⚛️ Blei im Wasser — GF-AAS

Physikochemie PN-EN ISO 15586

Bestimmung von Spurenkonzentrationen von Blei im Wasser durch Atomabsorptionsspektrometrie mit elektrothermischer Atomisierung im Graphitrohr (GF-AAS). Nachweisgrenze von etwa 0,5 µg/L.

Übersicht

Blei (Pb) ist eines der gefährlichsten Schwermetalle, die Wasser verunreinigen. Selbst niedrige Bleikonzentrationen sind toxisch — sie beeinträchtigen das Nervensystem (besonders bei Kindern), das blutbildende, Nieren- und Fortpflanzungssystem. Die zulässige Bleikonzentration im Trinkwasser beträgt 10 µg/L (nach EU-Richtlinie 2020/2184) mit Tendenz zur Senkung auf 5 µg/L. Die Quelle von Blei im Trinkwasser sind hauptsächlich alte Installationen mit Bleirohren und Messingarmaturen.

Die GF-AAS (Graphite Furnace Atomic Absorption Spectrometry) Methode ist die Referenztechnik zur Bleibestimmung auf Spurenniveau. Das Graphitrohr bietet eine viel höhere Empfindlichkeit als die Flammentechnik (FAAS) — die Nachweisgrenze für Pb beträgt etwa 0,5 µg/L gegenüber etwa 10 µg/L bei FAAS. Ein kleines Probenvolumen (10–20 µL), das automatisch in das Graphitrohr dosiert wird, wird einem mehrstufigen Temperaturprogramm unterzogen: Trocknung → Pyrolyse (Matrixentfernung) → Atomisierung → Reinigung.

Die Norm PN-EN ISO 15586 ist eine Referenzmethode zur Bestimmung von 17 Spurenelementen (Ag, Al, As, Cd, Co, Cr, Cu, Fe, Mn, Mo, Ni, Pb, Sb, Se, Tl, V, Zn) in Oberflächen-, Grund-, Trinkwasser und Abwasser. Für jedes Element sind optimale instrumentelle Bedingungen, Matrixmodifikatoren und Temperaturprogramme festgelegt.

Entscheidend für die Qualität der Ergebnisse ist die Verwendung von Matrixmodifikatoren — für Blei wird am häufigsten Magnesiumnitrat Mg(NO₃)₂ oder eine Mischung aus Mg(NO₃)₂ + NH₄H₂PO₄ verwendet. Modifikatoren stabilisieren den Analyten thermisch und ermöglichen höhere Pyrolysetemperaturen und eine effektivere Matrixentfernung ohne Analytverluste.

Prinzip der Methode

Eine Wasserprobe (10–20 µL) wird durch einen automatischen Probengeber in ein im Ofen platziertes Graphitrohr dosiert. Das Temperaturprogramm umfasst: Trocknung (110–130°C — Lösungsmittelentfernung), Pyrolyse/thermische Vorbehandlung (700–900°C mit Modifikator — Zersetzung und Entfernung von Matrixkomponenten), Atomisierung (1700–2100°C — schnelle Verdampfung und Atomisierung von Blei), Reinigung (2500°C — Entfernung von Rückständen). Freie Pb-Atome absorbieren Strahlung einer Hohlkathodenlampe bei einer Wellenlänge von 283,3 nm. Die Absorption ist proportional zur Analytmasse nach dem Lambert-Beer-Gesetz.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Wellenlänge283,3 nm
Nachweisgrenze (LOD)~0,5 µg/L
Bestimmungsgrenze (LOQ)~2 µg/L
Linearer Bereich2–50 µg/L
Probenvolumen10–20 µL pro Messung
Atomisierungstemperatur1700–2100°C

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 15586:2005
Titel (PL)
Jakość wody — Oznaczanie pierwiastków śladowych z zastosowaniem atomowej spektrometrii absorpcyjnej z piecem grafitowym
Title (EN)
Water quality — Determination of trace elements using atomic absorption spectrometry with graphite furnace

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Vorbereitung der Laborgefäße

Alle Gefäße (PP, PTFE) in 10% HNO₃ für min. 24 h einweichen, dann dreimal mit ultrareinem Wasser spülen. Blei adsorbiert leicht an Glas!

