⛽ Koksrückstand (Mikro)

Petrochemie PN-EN ISO 10370

Kurz gefasst

Bestimmung des Koksrückstands nach Verdampfung und Pyrolyse von Erdölprodukten in Stickstoffatmosphäre bei 500°C. Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 10370:2014; Bestimmungsbereich: 0,10–30,0% m/m. Das Verfahren umfasst 10 Schritte (insgesamt rund 2 Std. 35 Min.–2 Std. 50 Min.); eingesetzt wird sie unter anderem für: Schiffskraftstoff-Qualitätsbewertung (ISO 8217 — CR-Grenzwert nach Kategorie), Diesel- und Schweröl-Kontrolle, Rohölcharakterisierung — Destillationsausbeuteprognose.

Auf einen Blick

  • Norm: PN-EN ISO 10370:2014
  • Kategorie: Petrochemie
  • Verfahrensschritte: 10
  • Gesamtdauer der Schritte: 2 Std. 35 Min.–2 Std. 50 Min.
  • Bestimmungsbereich: 0,10–30,0% m/m
  • Pyrolysetemperatur: 500°C ± 2°C
  • Probenmasse: 0,15–1 g (im Glasröhrchen)

Übersicht

Koksrückstand (CR — Carbon Residue) ist ein Maß für die Neigung eines Erdölprodukts zur Bildung von Kohlenstoffablagerungen (Koks) unter Hochtemperatur-Thermodegradationsbedingungen. Dieser Parameter ist entscheidend für die Qualitätsbewertung von Schwerölen, Dieselölen, Schmierölen und Rohöl, da er direkt mit dem Gehalt an Asphaltenen, Harzen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen korreliert.

Die Mikromethode gemäß ISO 10370 ersetzte die ältere, klassische Conradson-Methode (ISO 6615) und Ramsbottom-Methode (ISO 4262). Vorteile der Mikromethode sind: geringerer Probenverbrauch (ca. 0,15–1 g vs. 10 g), Eliminierung offener Flamme, Möglichkeit gleichzeitiger Prüfung von bis zu 12 Proben, bessere Wiederholbarkeit und Arbeitssicherheit (inerte N₂-Atmosphäre).

Hohe CR-Werte weisen auf das Vorhandensein schwerer Fraktionen hin, die beim Verbrennen in Motoren oder Kesseln Ablagerungen, Sedimente und Verstopfungen bilden. In Schiffskraftstoffspezifikationen (ISO 8217) ist CR einer der limitierenden Parameter. In Rohöl dient CR zur Bewertung der Effizienz des Vakuumdestillationsprozesses und der Tiefe der Umwandlung in Crackingprozessen.

Mikromethod-Ergebnisse im Bereich 0,10–25,0% m/m sind äquivalent zu klassischen Conradson-Methode-Ergebnissen. Für Proben mit erwartetem Rückstand unter 0,10% m/m wird der gemäß ISO 3405 hergestellte 10% (V/V) Destillationsrückstand getestet.

Prinzip der Methode

Eine gewogene Probenportion (0,15–1 g) wird in ein Glasprüfröhrchen innerhalb eines Aluminium-Heizblocks gegeben. Das Röhrchen wird kontrolliert in Stickstoffatmosphäre (Inertgas) auf 500°C ± 2°C erhitzt. Während der Erhitzung erfolgt Verdampfung flüchtiger Fraktionen und Pyrolyse schwerer Komponenten. Stickstoff, der durch das System fließt, entfernt Pyrolysedämpfe und -gase und verhindert Oxidation. Nach Abkühlung wird der Kohlenstoffrückstand im Röhrchen gewogen. Das Ergebnis wird als Massenprozent des Rückstands bezogen auf die Probenmasse ausgedrückt.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Bestimmungsbereich0,10–30,0% m/m
Pyrolysetemperatur500°C ± 2°C
Probenmasse0,15–1 g (im Glasröhrchen)
InertgasStickstoff, Reinheit ≥99,9%
Wiederholbarkeit0,03 × Durchschnittsergebnis (für CR >0,10%)
Bestimmungszeit45–60 min (automatischer Zyklus)

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 10370:2014
Titel (PL)
Przetwory naftowe — Oznaczanie pozostałości po koksowaniu — Metoda mikro
Title (EN)
Petroleum products — Determination of carbon residue — Micro method

Schritt-für-Schritt-Verfahren

  1. Röhrchenvorbereitung

    Waschen Sie Glasröhrchen mit Toluol und Aceton. Trocknen Sie im Ofen (110°C, 30 min). Kühlen Sie im Exsikkator ab und wiegen Sie auf 0,01 mg genau.

    ⏱ Zeit: 40 min • 🌡 Temperatur: 110°C

  2. Probenwägung

    Wiegen Sie 0,15–1 g Probe in Röhrchen auf 0,01 mg genau. Für Proben mit niedrigem CR verwenden Sie größeres Gewicht (näher an 1 g). Für Schweröle — ca. 0,15 g.

    ⏱ Zeit: 5 min

  3. Platzierung im Gerät

    Setzen Sie Röhrchen in Aluminium-Heizblock-Buchsen des Geräts ein (max. 12 Positionen gleichzeitig). Stellen Sie sicher, dass Röhrchen richtig sitzen.

    ⏱ Zeit: 5 min

  4. Stickstoffanschluss

    Schließen Sie Stickstoffleitung an und stellen Sie Durchfluss auf vom Gerätehersteller empfohlenen Wert ein (typisch 150–600 mL/min). Prüfen Sie Anschlussdichtheit.

