🔬 Mangan im Wasser

Physikochemie ISO 6333

Kurz gefasst

Spektrophotometrische Bestimmung von Mangan im Wasser nach der Formaldoxim-Methode. Die Prüfung erfolgt nach ISO 6333:1986; Messbereich: 0,01–5,0 mg/L Mn. Das Verfahren umfasst 8 Schritte (insgesamt rund 22–27 Min.); eingesetzt wird sie unter anderem für: Trinkwasserqualitätskontrolle (Gesetzblatt 2017 Pos. 2294 – Grenzwert 50 µg/L), Grundwassermonitoring (Brunnen, Fassungen), Kontrolle von Entmanganisierungsprozessen.

Auf einen Blick

  • Norm: ISO 6333:1986
  • Kategorie: Physikochemie
  • Verfahrensschritte: 8
  • Gesamtdauer der Schritte: 22 Min.–27 Min.
  • Messbereich: 0,01–5,0 mg/L Mn
  • Wellenlänge: 450 nm
  • Nachweisgrenze: 0,01 mg/L

Übersicht

Mangan ist einer der wichtigsten Trinkwasserqualitätsparameter. Im Grundwasser kommt es hauptsächlich als Mn²⁺ vor und kann Konzentrationen von mehreren mg/L erreichen. Erhöhte Mangangehalt (>0,050 mg/L) verursacht dunkle Wasserfärbung, bräunlich-schwarze Ablagerungen in Installationen, unangenehmen metallischen Geschmack und begünstigt das Wachstum von Manganbakterien.

Die Norm PN-EN ISO 6333 beschreibt eine spektrometrische Methode zur Manganbestimmung mit Formaldoxim. Die Methode wird für Oberflächen- und Trinkwasser verwendet. Anwendungsbereich: 0,01–5 mg/L Mn. Proben mit höherer Konzentration sollten verdünnt werden.

Die zulässige Mangangehalt im Trinkwasser in Polen beträgt 0,050 mg/L (Verordnung des Gesundheitsministeriums). Es ist einer der am häufigsten überschrittenen Parameter im Grundwasser, insbesondere in Tiefbrunnen.

Prinzip der Methode

Mangan(II) reagiert mit Formaldoxim (CH₂=NOH, Formaldehyd-Oxim) in alkalischem Medium (pH ~10) und bildet einen orangefarbenen Komplex, dessen Absorption bei 450 nm gemessen wird. Eiseninterferenzen werden durch Zugabe von EDTA und Hydroxylaminhydrochlorid eliminiert, die Fe³⁺ und Fe²⁺ komplexieren und deren Reaktion mit Formaldoxim verhindern. Hydroxylamin wirkt gleichzeitig als Reduktionsmittel und hält Mangan in Mn²⁺-Form.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Messbereich0,01–5,0 mg/L Mn
Wellenlänge450 nm
Nachweisgrenze0,01 mg/L
Genauigkeit±5% im Bereich 0,05–5,0 mg/L
Reaktions-pH~10 (alkalisches Medium)
Farbentwicklungszeit10–15 Minuten

Norm

Normnummer
ISO 6333:1986
Titel (PL)
Jakość wody — Oznaczanie manganu — Metoda spektrometryczna z formaldoksymem (brak odpowiednika PN-EN)
Title (EN)
Water quality — Determination of manganese — Formaldoxime spectrometric method

Schritt-für-Schritt-Verfahren

  1. Probenvorbereitung

    Probe sofort nach Entnahme mit HNO₃ auf pH < 2 ansäuern. Durch 0,45 µm filtrieren, wenn gelöstes Mn bestimmt wird.

    ⏱ Zeit: 5 min

  2. Probenabmessung

    Geeignetes Probenvolumen (z. B. 25–50 mL) in 50-mL-Messkolben übertragen.

    ⏱ Zeit: 2 min

  3. EDTA-Zugabe

    1 mL 5%ige EDTA-Na₂-Lösung zur Maskierung von Eiseninterferenzen zugeben. Mischen.

    ⏱ Zeit: 1 min

  4. Formaldoxim-Zugabe

    2 mL frisch zubereitete Formaldoxim-Lösung zugeben. Mischen.

    ⏱ Zeit: 1 min

  5. Alkalisierung

    1 mL NaOH 10 mol/L zur Erreichung von pH ~10 zugeben. Mit deionisiertem Wasser bis zur Marke auffüllen. Kräftig mischen.

    ⏱ Zeit: 1 min

  6. Farbentwicklung

    10–15 Minuten auf vollständige Entwicklung der orangefarbenen Komplexfarbe warten.

    ⏱ Zeit: 10–15 min • 🌡 Temperatur: 20–25°C

  7. Absorptionsmessung

    Absorption bei 450 nm in 10-mm-Küvette (oder länger für niedrige Konzentrationen) gegen Blindwert messen. Konzentration aus Kalibrierkurve ablesen.