⏱ Zeit: 24 h

2. Probenansäuerung

1 mL konz. HNO₃ (Suprapur) pro 100 mL Probe zugeben (pH <2). Proben in PP- oder PTFE-Behältern bei 4°C lagern.

⏱ Zeit: 5 min

3. Herstellung von Kalibrierstandards

Aus 1000 mg/L Pb-Lösung Reihe herstellen: 0 (Blindprobe), 5, 10, 20, 30, 50 µg/L in 1% HNO₃.

⏱ Zeit: 15 min

4. Optimierung des Temperaturprogramms

Trocknung: 110°C (30 s) → 130°C (20 s). Pyrolyse: 850°C (20 s) mit Modifikator. Atomisierung: 1800°C (5 s, Messung). Reinigung: 2500°C (3 s).

⏱ Zeit: 10 min

5. Dosierung des Modifikators

Autosampler auf Dosierung von 5 µL Mg(NO₃)₂ 0,1% (oder NH₄H₂PO₄ 1%) zusammen mit Probe (15 µL) einstellen.

⏱ Zeit: 5 min

6. Gerätekalibrierung

Kalibrierstandard-Reihe messen. Kalibrierkurve als integrierte Absorption (Peakfläche) vs Konzentration erstellen. R² ≥0,998.

⏱ Zeit: 20 min

7. Probenmessung

Proben in Doppelbestimmungen messen. Gerät dosiert automatisch Probe und Modifikator, führt Temperaturprogramm aus und registriert Signal.

⏱ Zeit: 3–4 min/Probe

8. Qualitätskontrolle — Blindprobe und Kontrollprobe

Alle 10 Proben Blindprobe (1% HNO₃) und Kontrollprobe (CRM oder Spike) messen. Wiederfindung: 90–110%. Blindprobe <LOD.

⏱ Zeit: 8 min

9. Interferenzkontrolle — Standardadditionsmethode

Für neue Matrizes Standardadditionstest durchführen — Abwesenheit von Matrixeffekt bestätigen.

10. Berechnung und Berichterstattung

Pb-Konzentration aus Kalibrierkurve ablesen. Verdünnung und Blindprobe berücksichtigen. Ergebnis in µg/L mit Unsicherheit angeben.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
AAS-Spektrometer mit GraphitrohrAgilent 280Z AA, Shimadzu AA-7000, Analytik Jena ZEEnit 700P150 000–400 000 PLN
AutosamplerAgilent GTA 120, Shimadzu ASC-7000im Gerät enthalten
Hohlkathodenlampe (HCL) PbAgilent Pb HCL, Heraeus, Photron800–2 000 PLN
GraphitrohreRohre mit L'vov-Plattform, pyrolytisch beschichtet, Agilent/Shimadzu50–150 PLN/Stk. (100–300 Atomisierungen)
Schutzgas — Argon 5.0Ar-Flasche 99,999%, zweistufiger Druckminderer300–600 PLN/Flasche 50 L
WasserkühlsystemUmwälzkühler oder Wasserkreislauf3 000–10 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Pb-Standardlösung 1000 mg/L7439-92-1Zertifiziertes CRM in 2% HNO₃, rückverfolgbar auf NIST SRM. Zur Herstellung von Kalibrierverdünnungen.
Salpetersäure 65% Suprapur7697-37-2HNO₃ zum Ansäuern von Proben und Herstellen von Verdünnungen; ultrareiner Qualität (Merck Suprapur oder gleichwertig)
Matrixmodifikator — Mg(NO₃)₂10377-60-3Magnesiumnitrat 0,1% — stabilisiert Pb thermisch, ermöglicht höhere Pyrolysetemperatur
Matrixmodifikator — NH₄H₂PO₄7722-76-1Ammoniumdihydrogenphosphat 1% — alternativer Modifikator, besonders wirksam bei Chloridmatrizes
Ultrareines WasserQualität Grad 1 (Leitfähigkeit ≥18,2 MΩ·cm), Milli-Q oder Hydrolab System
Salzsäure 30% Suprapur7647-01-0HCl — zum Waschen von Gefäßen, Einweichen in 10% HCl min. 24 h

Arbeitsschutz und Sicherheit

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