🔬 Metalle im Wasser — ICP-OES

Physikochemie PN-EN ISO 11885

Multielementanalyse von über 30 Elementen im Wasser mittels ICP-OES mit Argonplasma bei 6000–10000 K. Schnelle, simultane Analyse.

Übersicht

ICP-OES (Inductively Coupled Plasma – Optical Emission Spectrometry) ist eine fortschrittliche spektrometrische Technik, die die simultane Bestimmung von über 30 Elementen in einer einzigen Messung ermöglicht. Die Norm PN-EN ISO 11885:2009 legt die Methode zur Bestimmung u.a. von: Al, As, Ba, Be, Bi, B, Ca, Cd, Co, Cr, Cu, Fe, Ga, In, K, Li, Mg, Mn, Mo, Na, Ni, P, Pb, S, Se, Si, Ag, Sr, Sn, Ti, V, W, Zn, Zr in Trinkwasser, Oberflächenwasser, Grundwasser und Abwasser fest.

ICP-OES ersetzt oder ergänzt AAS dort, wo Multielementanalyse, höhere Empfindlichkeit oder größerer Durchsatz erforderlich sind. Die simultane Bestimmung vieler Elemente in einem Messzyklus verkürzt die Analysezeit drastisch und reduziert den Probenverbrauch.

Diese Technik wird in Umweltlaboren, Wasseraufbereitungsanlagen, chemischen und pharmazeutischen Industrien weit verbreitet eingesetzt. Die Investitionskosten sind höher als bei AAS, aber die Kosten pro Element sind bei vielen Parametern niedriger.

Prinzip der Methode

Die Probe in Lösungsform wird zu einem Zerstäuber gepumpt, wo sie in ein Aerosol (Nebel) umgewandelt und dann in einen Quarzbrenner eingeführt wird. Ein Hochfrequenzgenerator (RF, 27 oder 40 MHz) erzeugt ein wechselndes elektromagnetisches Feld in einer Induktionsspule, die Argon ionisiert und ein Plasma bei 6000–10000 K erzeugt.

Bei so hoher Temperatur erfährt die Probe Verdampfung, Atomisierung und Anregung. Angeregte Atome und Ionen emittieren elektromagnetische Strahlung bei Wellenlängen, die für einzelne Elemente charakteristisch sind. Ein optischer Detektor (CCD oder PMT) misst die Emissionsintensität, die proportional zur Elementkonzentration in der Probe ist.

ICP-OES kann in radialer (seitliche Plasmabeobachtung) oder axialer (axiale) Konfiguration arbeiten — axiale Konfiguration bietet höhere Empfindlichkeit, während radiale weniger Matrixeffekte aufweist.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Anzahl bestimmter Elemente> 30 simultan
Nachweisgrenzen1–50 µg/L (je nach Element)
Dynamischer Bereich4–6 Größenordnungen
Durchsatz20–60 Proben/h (Multielement)
WiederholbarkeitRSD < 1–3%
Argonverbrauch10–20 L/min (Kosten ~30 000–50 000 PLN/Jahr)

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 11885:2009
Titel (PL)
Jakość wody — Oznaczanie wybranych pierwiastków metodą optycznej spektrometrii emisyjnej z plazmą indukcyjnie sprzężoną (ICP-OES)
Title (EN)
Water quality — Determination of selected elements by inductively coupled plasma optical emission spectrometry (ICP-OES)

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Probenahme und Konservierung

Probe in PE/PP-Behälter sammeln. Mit HNO₃ auf pH < 2 ansäuern (1 mL konzentrierte HNO₃ pro 100 mL). Gekühlt transportieren, Analyse innerhalb 14 Tagen.

⏱ Zeit: 5 min

2. Probenaufschluss

Für Gesamtformen: Mikrowellenaufschluss (HNO₃ oder HNO₃+HCl). Programm: Rampe auf 180°C in 15 min, Halten 15 min. Für gelöste Formen: Filtration 0,45 µm + Ansäuerung.

⏱ Zeit: 45–60 min • 🌡 Temperatur: 180°C

3. Herstellung von Kalibrierstandards

Min. 5 Kalibrierpunkte aus zertifizierten Standardlösungen herstellen. Säurematrix identisch mit Proben. Internen Standard (Y oder Sc) zugeben.

⏱ Zeit: 20 min

4. ICP-OES-Start

Kühler einschalten, Plasmazündung, Stabilisierung 15–30 min. Mn 257,610 nm Linienintensität prüfen (Plasmaleistungstest). Optimierung der Beobachtungsposition.

⏱ Zeit: 30 min

5. Gerätekalibrierung

Kalibrierstandards und Blindprobe messen. Korrelationskoeffizienten prüfen (R² > 0,999 für jede Linie). Nachweisgrenzen verifizieren.

⏱ Zeit: 15 min

6. Probenmessung

Proben mit automatischer Spülung zwischen Messungen messen (30 s Säurespülung, 30 s Wasser). Kontrollstandard alle 10 Proben. Duplikat alle 20 Proben.

⏱ Zeit: 2–3 min/Probe

7. Ergebnisverifizierung

Wiederfindung aus Referenzmaterial prüfen (90–110%). Instrumentendrift prüfen (Kontrollstandard ±10% des Nennwerts). Untergrund- und spektrale Interferenzkorrektur.

⏱ Zeit: 10 min

8. Geräteabschaltung

5 min deionisiertes Wasser aspirieren. Plasma ausschalten. Gase nach 10 min Kühlung ausschalten. Kühler ausschalten.

⏱ Zeit: 15 min

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
ICP-OES-SpektrometerThermo iCAP PRO, Agilent 5800/5900, PerkinElmer Avio 500, Shimadzu ICPE-9820200 000–600 000 PLN
Probeneinführungssystem (Zerstäuber + Kammer)Meinhard-Pneumatikzerstäuber, Zyklonkammerim Lieferumfang des Spektrometers enthalten
AutosamplerThermo ASX-560, Agilent SPS 430 000–80 000 PLN
Argonflasche (5.0)Argon Reinheit 99,999%, 50 L Flasche300–500 PLN/Flasche
KühlsystemUmlaufkühler (erforderlich für RF-Spulenkühlung)10 000–25 000 PLN
Mikrowellen-AufschlusssystemMilestone Ethos UP, CEM MARS 6, Anton Paar Multiwave100 000–250 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Konzentrierte Salpetersäure (HNO₃)7697-37-2Suprapur/Ultrapur-Reinheit (Merck), für Aufschluss und Ansäuerung von Proben
Salzsäure (HCl)7647-01-0Suprapur-Reinheit, für Aufschluss von Proben mit Ag, Sn
Multielement-StandardlösungenZertifizierte CRM (z.B. Merck Certipur, Inorganic Ventures), Rückverfolgbarkeit zu NIST
Interner Standard-LösungYttrium (Y) oder Scandium (Sc) 1–5 mg/L als interner Standard für Matrixkorrektur
Argon-Gas 5.07440-37-1Reinheit 99,999%, Verbrauch ~10–20 L/min. Hauptbetriebskosten
UltrareinwasserTyp I (18,2 MΩ·cm), Milli-Q-System oder gleichwertig

Arbeitsschutz und Sicherheit

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