie XIII 2023, p.2.6.12".
Den Schlüssel erweitern wir nicht auf den Bestandteil „Ph.Eur." allein, obwohl er 24 Positionen ergäbe: Er würde dann ALLE allgemeinen Monographien des Arzneibuchs auf einmal erfassen — Wirkstofffreisetzung, Sterilität, Endotoxine und einige Dutzend andere —, der Reiter zeigte also Laboratorien, die diese konkrete Methode gar nicht haben. Die leere Liste ist hier das Ergebnis einer Messung, nicht das Fehlen einer Messung.
ÜBERNAHME DER ADRESSE NACH DEM ZUSAMMENFÜHREN EINES DUBLETTS (23.09.2026). Dieselbe Monographie hatte im Portal zwei Einträge: „Test rozpuszczalności tabletek" [Wirkstofffreisetzung aus Tabletten] (5436 Zeichen, ohne Quellenteil) und diesen (8927 Zeichen). Beide beschrieben dieselbe Monographie Ph.Eur. 2.9.3, denselben Prüfgegenstand und dieselbe Apparatur, es war also ein Dublett, nicht zwei Darstellungen. Nach der in dieser Datenbank geltenden Regel ÜBERNIMMT DER REICHHALTIGERE INHALT DIE ÄLTERE ADRESSE: Dieser Eintrag steht jetzt unter der Adresse „rozpuszczanie-ph-eur-2-9-3", und der ärmere Eintrag wurde entfernt. Früher auf die ältere Adresse gesetzte Verweise führen also weiter, nur zu einer vollständigeren Beschreibung. NULL IM REITER „LABORATORIEN" BLEIBT UND IST WAHR — der Grund ist beim Schlüssel beschrieben: Die Laboratorien geben in ihren Umfängen die AUSGABE des Arzneibuchs an, nicht die Nummer der Monographie („Ph.Eur" 24 Positionen bei 6 Laboratorien, „Farmakopea" 31 bei 5), daher hat der Abgleich über die Nummer der Monographie nichts zu treffen, und eine Erweiterung des Schlüssels auf „Ph.Eur." würde Laboratorien zeigen, die ganz andere Arzneibuchprüfungen durchführen.
Prinzip der Methode
Eine Tablette oder Kapsel wird in ein Gefäß mit temperaturkontrolliertem Auflösungsmedium (37°C) eingebracht und mit vorgegebener Geschwindigkeit bewegt (Körbchen oder Blattrührer). In definierten Zeitabständen werden Proben des Mediums entnommen, filtriert und die Wirkstoffkonzentration spektrophotometrisch (UV-Vis) oder chromatographisch (HPLC) bestimmt. Das Ergebnis wird als Prozent der freigesetzten Arzneimitteldosis in Abhängigkeit von der Zeit ausgedrückt. Für den Einzeltest sind mind. 6 Gefäße (Dosierungseinheiten) erforderlich.
Anwendungen
- Qualitätskontrolle von Tabletten und Kapseln in jeder Produktionscharge
- Bioäquivalenzstudien von Generika (Vergleich mit dem Referenzpräparat)
- Formulierungsentwicklung — Optimierung von Zusammensetzung und Herstellungsprozess
- Stabilitätsstudien — Veränderungen des Auflösungsprofils über die Zeit
- Vergleich von Auflösungsprofilen (f1/f2 Ähnlichkeitsfaktor)
- Auflösungstest für Tabletten mit modifizierter Wirkstofffreisetzung (Extended-Release)
Schlüsselparameter
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Mediumtemperatur | 37,0 ± 0,5°C |
| Mediumvolumen | 500–1000 mL (meist 900 mL) |
| Rührergeschwindigkeit | 50–100 U/min (Blattrührer), 100 U/min (Körbchen) |
| Anzahl der Gefäße | 6 (S1), 12 (S2), 24 (S3) — Akzeptanzstufen |
| Akzeptanzkriterium (S1) | Jede der 6 Einheiten ≥ Q + 5% in der vorgegebenen Zeit |
| Auflösungsmedien | pH 1,2 (HCl), pH 4,5 (Acetat), pH 6,8 (Phosphat), Wasser |
Norm
- Normnummer
- Ph. Eur. 2.9.3 (Farmakopea Europejska, 11. wydanie)
- Titel (PL)
- Test rozpuszczalności stałych postaci leku
- Title (EN)
- Dissolution test for solid dosage forms
Schritt-für-Schritt-Verfahren
-
Medienvorbereitung
Auflösungsmedium gemäß Arzneimittelmonographie vorbereiten (pH 1,2 / 4,5 / 6,8 oder andere). Entgasung unter Vakuum oder Ultraschall.