    ⏱ Zeit: 3 min

  5. Heizzyklusprogrammierung

    Stellen Sie Temperaturprogramm ein: Heizrampe auf 500°C mit ca. 10°C/min, Halten bei 500°C für 15 min, Abkühlung.

    ⏱ Zeit: 2 min • 🌡 Temperatur: 500°C

  6. Testdurchführung

    Starten Sie automatischen Zyklus. Gerät erhitzt Proben in N₂-Atmosphäre, Dämpfe werden durch Gasstrom entfernt. Zyklus dauert ca. 45–60 min.

    ⏱ Zeit: 45–60 min • 🌡 Temperatur: 500°C

  7. Abkühlung

    Warten Sie nach Zyklusabschluss auf Blockabkühlung auf Raumtemperatur. Öffnen Sie Gerät nicht vor Erreichen sicherer Temperatur.

    ⏱ Zeit: 30 min

  8. Rückstandswägung

    Nehmen Sie Röhrchen heraus, platzieren Sie im Exsikkator für 15 min, dann wiegen Sie auf 0,01 mg genau.

    ⏱ Zeit: 20 min

  9. Ergebnisberechnung

    CR [% m/m] = [(Röhrchenmasse mit Rückstand − leere Röhrchenmasse) / Probenmasse] × 100.

    ⏱ Zeit: 5 min

  10. Qualitätskontrolle

    Vergleichen Sie Duplikate mit Wiederholbarkeitsgrenzen. Analysieren Sie CRM jede Serie. Reinigen Sie Gerät und entsorgen Sie gebrauchte Röhrchen.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
Mikro-KoksrückstandsgerätPAC Alcor MCRT-160, Tanaka ACR-100M, Normalab NCR M1080 000–180 000 PLN
Einweg-GlasröhrchenBorosilikat-Röhrchen für MCRT, Packung 100 Stk.800–1 500 PLN / 100 Stk.
Analysenwaage (d=0,01 mg)Mettler Toledo XPR205, Sartorius Cubis II, Radwag XA 210.5Y15 000–40 000 PLN
Stickstoffzylinder + ReglerTechnischer Stickstoff 5.0, 50 L Zylinder, zweistufiger Regler300–800 PLN / Zylinder + 1 500 PLN Regler
Exsikkator mit KieselgelGlasexsikkator Ø 200 mm, Duran400–1 200 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Stickstoffgas (Reinheit ≥99,9%)7727-37-9Inertgas für Durchfluss durch Gerät, verhindert Probenoxidation
Toluol108-88-3Analysenqualität, zum Waschen von Geräten und Röhrchen
Aceton67-64-1Analysenqualität, zum Reinigen und Entfetten von Röhrchen
Referenzmaterial (CRM)Zertifiziertes Referenzmaterial zur Validierung, z.B. Referenzöl NIST / Paragon Scientific

Arbeitsschutz und Sicherheit

Häufige Fragen

Welche Norm beschreibt diese Prüfung?

Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 10370:2014 — „Petroleum products — Determination of carbon residue — Micro method“.

Wie funktioniert diese Methode?

Eine gewogene Probenportion (0,15–1 g) wird in ein Glasprüfröhrchen innerhalb eines Aluminium-Heizblocks gegeben. Das Röhrchen wird kontrolliert in Stickstoffatmosphäre (Inertgas) auf 500°C ± 2°C erhitzt.

Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?

Bestimmungsbereich: 0,10–30,0% m/m; Pyrolysetemperatur: 500°C ± 2°C; Probenmasse: 0,15–1 g (im Glasröhrchen); Inertgas: Stickstoff, Reinheit ≥99,9%.

Wie lange dauert die Prüfung?

Die für die einzelnen Schritte angegebenen Zeiten ergeben zusammen rund 2 Std. 35 Min.–2 Std. 50 Min. Das Verfahren umfasst 10 Schritte.

Welche Geräte werden benötigt?

Mikro-Koksrückstandsgerät, Einweg-Glasröhrchen, Analysenwaage (d=0,01 mg), Stickstoffzylinder + Regler, Exsikkator mit Kieselgel. Richtpreis für das Kerngerät (Mikro-Koksrückstandsgerät): 80 000–180 000 PLN.

Wo wird diese Prüfung eingesetzt?

Schiffskraftstoff-Qualitätsbewertung (ISO 8217 — CR-Grenzwert nach Kategorie); Diesel- und Schweröl-Kontrolle; Rohölcharakterisierung — Destillationsausbeuteprognose; Basis- und Schmierölprüfung — Neigung zur Ablagerungsbildung; Raffinerieprozess-Kontrolle (Cracken, verzögertes Verkoken); Asphalt- und Erdölbitumen-Qualitätsbewertung.

Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?

Temperatur 500°C — ernsthaftes Verbrennungsrisiko, berühren Sie nicht den Heizblock; Stickstoff — erstickend wirkendes Gas, sorgen Sie für Raumbelüftung (Risiko der Sauerstoffverdrängung); Erdölproben — brennbar, fern von Wärme- und Feuerquellen lagern; Toluol, Aceton — brennbar und reizend, arbeiten Sie unter Abzug; Verwenden Sie hitzebeständige Handschuhe beim Herausnehmen von Röhrchen.

Welches Labor führt diese Prüfung durch?

Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer PN-EN ISO 10370.

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