⚛️ Blei im Wasser — GF-AAS

Physikochemie PN-EN ISO 15586

Kurz gefasst

Bestimmung von Spurenkonzentrationen von Blei im Wasser durch Atomabsorptionsspektrometrie mit elektrothermischer Atomisierung im Graphitrohr (GF-AAS). Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 15586:2005; Linearer Bereich: 2–50 µg/L. Das Verfahren umfasst 10 Schritte (insgesamt rund 1 Tage 1 Std. 6 Min.–1 Tage 1 Std. 7 Min.); eingesetzt wird sie unter anderem für: Trinkwasserqualitätskontrolle (Pb ≤10 µg/L), Überwachung von Blei in Wasserinstallationen mit alten Rohren, Prüfung von Grundwasser in kontaminierten Gebieten.

Auf einen Blick

  • Norm: PN-EN ISO 15586:2005
  • Kategorie: Physikochemie
  • Verfahrensschritte: 10
  • Gesamtdauer der Schritte: 1 Tage 1 Std. 6 Min.–1 Tage 1 Std. 7 Min.
  • Wellenlänge: 283,3 nm
  • Nachweisgrenze (LOD): ~0,5 µg/L
  • Bestimmungsgrenze (LOQ): ~2 µg/L

Übersicht

Blei (Pb) ist eines der gefährlichsten Schwermetalle, die Wasser verunreinigen. Selbst niedrige Bleikonzentrationen sind toxisch — sie beeinträchtigen das Nervensystem (besonders bei Kindern), das blutbildende, Nieren- und Fortpflanzungssystem. Die zulässige Bleikonzentration im Trinkwasser beträgt 10 µg/L (nach EU-Richtlinie 2020/2184) mit Tendenz zur Senkung auf 5 µg/L. Die Quelle von Blei im Trinkwasser sind hauptsächlich alte Installationen mit Bleirohren und Messingarmaturen.

Die GF-AAS (Graphite Furnace Atomic Absorption Spectrometry) Methode ist die Referenztechnik zur Bleibestimmung auf Spurenniveau. Das Graphitrohr bietet eine viel höhere Empfindlichkeit als die Flammentechnik (FAAS) — die Nachweisgrenze für Pb beträgt etwa 0,5 µg/L gegenüber etwa 10 µg/L bei FAAS. Ein kleines Probenvolumen (10–20 µL), das automatisch in das Graphitrohr dosiert wird, wird einem mehrstufigen Temperaturprogramm unterzogen: Trocknung → Pyrolyse (Matrixentfernung) → Atomisierung → Reinigung.

Die Norm PN-EN ISO 15586 ist eine Referenzmethode zur Bestimmung von 17 Spurenelementen (Ag, Al, As, Cd, Co, Cr, Cu, Fe, Mn, Mo, Ni, Pb, Sb, Se, Tl, V, Zn) in Oberflächen-, Grund-, Trinkwasser und Abwasser. Für jedes Element sind optimale instrumentelle Bedingungen, Matrixmodifikatoren und Temperaturprogramme festgelegt.

Entscheidend für die Qualität der Ergebnisse ist die Verwendung von Matrixmodifikatoren — für Blei wird am häufigsten Magnesiumnitrat Mg(NO₃)₂ oder eine Mischung aus Mg(NO₃)₂ + NH₄H₂PO₄ verwendet. Modifikatoren stabilisieren den Analyten thermisch und ermöglichen höhere Pyrolysetemperaturen und eine effektivere Matrixentfernung ohne Analytverluste.

