⛽ Sulfatasche von Ölen

Petrochemie PN-EN ISO 3987

Bestimmung des Sulfataschegehalts in Schmierölen mit metallorganischen Additiven. Maß für Metallgehalt (Ca, Mg, Zn, Ba) in Additivpaketen.

Übersicht

Sulfatasche ist der anorganische (mineralische) Rückstand nach Verbrennung von Schmieröl und Behandlung des Rückstands mit Schwefelsäure gefolgt von Glühen bei 775°C. Dies ist ein wichtiger Qualitätsparameter für Motor- und Industrieöle, da er den Gehalt metallorganischer Additivpakete darstellt — hauptsächlich Detergenzien (Ca-, Mg-Verbindungen), Dispergiermittel und Antioxidantien (Zn-Verbindungen — ZDDP).

Der Sulfataschegehalt ist entscheidend für die Ölkompatibilität mit Abgasnachbehandlungssystemen: DPF/FAP-Filter (Dieselmotoren) und TWC-Katalysatoren (Benzinmotoren). Zu hohe Sulfatasche führt zu schnellerem Verstopfen von Partikelfiltern und Katalysatorvergiftung. Daher haben moderne Motorölspezifikationen (ACEA C1–C5, API SP) Sulfataschegrenzen eingeführt — z.B. verlangt ACEA C1 ≤0,5 % m/m, und ACEA C3 erlaubt ≤0,8 % m/m.

Die ISO 3987-Methode deckt den Bereich von 0,005 % bis 25 % m/m ab und gilt für ungebrauchte Schmieröle mit Additivpaketen sowie für Additivkonzentrate selbst. Sie ist nicht geeignet für gebrauchte Öle mit Bleigehalt oder für Grundöle ohne Additive (für diese wird ISO 6245 — normale Asche verwendet).

Testergebnisse werden als Massenprozent (% m/m) Sulfatasche ausgedrückt. Typische Werte: konventionelles Motoröl 0,8–1,5 %, Low-SAPS-Öl (ACEA C) 0,5–0,8 %, Grundöl ohne Additive <0,005 %.

Prinzip der Methode

Eine gewogene Ölprobe wird in einem Platin- oder Porzellantiegel bis zur vollständigen Verkohlung verbrannt. Der Kohlerückstand wird mit Schwefelsäure (H2SO4) befeuchtet, die mit Metalloxiden unter Bildung von Sulfaten reagiert. Dann wird der Tiegel in einem Muffelofen bei 775°C geglüht, bis vollständige Kohleverbrennung und konstante Masse erreicht ist. Metallsulfate (CaSO4, MgSO4, ZnSO4, BaSO4) bilden die Sulfatasche. Der Prozess der Schwefelsäurebehandlung und des Glühens wird wiederholt, bis konstante Masse erreicht ist (Differenz zwischen aufeinanderfolgenden Wägungen ≤0,5 mg).

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Messbereich0,005–25 % m/m
Glühtemperatur775 ± 25°C
ACEA C1 Grenzwert≤0,5 % m/m
ACEA C3 Grenzwert≤0,8 % m/m
Typisches Motoröl0,8–1,5 % m/m
Wiederholbarkeit0,016 × X (X = Ergebnis in %)

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 3987:2010
Titel (PL)
Przetwory naftowe — Oznaczanie popiolu siarczanowego w olejach smarowych i dodatkach uszlachetniajacych
Title (EN)
Petroleum products — Determination of sulfated ash in lubricating oils and additives

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Tiegelvorbereitung

Tiegel in Muffelofen glühen (775°C, 30 min). In Exsikkator abkühlen. Mit 0,1 mg Genauigkeit wiegen.

⏱ Zeit: 60 min • 🌡 Temperatur: 775°C

2. Probenwägung

Ölprobe in Tiegel wiegen: 5–10 g für Öle mit erwartetem Aschegehalt <1 %, 1–5 g für höhere Gehalte. Masse mit 0,1 mg Genauigkeit aufzeichnen.

⏱ Zeit: 5 min

3. Vorläufiges Verbrennen

Probe mit Brenner oder auf Heizplatte entzünden. Öl vorsichtig verbrennen, Spritzen vermeiden. Bis zur Verkohlung fortsetzen.

⏱ Zeit: 15–30 min

4. Schwefelsäurebehandlung

Nach Abkühlen einige Tropfen Wasser, dann 1–2 mL konzentrierte Schwefelsäure zugeben. Vorsichtig erhitzen bis Rauch aufhört.

⏱ Zeit: 15 min

5. Glühen im Muffelofen

Tiegel in auf 775°C aufgeheizten Muffelofen stellen. 30 min glühen. In Exsikkator auf Raumtemperatur abkühlen.

⏱ Zeit: 60 min • 🌡 Temperatur: 775°C

6. Wiederholte H2SO4-Behandlung

Tiegel wiegen. Wenn Ergebnis instabil: erneut H2SO4 zugeben und Glühen wiederholen (775°C, 30 min). Bis konstante Masse (±0,5 mg) fortsetzen.

⏱ Zeit: 60 min • 🌡 Temperatur: 775°C

7. Endwägung

Nach Erreichen konstanter Masse Tiegel mit Asche auf Analysenwaage wiegen. Endmasse aufzeichnen.

⏱ Zeit: 5 min

8. Blindprobe

Blindprobe durchführen — 1 mL H2SO4 zu leerem Tiegel geben, wie oben glühen. Rückstand wiegen (Korrektur).

⏱ Zeit: 90 min

9. Ergebnisberechnung

Sulfatasche [% m/m] = [(m3 - m1) - B] × 100 / m_Probe, wobei m3 = Tiegelmasse mit Asche, m1 = leere Tiegelmasse, B = Blindwert.

10. Berichterstattung

Ergebnis in % m/m mit 0,001 % Genauigkeit (für Werte <0,1 %) oder 0,01 % (für Werte >0,1 %) angeben. Mit Ölspezifikationsanforderungen vergleichen.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
Muffelofen (775°C)Nabertherm L 3/11, Carbolite CWF 1200, POL-EKO SLF 508.000–25.000 PLN
Platin- oder PorzellantiegelPlatintiegel 50 mL (beste Genauigkeit) oder Porzellan5.000–15.000 PLN (Pt) / 50–200 PLN (Porzellan)
Analysenwaage (d = 0,1 mg)Mettler Toledo XPR205, Sartorius Secura 225D8.000–25.000 PLN
Gasbrenner oder HeizplatteBunsen- / Teclu-Brenner oder Heizplatte für vorläufiges Verbrennen200–2.000 PLN
Exsikkator ohne TrockenmittelGlasexsikkator zum Abkühlen von Tiegeln nach Glühen300–800 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Konzentrierte Schwefelsäure (95–98%)7664-93-9Zur Behandlung des Rückstands nach Verbrennung, analysenrein
Destilliertes Wasser7732-18-5Zum Befeuchten des Rückstands vor Schwefelsäurezugabe
Ethanol oder Methanol64-17-5Zum Befeuchten der Probe vor Verbrennung (erleichtert gleichmäßiges Brennen)

Arbeitsschutz und Sicherheit

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