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Befüllung der Gefäße
6 Gefäße mit abgemessenem Mediumvolumen (üblicherweise 900 mL) befüllen. In die Apparatur einsetzen und auf 37,0°C erwärmen.
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Temperaturkontrolle
Mediumtemperatur in jedem Gefäß mit kalibriertem Thermometer verifizieren. Toleranz ±0,5°C.
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Probeneinbringung
Je eine Tablette/Kapsel in jedes Gefäß einbringen. Für Apparatur 1 — im Körbchen. Für Apparatur 2 — direkt ins Gefäß (Sinker bei schwimmenden Formen).
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Start der Rührung
Rotation mit vorgegebener Geschwindigkeit starten (z.B. 50 U/min Blattrührer). Gleichzeitig Stoppuhr starten.
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Probenentnahme
Zu definierten Zeitpunkten (z.B. 5, 10, 15, 30, 45, 60 min) Mediumproben (5–10 mL) aus jedem Gefäß entnehmen. Durch 0,45 µm filtrieren.
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Mediumergänzung
Entnommenes Volumen mit frischem Medium bei 37°C ergänzen (oder Volumenkorrektur in den Berechnungen anwenden).
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Konzentrationsbestimmung
Absorbanz der Proben messen (UV-Vis) oder HPLC-Analyse durchführen. Konzentration aus der Kalibrierkurve berechnen.
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Berechnung der % Freisetzung
Prozent der freigesetzten Dosis berechnen: % = (C × V × 100) / (deklarierte Dosis). Volumenkorrektur für entnommenes Volumen berücksichtigen.
-
Ergebnisbewertung
Ergebnisse mit dem Akzeptanzkriterium vergleichen (S1: jede ≥ Q+5%). Bei Nichterfüllung — zu S2 (6+6) oder S3 (6+6+12) übergehen.
Erforderliche Geräte und Apparatur
| Gerät | Beispiel | Richtpreis |
|---|---|---|
| Auflösungstest-Apparatur | Agilent 708-DS, SOTAX AT Xtend, ERWEKA DT 820, Distek Evolution 6300 | 80 000–250 000 PLN |
| Wasserbad / Thermostat | In die Apparatur integriert, Stabilität ±0,5°C | Im Set enthalten |
| UV-Vis-Spektrophotometer | Agilent Cary 60, Shimadzu UV-1900i, Thermo Evolution 201 | 25 000–80 000 PLN |
| HPLC (alternativ) | Agilent 1260 Infinity II, Waters Alliance e2695, Shimadzu Nexera | 150 000–350 000 PLN |
| Spritzenfilter | PVDF/PTFE 0,45 µm, 25 mm, Millipore, Whatman | 200–500 PLN / 100 Stk. |
| Auflösungsgefäße | Glasgefäße 1000 mL mit Deckeln, nach USP-Spezifikation | 300–800 PLN / Stk. |
Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien
| Reagenz | CAS | Details |
|---|---|---|
| Salzsäure 0,1 mol/L (pH 1,2) | 7647-01-0 | Magensaftsimulierendes Medium, ohne Enzyme |
| Acetatpuffer pH 4,5 | 64-19-7 | Essigsäure + Natriumacetat, nach Ph. Eur. |
| Phosphatpuffer pH 6,8 | 7558-80-7 | Simulation der Dünndarm-Bedingungen, KH₂PO₄ + NaOH |
| Polysorbat 80 (Tween 80) | 9005-65-6 | Tensid als Zusatz zum Medium für schwer lösliche Substanzen (0,1–2%) |