Prinzip der Methode

Eine Wasserprobe (10–20 µL) wird durch einen automatischen Probengeber in ein im Ofen platziertes Graphitrohr dosiert. Das Temperaturprogramm umfasst: Trocknung (110–130°C — Lösungsmittelentfernung), Pyrolyse/thermische Vorbehandlung (700–900°C mit Modifikator — Zersetzung und Entfernung von Matrixkomponenten), Atomisierung (1700–2100°C — schnelle Verdampfung und Atomisierung von Blei), Reinigung (2500°C — Entfernung von Rückständen). Freie Pb-Atome absorbieren Strahlung einer Hohlkathodenlampe bei einer Wellenlänge von 283,3 nm. Die Absorption ist proportional zur Analytmasse nach dem Lambert-Beer-Gesetz.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Wellenlänge283,3 nm
Nachweisgrenze (LOD)~0,5 µg/L
Bestimmungsgrenze (LOQ)~2 µg/L
Linearer Bereich2–50 µg/L
Probenvolumen10–20 µL pro Messung
Atomisierungstemperatur1700–2100°C

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 15586:2005
Titel (PL)
Jakość wody — Oznaczanie pierwiastków śladowych z zastosowaniem atomowej spektrometrii absorpcyjnej z piecem grafitowym
Title (EN)
Water quality — Determination of trace elements using atomic absorption spectrometry with graphite furnace

Schritt-für-Schritt-Verfahren

  1. Vorbereitung der Laborgefäße

    Alle Gefäße (PP, PTFE) in 10% HNO₃ für min. 24 h einweichen, dann dreimal mit ultrareinem Wasser spülen. Blei adsorbiert leicht an Glas!

    ⏱ Zeit: 24 h

  2. Probenansäuerung

    1 mL konz. HNO₃ (Suprapur) pro 100 mL Probe zugeben (pH <2). Proben in PP- oder PTFE-Behältern bei 4°C lagern.

    ⏱ Zeit: 5 min

  3. Herstellung von Kalibrierstandards

    Aus 1000 mg/L Pb-Lösung Reihe herstellen: 0 (Blindprobe), 5, 10, 20, 30, 50 µg/L in 1% HNO₃.

    ⏱ Zeit: 15 min

  4. Optimierung des Temperaturprogramms

    Trocknung: 110°C (30 s) → 130°C (20 s). Pyrolyse: 850°C (20 s) mit Modifikator. Atomisierung: 1800°C (5 s, Messung). Reinigung: 2500°C (3 s).

    ⏱ Zeit: 10 min

  5. Dosierung des Modifikators

    Autosampler auf Dosierung von 5 µL Mg(NO₃)₂ 0,1% (oder NH₄H₂PO₄ 1%) zusammen mit Probe (15 µL) einstellen.

    ⏱ Zeit: 5 min

  6. Gerätekalibrierung

    Kalibrierstandard-Reihe messen. Kalibrierkurve als integrierte Absorption (Peakfläche) vs Konzentration erstellen. R² ≥0,998.

    ⏱ Zeit: 20 min

  7. Probenmessung

    Proben in Doppelbestimmungen messen. Gerät dosiert automatisch Probe und Modifikator, führt Temperaturprogramm aus und registriert Signal.

    ⏱ Zeit: 3–4 min/Probe

  8. Qualitätskontrolle — Blindprobe und Kontrollprobe

    Alle 10 Proben Blindprobe (1% HNO₃) und Kontrollprobe (CRM oder Spike) messen. Wiederfindung: 90–110%. Blindprobe <LOD.

    ⏱ Zeit: 8 min

  9. Interferenzkontrolle — Standardadditionsmethode

    Für neue Matrizes Standardadditionstest durchführen — Abwesenheit von Matrixeffekt bestätigen.

