❄️ Frost-Tau-Widerstand von Beton

Bauwesen PN-B-06250 / CEN/TS 12390-9

Kurz gefasst

Prüfung der Betonbeständigkeit gegen zyklisches Gefrieren und Auftauen. Die Prüfung erfolgt nach PN-88/B-06250 pkt. 5.13 / CEN/TS 12390-9:2016; Gefriertemperatur: -18 ± 2°C (PN-B-06250) / -20°C (CEN/TS). Das Verfahren umfasst 11 Schritte (insgesamt rund 43 Tage 2 Std. 40 Min.–91 Tage 2 Std. 40 Min.); eingesetzt wird sie unter anderem für: Entwurf von Betonfahrbahndecken für Straßen und Flughäfen, Bewertung der Dauerhaftigkeit von Brücken- und Viaduktbeton, Qualitätskontrolle von Beton in Expositionsklassen XF1–XF4 (PN-EN 206).

Auf einen Blick

  • Norm: PN-88/B-06250 pkt. 5.13 / CEN/TS 12390-9:2016
  • Kategorie: Bauwesen
  • Verfahrensschritte: 11
  • Gesamtdauer der Schritte: 43 Tage 2 Std. 40 Min.–91 Tage 2 Std. 40 Min.
  • Gefriertemperatur: -18 ± 2°C (PN-B-06250) / -20°C (CEN/TS)
  • Auftautemperatur: +18 ± 2°C (PN-B-06250) / +20°C (CEN/TS)
  • Zyklenanzahl: F25–F300 (PN-B-06250) / 28 (CDF) / 56 (CF)

Übersicht

Der Frost-Tau-Widerstand von Beton ist ein Schlüsselmerkmal der Dauerhaftigkeit im Klima Polens und Mitteleuropas, wo Betonkonstruktionen jährlich Dutzenden von Frost-Tau-Zyklen ausgesetzt sind. Die Prüfung besteht darin, Betonproben wiederholten Frost-Zyklen (bei -18°C) und Auftauzyklen (in Wasser bei +18–20°C) auszusetzen und die entstandenen Schäden zu bewerten.

In Polen werden zwei Hauptmethoden verwendet. Das direkte Verfahren (polnisch) gem. PN-88/B-06250 besteht darin, 100×100×100 mm würfelförmige Proben einer festgelegten Anzahl von Frost-Tau-Zyklen (F25, F50, F100, F150, F200, F300) auszusetzen und ihre Druckfestigkeit mit Referenzproben (in Wasser gelagert) zu vergleichen. Beton ist frostbeständig, wenn die Festigkeitsabnahme 20% nicht überschreitet und der Masseverlust 5% nicht überschreitet.

Das europäische Verfahren CEN/TS 12390-9 (CF/CDF) bewertet die Widerstandsfähigkeit der Betonoberfläche gegen Abwitterung unter Frosteinwirkung. Beim CF-Verfahren wird die Probe in deionisiertes Wasser getaucht und 56 Frost-Tau-Zyklen ausgesetzt. Beim CDF-Verfahren — in 3% NaCl-Lösung und 28 Zyklen. Bewertungskriterium ist der Oberflächenmasseverlust (Abwitterung) in g/m² — typische Anforderung: ≤1500 g/m² nach 28 CDF-Zyklen.

Die Frost-Tau-Beständigkeit von Beton hängt hauptsächlich von der Luftporenstruktur ab — wesentlicher Parameter ist der Abstandsfaktor L̄ (≤0,20 mm) und Luftgehalt (4–7%). Daher werden in frostbeständigen Betonen luftporenbildende Zusatzmittel verwendet, die feine, gleichmäßig verteilte Luftporen erzeugen, die als Druckpuffer für gefrierendes Wasser wirken.

