⛰️ Siebanalyse von Gesteinskörnungen

Bauwesen PN-EN 933-1

Bestimmung der Korngrößenverteilung von Gesteinskörnungen durch Siebung mit genormten Prüfsieben. Grundlegende Qualitätsprüfung von Gesteinskörnungen.

Übersicht

Die Siebanalyse ist die wichtigste und am häufigsten durchgeführte Prüfung von Gesteinskörnungen, die die Bestimmung der Korngrößenverteilung ermöglicht. Sie besteht darin, eine getrocknete Gesteinsprobe durch einen Satz Siebe mit abnehmenden Maschenweiten zu sieben und den prozentualen Anteil einzelner Fraktionen zu bestimmen. Die Ergebnisse werden als Siebkurve dargestellt — grafische Beziehung zwischen kumulativem Siebdurchgang und Siebmaschenweite.

Die Korngrößenverteilung von Gesteinskörnungen hat grundlegende Bedeutung für die Eigenschaften von Beton, Asphaltmischungen, Straßenunterbauten und Schüttungen. Die richtige Wahl der Körnung gewährleistet optimale Verdichtbarkeit, Festigkeit und Dauerhaftigkeit des Baustoffs. Die Norm PN-EN 933-1 definiert den Standardsiebsatz (0,063; 0,125; 0,25; 0,5; 1; 2; 4; 8; 16; 31,5; 63 mm) und das Prüfverfahren.

Die Siebanalyse wird in jedem Baustoff- und Straßenlabor durchgeführt. Sie ist bei der werkseigenen Produktionskontrolle von Gesteinskörnungen (WPK) und bei der Abnahme von Gesteinskörnungen auf Baustellen verpflichtend. Anhand der Ergebnisse werden Gesteinskörnungen in entsprechende Kategorien von Über- und Unterkorn (z. B. GC85/20, GF85) gemäß PN-EN 12620 (für Beton) und PN-EN 13043 (für Asphaltmischungen) klassifiziert.

Die Prüfung erfordert sorgfältige Probenvorbereitung — Trocknung bis zur Massekonstanz bei 110 ± 5°C. Die Probenmasse hängt vom maximalen Korndurchmesser ab (z. B. 10 kg für 31,5-mm-Gesteinskörnung). Die Siebung kann manuell oder maschinell (Siebmaschine) erfolgen, und die Siebzeit muss ausreichend sein, um eine vollständige Fraktionstrennung zu gewährleisten.

Prinzip der Methode

Eine getrocknete Gesteinskörnung mit bestimmter Masse wird durch einen Siebsatz gesiebt, der vom größten bis zum kleinsten Maschenweite angeordnet ist. Die Siebung erfolgt maschinell (Siebmaschine) oder manuell, bis die Masse des Materials auf jedem Sieb sich nicht mehr als 1% während einer Minute Siebung ändert. Nach Abschluss wird der Rückstand auf jedem Sieb gewogen und der Durchgang berechnet — prozentualer Masseanteil der durch ein bestimmtes Sieb passierenden Körner im Verhältnis zur Gesamtprobenmasse. Die Ergebnisse werden als Siebkurve dargestellt.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Siebsatz0,063; 0,125; 0,25; 0,5; 1; 2; 4; 8; 16; 31,5; 63 mm
ProbenmasseAbhängig von D_max: 0,2 kg (4 mm) bis 40 kg (63 mm)
Trocknungstemperatur110 ± 5°C bis zur Massekonstanz
SiebzeitBis <1% Masseänderung/Min. auf jedem Sieb
Waagengenauigkeit±0,1% der Probenmasse

Norm

Normnummer
PN-EN 933-1:2012
Titel (PL)
Badania geometrycznych właściwości kruszyw — Część 1: Oznaczanie składu ziarnowego — Metoda przesiewania
Title (EN)
Tests for geometrical properties of aggregates — Part 1: Determination of particle size distribution — Sieving method

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Probenahme und Vorbereitung

Repräsentative Probe gem. PN-EN 932-1 nehmen. Durch Vierteilung auf erforderliche Prüfmasse reduzieren.

⏱ Zeit: 15–30 Min.

2. Probentrocknung

Probe im Trockenschrank bei 110 ± 5°C bis zur Massekonstanz trocknen (Masseänderung <0,1% nach 1 h Trocknung). Abkühlen.

⏱ Zeit: 12–24 h • 🌡 Temperatur: 110 ± 5°C

3. Probenwägung

Getrocknete Probe mit ±0,1% Massegenauigkeit wiegen. Masse als M₁ aufzeichnen.

⏱ Zeit: 2 Min.

4. Waschen auf 0,063-mm-Sieb

Probe auf 0,063-mm-Sieb platzieren. Mit Wasser waschen bis klares Wasser erhalten. Rückstand vorsichtig in Behälter überführen.

⏱ Zeit: 10–20 Min.

5. Trocknung nach Waschung

Gewaschene Probe erneut bei 110 ± 5°C bis zur Massekonstanz trocknen. Als M₂ wiegen.

⏱ Zeit: 4–12 h • 🌡 Temperatur: 110 ± 5°C

6. Maschinelle Siebung

Siebe von größter Maschenweite (oben) bis kleinster (unten) mit Auffangschale anordnen. Probe auf oberstes Sieb geben. Siebmaschine starten.

⏱ Zeit: 10–15 Min.

7. Kontrolle der Siebvollständigkeit

Prüfen, ob Masseänderung auf jedem Sieb <1% während 1 Minute manueller Siebung ist. Falls nicht — fortsetzen.

8. Fraktionswägung

Rückstand auf jedem Sieb mit ±0,1% Probenmasse-Genauigkeit wiegen. Massen summieren — Verlust darf 1% von M₁ nicht überschreiten.

⏱ Zeit: 10 Min.

9. Berechnungen

Für jedes Sieb berechnen: Rückstand [%], Durchgang [%], kumulativer Durchgang [%]. Siebkurve zeichnen.

10. Dokumentation und Klassifizierung

Prüfbericht erstellen. Gesteinskörnung gem. Über-/Unterkorn klassifizieren (GC-, GF-Kategorien gem. PN-EN 12620).

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
Siebsatz Ø315 oder Ø400 mmRETSCH, Endecotts, CONTROLS — Edelstahlsiebe gem. ISO 3310-1/2300–800 PLN/Stück
SiebmaschineRETSCH AS 200, Controls 15-D0430, Endecotts Octagon 2008 000–25 000 PLN
Labortrockenschrank 300 LBinder FD 260, POL-EKO SLW 400, Memmert UF4508 000–20 000 PLN
Laborwaage 30 kgRadwag WLC 30/A2, KERN FKB 36K0.1, Genauigkeit 0,1 g2 000–5 000 PLN
Behälter, SiebbürstenStahl oder Aluminium, weiche Nylonbürsten50–200 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
LeitungswasserZum Waschen feiner Gesteinskörnung auf 0,063-mm-Sieb (Nasssiebung)
Dispergiermittel (optional)Natriumhexametaphosphat — zum Aufbrechen von Feinkornagglomeraten, 1% Lösung
Kontrollsiebe (Referenz)Zertifizierte Referenzsiebe zur periodischen Verifizierung von Arbeitssieben

Arbeitsschutz und Sicherheit

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