| Referenzsubstanz | — | Wirkstoffstandard bekannter Reinheit zur Erstellung der Kalibrierkurve |
| Gereinigtes Wasser | — | Nach Ph. Eur. (Leitfähigkeit ≤ 4,3 µS/cm bei 20°C), als Medium oder Lösungsmittel |
Arbeitsschutz und Sicherheit
- Salzsäure 0,1 mol/L — ätzende Substanz, Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen
- Temperatur 37°C — Verbrühungsgefahr bei Verschütten des Mediums
- Glasgefäße — Vorsicht bei der Handhabung (Gewicht des gefüllten Gefäßes ~1 kg)
- Arbeit mit Wirkstoffen — entsprechenden Schutz verwenden (Kittel, Handschuhe)
- Entgasung unter Vakuum — maximal zulässigen Druck des Vakuumgefäßes nicht überschreiten
Häufige Fragen
Welche Norm beschreibt diese Prüfung?
Die Prüfung erfolgt nach Ph. Eur. 2.9.3 (Farmakopea Europejska, 11. wydanie) — „Dissolution test for solid dosage forms“.
Wie funktioniert diese Methode?
Eine Tablette oder Kapsel wird in ein Gefäß mit temperaturkontrolliertem Auflösungsmedium (37°C) eingebracht und mit vorgegebener Geschwindigkeit bewegt (Körbchen oder Blattrührer). In definierten Zeitabständen werden Proben des Mediums entnommen, filtriert und die Wirkstoffkonzentration spektrophotometrisch (UV-Vis) oder chromatographisch (HPLC) bestimmt.
Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?
Mediumtemperatur: 37,0 ± 0,5°C; Mediumvolumen: 500–1000 mL (meist 900 mL); Rührergeschwindigkeit: 50–100 U/min (Blattrührer), 100 U/min (Körbchen); Anzahl der Gefäße: 6 (S1), 12 (S2), 24 (S3) — Akzeptanzstufen.
Wie lange dauert die Prüfung?
Die für die einzelnen Schritte angegebenen Zeiten ergeben zusammen rund 1 Std. 1 Min. Das Verfahren umfasst 10 Schritte.
Welche Geräte werden benötigt?
Auflösungstest-Apparatur, Wasserbad / Thermostat, UV-Vis-Spektrophotometer, HPLC (alternativ), Spritzenfilter, Auflösungsgefäße. Richtpreis für das Kerngerät (Auflösungstest-Apparatur): 80 000–250 000 PLN.
Wo wird diese Prüfung eingesetzt?
Qualitätskontrolle von Tabletten und Kapseln in jeder Produktionscharge; Bioäquivalenzstudien von Generika (Vergleich mit dem Referenzpräparat); Formulierungsentwicklung — Optimierung von Zusammensetzung und Herstellungsprozess; Stabilitätsstudien — Veränderungen des Auflösungsprofils über die Zeit; Vergleich von Auflösungsprofilen (f1/f2 Ähnlichkeitsfaktor); Auflösungstest für Tabletten mit modifizierter Wirkstofffreisetzung (Extended-Release).
Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?
Salzsäure 0,1 mol/L — ätzende Substanz, Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen; Temperatur 37°C — Verbrühungsgefahr bei Verschütten des Mediums; Glasgefäße — Vorsicht bei der Handhabung (Gewicht des gefüllten Gefäßes ~1 kg); Arbeit mit Wirkstoffen — entsprechenden Schutz verwenden (Kittel, Handschuhe); Entgasung unter Vakuum — maximal zulässigen Druck des Vakuumgefäßes nicht überschreiten.
Welches Labor führt diese Prüfung durch?
Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer Ph. Eur. 2.9.3.