Prinzip der Methode

Direktes Verfahren (PN-B-06250): Wassergesättigte Betonproben werden in einer Frostkammer bei -18 ± 2°C für 4 h gefroren, dann in Wasser bei +18 ± 2°C für 4 h aufgetaut (1 Zyklus = 8 h). Nach festgelegter Zyklenanzahl (z. B. 150) wird die Druckfestigkeit mit Referenzproben verglichen. CDF-Verfahren (CEN/TS 12390-9): Probenoberfläche wird in 3% NaCl-Lösung auf 3 mm Tiefe eingetaucht. Zyklus: Gefrieren von +20°C auf -20°C über 12 h und Auftauen auf +20°C über 12 h. Nach 7, 14, 21 und 28 Zyklen werden abgewitterte Betonpartikel gesammelt und gewogen.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Gefriertemperatur-18 ± 2°C (PN-B-06250) / -20°C (CEN/TS)
Auftautemperatur+18 ± 2°C (PN-B-06250) / +20°C (CEN/TS)
ZyklenanzahlF25–F300 (PN-B-06250) / 28 (CDF) / 56 (CF)
Probenabmessungen100×100×100 mm (PN-B-06250) / 150×150×50 mm (CDF)
Kriterium (poln. Verfahren)Rc-Abnahme ≤ 20%, Masseverlust ≤ 5%
Kriterium (CDF)Abwitterung ≤ 1500 g/m² nach 28 Zyklen

Norm

Normnummer
PN-88/B-06250 pkt. 5.13 / CEN/TS 12390-9:2016
Titel (PL)
Beton zwykły — Mrozoodporność / Badania betonu stwardniałego — Część 9: Odporność na zamrażanie-rozmrażanie — Złuszczanie
Title (EN)
Normal concrete — Frost resistance / Testing hardened concrete — Part 9: Freeze-thaw resistance — Scaling

Schritt-für-Schritt-Verfahren

  1. Probenvorbereitung

    12 Proben 100×100×100 mm (poln. Verfahren) oder 5 Proben 150×150×50 mm (CDF) vorbereiten. 28 Tage in Wasser 20 ± 2°C lagern.

    ⏱ Zeit: 28 Tage • 🌡 Temperatur: 20 ± 2°C

  2. Serienteilung

    Poln. Verfahren: 6 gefrorene + 6 Referenzproben (in Wasser). CDF-Verfahren: 5 Prüfproben + Referenzproben.

    ⏱ Zeit: 10 Min.

  3. Wassersättigung

    Poln. Verfahren: Proben 7 Tage in Wasser tauchen. CDF-Verfahren: Seiten mit Harz/Folie abdichten, Proben kapillar in 3% NaCl sättigen.

    ⏱ Zeit: 7 Tage

  4. Anfangsmessungen

    Alle Proben wiegen. CDF-Verfahren: Behältermasse mit Lösung messen. Abmessungen aufzeichnen.

    ⏱ Zeit: 15 Min.

  5. Zyklisches Gefrieren-Auftauen

    Poln. Verfahren: 4 h Gefrieren (-18°C) + 4 h Auftauen (Wasser +18°C) = 1 Zyklus. CDF-Verfahren: 12 h Kühlung auf -20°C + 12 h Erwärmung auf +20°C.

    ⏱ Zeit: 8–56 Tage

  6. Zwischenkontrolle (CDF)

    Nach 7, 14, 21 und 28 Zyklen: abgewitterte Partikel aus Lösung durch Filtrierung sammeln, bei 105°C trocknen, wiegen. Lösung ergänzen.

    ⏱ Zeit: 1 h/Messung • 🌡 Temperatur: 105°C

  7. Probeninspektion (poln. Verfahren)

    Nach jeweils 25 Zyklen: Sichtprüfung — keine Risse, Delaminierung. Wägung — Masseverlust ≤5%.

    ⏱ Zeit: 15 Min.

  8. Endfestigkeitsprüfung

    Poln. Verfahren: nach Erreichen der Ziel-Zyklenanzahl — Druckfestigkeit gefrorener und Referenzproben prüfen.

    ⏱ Zeit: 1 h

  9. Berechnungen

    Poln. Verfahren: ΔRc = (Rc_ref - Rc_gefroren)/Rc_ref × 100% ≤ 20%. CDF-Verfahren: Abwitterung Σmn/A [g/m²] ≤ 1500 nach 28 Zyklen.

  10. Frostbeständigkeitsklassifizierung

    Poln. Verfahren: Klasse F25–F300 = Zyklenanzahl ohne Schäden. CDF-Verfahren: frostbeständig/nicht frostbeständig gem. 1500 g/m² Kriterium.