    ⏱ Zeit: 2 min

  8. Kalibrierung und Qualitätskontrolle

    Kalibrierkurve mit min. 5 Standards vorbereiten. Blindwert, CRM-Kontrollproben und Duplikate alle 10 Proben durchführen.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
UV-VIS-SpektrophotometerHach DR6000, Shimadzu UV-1900i, HACH DR390015.000–60.000 PLN
Glas-/Quarzküvetten 10–50 mmHellma, Borosilikatküvetten50–400 PLN/Stück
Automatische PipettenEppendorf Research Plus (1–10 mL)800–2.500 PLN
Messkolben (50, 100 mL)Klasse A, Borosilikat30–80 PLN/Stück
Analysenwaage (0,1 mg)Radwag AS 220.R2, Mettler Toledo ME2045.000–15.000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Formaldoxim (Lösung)Frisch zubereiten: gleiche Volumina von 2% Formaldehyd und 4% Hydroxylaminhydrochlorid mischen. Lösung instabil – täglich zubereiten.
Hydroxylaminhydrochlorid (NH₂OH·HCl)5470-11-14%ige Lösung: 4 g in 100 mL Wasser. Reduktionsmittel und Formaldoxim-Komponente.
Formaldehyd 37% (Formalin)50-00-02%ige Lösung: Formaldehyd mit deionisiertem Wasser verdünnen. Zur Formaldoxim-Herstellung.
EDTA-Na₂-Lösung 5%6381-92-6Dinatrium-EDTA-Salz – zur Maskierung von Eiseninterferenzen. 5 g EDTA-Na₂ in 100 mL Wasser.
Natriumhydroxid (NaOH) 10 mol/L1310-73-2Zur Alkalisierung des Reaktionsmediums auf pH ~10.
Mangan-Standardlösung 1000 mg/L Mn7785-87-7Zertifiziertes CRM (z. B. Merck Certipur) aus MnSO₄. Für Kalibrierung: 0,05; 0,1; 0,5; 1,0; 2,0; 5,0 mg/L.
Deionisiertes WasserFrei von Mangan, Leitfähigkeit <0,1 mS/m.

Arbeitsschutz und Sicherheit

Häufige Fragen

Welche Norm beschreibt diese Prüfung?

Die Prüfung erfolgt nach ISO 6333:1986 — „Water quality — Determination of manganese — Formaldoxime spectrometric method“.

Wie funktioniert diese Methode?

Mangan(II) reagiert mit Formaldoxim (CH₂=NOH, Formaldehyd-Oxim) in alkalischem Medium (pH ~10) und bildet einen orangefarbenen Komplex, dessen Absorption bei 450 nm gemessen wird. Eiseninterferenzen werden durch Zugabe von EDTA und Hydroxylaminhydrochlorid eliminiert, die Fe³⁺ und Fe²⁺ komplexieren und deren Reaktion mit Formaldoxim verhindern.

Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?

Messbereich: 0,01–5,0 mg/L Mn; Wellenlänge: 450 nm; Nachweisgrenze: 0,01 mg/L; Genauigkeit: ±5% im Bereich 0,05–5,0 mg/L.

Wie lange dauert die Prüfung?

Die für die einzelnen Schritte angegebenen Zeiten ergeben zusammen rund 22 Min.–27 Min. Das Verfahren umfasst 8 Schritte.

Welche Geräte werden benötigt?

UV-VIS-Spektrophotometer, Glas-/Quarzküvetten 10–50 mm, Automatische Pipetten, Messkolben (50, 100 mL), Analysenwaage (0,1 mg). Richtpreis für das Kerngerät (UV-VIS-Spektrophotometer): 15.000–60.000 PLN.

Wo wird diese Prüfung eingesetzt?

Trinkwasserqualitätskontrolle (Gesetzblatt 2017 Pos. 2294 – Grenzwert 50 µg/L); Grundwassermonitoring (Brunnen, Fassungen); Kontrolle von Entmanganisierungsprozessen; Oberflächenwasseruntersuchung; Wasserkontrolle in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie; Industrieabwassermonitoring.

Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?

Formaldehyd (Formalin) – krebserzeugend Kat. 1B (H350), giftig beim Einatmen (H331), reizend. Unter Abzug arbeiten!; NaOH 10 mol/L – stark ätzend (H314). Verursacht schwere Verätzungen der Haut und Augenschäden.; EDTA-Na₂ – augenreizend (H319). Schutzbrille verwenden.; Schutzbrille, Nitrilhandschuhe und Laborkittel erforderlich.; Formaldehydhaltiger Abfall – getrennt als gefährlicher Abfall sammeln.

Welches Labor führt diese Prüfung durch?

Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer ISO 6333.

🔍 Labor finden, das diese Prüfung durchführt