💧 Wasseraufnahme von Mauersteinen
Bestimmung der Wasseraufnahme (Absorptionsfähigkeit) von Ziegeln und Kalksandsteinen durch Eintauchverfahren. Wichtiger Dauerhaftigkeitsparameter für Mauerwerksmaterialien.
Übersicht
Die Wasseraufnahme ist ein Maß für die Fähigkeit eines Baumaterials, Wasser aufzunehmen, und wird als prozentuales Verhältnis der aufgenommenen Wassermasse zur Trockenprobekörpermasse ausgedrückt. Sie ist einer der grundlegenden Parameter zur Bewertung der Qualität und Dauerhaftigkeit von Mauersteinen (Ziegel, Kalksandsteinblöcke).
Hohe Wasseraufnahme verringert die Frostbeständigkeit (Wasser in Poren gefriert und vergrößert das Volumen um ~9%, was zur Materialzerstörung führt), verschlechtert die Wärmedämmung und erhöht das Risiko von Salzausblühungen. Für Fassadenziegel sollte die Wasseraufnahme 16% nicht überschreiten (Klasse F2 — volle Frostbeständigkeit).
Die Prüfung besteht darin, Probekörper bei 105°C bis zur konstanten Masse zu trocknen, 24 h in Wasser einzutauchen und erneut zu wiegen. Die als Prozentsatz ausgedrückte Massendifferenz ergibt die Wasseraufnahme.
Prinzip der Methode
Probekörper (ganze Ziegel oder deren Hälften) werden im Ofen bei 105±5°C bis zum Erreichen konstanter Masse (ms) getrocknet — Differenz zwischen zwei aufeinanderfolgenden Wägungen alle 24 h nicht größer als 0,1% Masse. Getrocknete Probekörper werden in Wasser bei Temperatur 20±5°C 24±0,5 h eingetaucht. Nach Entnahme aus Wasser wird überschüssige Feuchtigkeit entfernt (Tuch) und gewogen (mw).
Wasseraufnahme W = (mw - ms) / ms × 100 [%]
Anwendungen
- Qualitätskontrolle von keramischen Ziegeln (Hersteller)
- Abnahme von Mauerwerksmaterialien auf Baustelle
- Qualifizierung von Ziegeln für Fassaden (Klasse F2 — Frostbeständigkeit)
- Prüfung von Kalksandsteinen und Kalksandblöcken
- Bewertung der Dauerhaftigkeit historischer Keramikmaterialien (Konservierung)
- Zertifizierung von Mauersteinen (CE-Kennzeichnung)
Schlüsselparameter
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Trocknungstemperatur | 105 ± 5°C |
| Eintauchzeit | 24 ± 0,5 h |
| Wassertemperatur | 20 ± 5°C |
| Grenzwert für Fassaden (F2) | ≤16% |
| Typischer Bereich | 5–25% (keramische Ziegel) |
| Probekörperanzahl | Mind. 6 Steine aus Charge |
Norm
- Normnummer
- PN-EN 772-21:2011
- Titel (PL)
- Metody badań elementów murowych — Część 21: Określanie absorpcji wody ceramicznych i silikatowych elementów murowych przez zanurzenie w zimnej wodzie
- Title (EN)
- Methods of test for masonry units — Part 21: Determination of water absorption of clay and calcium silicate masonry units by cold water absorption
Schritt-für-Schritt-Verfahren
1. Probekörpervorbereitung
Mind. 6 Ziegel zufällig aus Charge auswählen. Von losen Partikeln reinigen. Jeden Probekörper kennzeichnen.
2. Trocknung
In Ofen 105±5°C stellen. Mind. 24 h trocknen. Alle 24 h wiegen bis zur konstanten Masse (Differenz <0,1%).
3. Trockenwägung (ms)
Im Laborraum abkühlen. Jeden Probekörper mit Genauigkeit 0,1 g wiegen. ms notieren.
4. Eintauchen
Probekörper in Wasser 20±5°C eintauchen, sodass Wasser sie mind. 25 mm bedeckt. 24±0,5 h halten.
5. Nasswägung (mw)
Aus Wasser nehmen. Überschüssiges Wasser mit feuchtem Tuch entfernen. Sofort wiegen (max. 1 min nach Entnahme).
6. Berechnungen
W = (mw - ms) / ms × 100%. Für jeden Probekörper und Serienmittelwert berechnen. Auf 0,1% runden.
Erforderliche Geräte und Apparatur
| Gerät | Beispiel | Richtpreis |
|---|---|---|
| Laborofen | Binder FD 115, POL-EKO SLW 115, Memmert UF110 | 5.000–15.000 PLN |
| Laborwaage | Radwag WLC 30, Bereich 30 kg, Genauigkeit 0,1 g | 3.000–6.000 PLN |
| Eintauchbecken | PE oder Stahl, mit Stützrost | 500–2.000 PLN |
| Feuchtes Tuch | Zum Entfernen überschüssigen Wassers von Oberfläche | — |
Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien
| Reagenz | CAS | Details |
|---|---|---|
| Leitungswasser | — | Temperatur 20±5°C, zum Eintauchen von Probekörpern |
Arbeitsschutz und Sicherheit
- Ofen 105°C — Verbrennungsgefahr, wärmeisolierende Handschuhe
- Probekörpergewicht (Ziegel ~3 kg) — auf Füße achten
- Ziegelkanten — scharf, Arbeitshandschuhe