  11. Dokumentation

    Bericht: Betonzusammensetzung, Lagerungsbedingungen, Prüfverfahren, Zyklenanzahl, Zwischenergebnisse, Festigkeit, Masseverlust, Klassifizierung.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
Frostkammer (Labortiefkühler)Weiss WK3 340, CTS C-40/350, Binder MK 240 — Bereich bis -30°C40 000–150 000 PLN
Auftautank mit ThermostatStahl, thermostatiert 18–20°C, Fassungsvermögen min. 100 L3 000–10 000 PLN
DruckprüfpresseControls Automax, Matest C070 — zum Vergleich von Rc gefrorener und Ref.-Proben80 000–250 000 PLN
Laborwaage 10 kgRadwag WLC 10/A2, Genauigkeit 0,1 g2 000–5 000 PLN
CDF-Behälter (europäisches Verfahren)Stahl oder Kunststoff, mit Dichtungsrahmen, gem. CEN/TS 12390-9200–600 PLN/Stück
LabortrockenschrankPOL-EKO SLW 115, zum Trocknen abgewitterter Partikel5 000–12 000 PLN
Thermometer mit DatenloggerTesto 176 T2, Pt100-Sensor, 10-Min.-Aufzeichnung — Kammertemperaturüberwachung1 500–4 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Natriumchlorid (NaCl)7647-14-5Zur Herstellung von 3% Lösung im CDF-Verfahren, Reinheit z.A.
Deionisiertes WasserFür CF-Verfahren und zur Herstellung von NaCl-Lösung im CDF-Verfahren
EpoxidharzZum Abdichten der CDF-Probenseitenflächen (nur Prüffläche exponiert)
AluminiumfolieZum Umwickeln der CDF-Probenseiten als Feuchtigkeitsbarriere (Alternative zu Harz)
Butylkautschuk (Dichtung)Zum Abdichten der CDF-Behälterkante mit Probe

Arbeitsschutz und Sicherheit

Häufige Fragen

Welche Norm beschreibt diese Prüfung?

Die Prüfung erfolgt nach PN-88/B-06250 pkt. 5.13 / CEN/TS 12390-9:2016 — „Normal concrete — Frost resistance / Testing hardened concrete — Part 9: Freeze-thaw resistance — Scaling“.

Wie funktioniert diese Methode?

Direktes Verfahren (PN-B-06250): Wassergesättigte Betonproben werden in einer Frostkammer bei -18 ± 2°C für 4 h gefroren, dann in Wasser bei +18 ± 2°C für 4 h aufgetaut (1 Zyklus = 8 h). Nach festgelegter Zyklenanzahl (z.

Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?

Gefriertemperatur: -18 ± 2°C (PN-B-06250) / -20°C (CEN/TS); Auftautemperatur: +18 ± 2°C (PN-B-06250) / +20°C (CEN/TS); Zyklenanzahl: F25–F300 (PN-B-06250) / 28 (CDF) / 56 (CF); Probenabmessungen: 100×100×100 mm (PN-B-06250) / 150×150×50 mm (CDF).

Wie lange dauert die Prüfung?

Die für die einzelnen Schritte angegebenen Zeiten ergeben zusammen rund 43 Tage 2 Std. 40 Min.–91 Tage 2 Std. 40 Min. Das Verfahren umfasst 11 Schritte.

Welche Geräte werden benötigt?

Frostkammer (Labortiefkühler), Auftautank mit Thermostat, Druckprüfpresse, Laborwaage 10 kg, CDF-Behälter (europäisches Verfahren), Labortrockenschrank, Thermometer mit Datenlogger. Richtpreis für das Kerngerät (Frostkammer (Labortiefkühler)): 40 000–150 000 PLN.

Wo wird diese Prüfung eingesetzt?

Entwurf von Betonfahrbahndecken für Straßen und Flughäfen; Bewertung der Dauerhaftigkeit von Brücken- und Viaduktbeton; Qualitätskontrolle von Beton in Expositionsklassen XF1–XF4 (PN-EN 206); Prüfung von Betonfertigteilen mit Frosteinwirkung (Pflastersteine, Bordsteine); Bewertung der Wirksamkeit luftporenbildender Zusatzmittel; Gutachten von Frostschäden an bestehenden Konstruktionen; Prüfung von Architekturbeton mit Witterungsexposition.

Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?

Frostkammer — Erfrierungsgefahr, Hitzeschutzhandschuhe und Schutzkleidung verwenden; Handhabung gefrorener Proben — rutschig, Sturz- und Quetschgefahr; NaCl-Lösung — korrosiv für minderwertigen Edelstahl, Ausrüstung schützen; Epoxidharz — sensibilisierend, Handschuhe und Lüftung verwenden; Druckpresse — Quetschgefahr, Fragmente bei Probenversagen.

Welches Labor führt diese Prüfung durch?

Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer PN-B-06250 / CEN/TS 12390-9.

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