🌿 Radonmessung in Gebäuden

Umwelt PN-EN ISO 11665-4/-8

Messung der durchschnittlichen Radon-(²²²Rn)-Konzentration in Innenluft von Gebäuden mittels Passivdetektoren (Alphaspuren). Obligatorische Untersuchung in erhöhten Risikozonen.

Übersicht

Radon-222 ist ein natürliches radioaktives Edelgas, ein Zerfallsprodukt von Radium-226 in der Erdkruste. Radon dringt durch Risse in Fundamenten, Rohre und Spalten in Gebäude ein und reichert sich in Kellern und Erdgeschossen an. Es ist die zweite (nach Rauchen) Ursache für Lungenkrebs — WHO schätzt 3–14% der Lungenkrebstodesfälle auf Radon zurück.

EURATOM-Richtlinie 2013/59 legt einen Referenzwert von 300 Bq/m³ für bestehende Gebäude fest. In Polen werden Radonmessungen durch Atomgesetz und Vorschriften des Präsidenten der PAA geregelt. Die Messung erfolgt mit passiven CR-39-Detektoren (Alpha-Track-Detektoren), die 2–12 Monate exponiert werden, um zuverlässige Durchschnittskonzentration zu erhalten.

Prinzip der Methode

Ein Passivdetektor (CR-39-Folie in Diffusionsgehäuse) wird 2–12 Monate lang in einem Raum exponiert. Alphateilchen, die von Radon und seinen Folgeprodukten (²¹⁸Po, ²¹⁴Po) emittiert werden, hinterlassen mikroskopische Spuren in der CR-39-Folie. Nach der Exposition wird die Folie in NaOH (6 mol/L, 90°C, 6 h) geätzt, was die Spuren auf unter dem Mikroskop sichtbare Größen vergrößert. Die Anzahl der Spuren pro cm² ist proportional zur Radonkonzentration × Expositionszeit. Die Konzentration wird aus der Kalibrierung (Detektorkalibrierungsfaktor) berechnet.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Messbereich20–10.000 Bq/m³
Nachweisgrenze20 Bq/m³ (bei 3 Monaten Exposition)
Referenzwert (EU)300 Bq/m³ (bestehende Gebäude)
Expositionszeit2–12 Monate (empfohlen ≥3 Monate)
Messunsicherheit±15–25% (bei Konzentration >100 Bq/m³)

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 11665-4:2020, PN-EN ISO 11665-8:2020
Titel (PL)
Pomiary promieniotwórczości w środowisku — Powietrze: radon-222 — Część 4: Zintegrowana metoda pomiaru średniego stężenia aktywności z użyciem pasywnych próbników
Title (EN)
Measurement of radioactivity in the environment — Air: radon-222 — Part 4: Integrated measurement method for determining average activity concentration using passive sampling

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Detektorplatzierung

2 Detektoren auf niedrigster bewohnter Etage (Schlafzimmer, Wohnzimmer) platzieren. Höhe 0,5–2 m, entfernt von Fenstern und Lüftung.

⏱ Zeit: 15 min

2. Exposition

Detektoren 3–12 Monate belassen. Start- und Enddatum mit 1-Tages-Genauigkeit aufzeichnen.

⏱ Zeit: 3–12 Monate

3. Detektorabholung

Detektoren im Gehäuse verschließen und an analytisches Labor senden.

⏱ Zeit: 10 min

4. Chemische Ätzung

CR-39-Folie in 6 mol/L NaOH, 90°C, 6 h ätzen. Nach Ätzung in destilliertem Wasser spülen und trocknen.

⏱ Zeit: 7 h • 🌡 Temperatur: 90°C

5. Spurenzählung

Alphaspuren unter Mikroskop zählen (automatisch oder manuell). Typisch 3–10 Sichtfelder pro Detektor.

⏱ Zeit: 15 min/Detektor

6. Konzentrationsberechnung

C [Bq/m³] = (Spurendichte − Hintergrund) / (Kalibrierungsfaktor × Expositionszeit). Ergebnis als jährliche Durchschnittskonzentration.

⏱ Zeit: 10 min

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
CR-39-PassivdetektorenRadosys RS Radon, NRPB/PHE Track-etch, Gammadata Rapidos30–80 PLN/Stk.
Ätz-ZählsystemRadosys RSV-8, TASL Radometer (automatisch)50.000–150.000 PLN
Wasserbad mit Thermostat90°C ± 1°C, für CR-39-Ätzung3.000–8.000 PLN
Mikroskop mit automatischer ZählungOlympus BX53 mit Kamera + Software30.000–80.000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Natriumhydroxid NaOH1310-73-26 mol/L Lösung (240 g/L) für CR-39-Ätzung
Destilliertes WasserZum Spülen der Folie nach Ätzung

Arbeitsschutz und Sicherheit

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