  10. Berechnung und Berichterstattung

    Pb-Konzentration aus Kalibrierkurve ablesen. Verdünnung und Blindprobe berücksichtigen. Ergebnis in µg/L mit Unsicherheit angeben.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
AAS-Spektrometer mit GraphitrohrAgilent 280Z AA, Shimadzu AA-7000, Analytik Jena ZEEnit 700P150 000–400 000 PLN
AutosamplerAgilent GTA 120, Shimadzu ASC-7000im Gerät enthalten
Hohlkathodenlampe (HCL) PbAgilent Pb HCL, Heraeus, Photron800–2 000 PLN
GraphitrohreRohre mit L'vov-Plattform, pyrolytisch beschichtet, Agilent/Shimadzu50–150 PLN/Stk. (100–300 Atomisierungen)
Schutzgas — Argon 5.0Ar-Flasche 99,999%, zweistufiger Druckminderer300–600 PLN/Flasche 50 L
WasserkühlsystemUmwälzkühler oder Wasserkreislauf3 000–10 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Pb-Standardlösung 1000 mg/L7439-92-1Zertifiziertes CRM in 2% HNO₃, rückverfolgbar auf NIST SRM. Zur Herstellung von Kalibrierverdünnungen.
Salpetersäure 65% Suprapur7697-37-2HNO₃ zum Ansäuern von Proben und Herstellen von Verdünnungen; ultrareiner Qualität (Merck Suprapur oder gleichwertig)
Matrixmodifikator — Mg(NO₃)₂10377-60-3Magnesiumnitrat 0,1% — stabilisiert Pb thermisch, ermöglicht höhere Pyrolysetemperatur
Matrixmodifikator — NH₄H₂PO₄7722-76-1Ammoniumdihydrogenphosphat 1% — alternativer Modifikator, besonders wirksam bei Chloridmatrizes
Ultrareines WasserQualität Grad 1 (Leitfähigkeit ≥18,2 MΩ·cm), Milli-Q oder Hydrolab System
Salzsäure 30% Suprapur7647-01-0HCl — zum Waschen von Gefäßen, Einweichen in 10% HCl min. 24 h

Arbeitsschutz und Sicherheit

Häufige Fragen

Welche Norm beschreibt diese Prüfung?

Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 15586:2005 — „Water quality — Determination of trace elements using atomic absorption spectrometry with graphite furnace“.

Wie funktioniert diese Methode?

Eine Wasserprobe (10–20 µL) wird durch einen automatischen Probengeber in ein im Ofen platziertes Graphitrohr dosiert. Das Temperaturprogramm umfasst: Trocknung (110–130°C — Lösungsmittelentfernung), Pyrolyse/thermische Vorbehandlung (700–900°C mit Modifikator — Zersetzung und Entfernung von Matrixkomponenten), Atomisierung (1700–2100°C — schnelle Verdampfung und Atomisierung von Blei), Reinigung (2500°C — Entfernung von Rückständen).

Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?

Wellenlänge: 283,3 nm; Nachweisgrenze (LOD): ~0,5 µg/L; Bestimmungsgrenze (LOQ): ~2 µg/L; Linearer Bereich: 2–50 µg/L.

Wie lange dauert die Prüfung?

Die für die einzelnen Schritte angegebenen Zeiten ergeben zusammen rund 1 Tage 1 Std. 6 Min.–1 Tage 1 Std. 7 Min. Das Verfahren umfasst 10 Schritte.

Welche Geräte werden benötigt?

AAS-Spektrometer mit Graphitrohr, Autosampler, Hohlkathodenlampe (HCL) Pb, Graphitrohre, Schutzgas — Argon 5.0, Wasserkühlsystem. Richtpreis für das Kerngerät (AAS-Spektrometer mit Graphitrohr): 150 000–400 000 PLN.

Wo wird diese Prüfung eingesetzt?

Trinkwasserqualitätskontrolle (Pb ≤10 µg/L); Überwachung von Blei in Wasserinstallationen mit alten Rohren; Prüfung von Grundwasser in kontaminierten Gebieten; Industrielle Abwasserkontrolle (Metallurgie, Batteriefabriken); Überwachung von Oberflächengewässern (Wasserrahmenrichtlinie); Wasserprüfung für Lebensmittelindustrie; Analyse von Bodensedimenten (nach Mineralisierung).

Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?

Bleiverbindungen — toxisch, krebserzeugend Kat. 2, reproduktionstoxisch — unbedingt Handschuhe und Schutzbrille; Konzentrierte Salpetersäure — stark ätzend, rauchend — Arbeit unter Abzug; Graphitrohr — Temperatur bis 2500°C, während Betrieb nicht berühren, Verbrennungsgefahr; Argon — Inertgas, aber in geschlossenem Raum kann Sauerstoff verdrängen — Belüftung obligatorisch; Pb-haltige Abfälle — separat als Sondermüll sammeln.

Welches Labor führt diese Prüfung durch?

Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer PN-EN ISO 15586.

🔍 Labor finden, das diese Prüfung durchführt