⚛️ Cadmium im Wasser — GF-AAS

Physikochemie PN-EN ISO 15586

Kurz gefasst

Bestimmung von Spurenkonzentrationen von Cadmium im Wasser durch Atomabsorptionsspektrometrie mit Graphitrohr (GF-AAS). Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 15586:2005; Linearer Bereich: 0,2–5 µg/L. Das Verfahren umfasst 10 Schritte (insgesamt rund 1 Tage 58 Min.); eingesetzt wird sie unter anderem für: Trinkwasserqualitätskontrolle (Cd ≤5 µg/L), Industrielle Abwasserüberwachung (Metallurgie, Galvanotechnik), Prüfung von Grundwasser bei Abfalldeponien.

Auf einen Blick

  • Norm: PN-EN ISO 15586:2005
  • Kategorie: Physikochemie
  • Verfahrensschritte: 10
  • Gesamtdauer der Schritte: 1 Tage 58 Min.
  • Wellenlänge: 228,8 nm
  • Nachweisgrenze (LOD): ~0,05 µg/L
  • Bestimmungsgrenze (LOQ): ~0,2 µg/L

Übersicht

Cadmium (Cd) ist ein Schwermetall mit starker toxischer Wirkung — es akkumuliert im Körper (Halbwertszeit in Nieren beträgt 10–30 Jahre), verursacht Nierenschäden (Cadmium-Nephropathie), Osteoporose (Itai-Itai-Krankheit), ist krebserzeugend (Gruppe 1 nach IARC). Die zulässige Cadmiumkonzentration im Trinkwasser beträgt 5 µg/L (EU-Richtlinie 2020/2184) — eine der niedrigsten Grenzwerte unter Schwermetallen.

Quellen von Cadmium in Gewässern sind metallurgische Industrie (Zink, Kupfer), Ni-Cd-Batterieproduktion, Phosphordüngung (Phosphate enthalten Cadmium als Verunreinigung), Galvanotechnik und Korrosion von verzinkten Stahlrohren. Cadmium ist sehr mobil im Wasserumfeld bei niedrigem pH.

Die GF-AAS-Technik ist besonders geeignet für die Cadmiumbestimmung aufgrund ausgezeichneter Empfindlichkeit — eine Nachweisgrenze von etwa 0,05 µg/L ermöglicht zuverlässige Bestimmung auf 1/10 des zulässigen Standards. Cadmium atomisiert bei relativ niedriger Temperatur (1500–1800°C), ist aber empfindlich gegenüber Chloridinterferenzen — überschüssige Chloride können vorzeitiges Verflüchtigen von Cadmium während der Pyrolyse verursachen. Daher ist die Verwendung eines Matrixmodifikators (NH₄H₂PO₄) obligatorisch.

Die Norm PN-EN ISO 15586 gibt detaillierte instrumentelle Bedingungen für Cadmium an: Wellenlänge 228,8 nm, Modifikator NH₄H₂PO₄ oder Mischung Mg(NO₃)₂ + NH₄H₂PO₄, Pyrolysetemperatur 500–700°C (mit Modifikator), Atomisierungstemperatur 1500–1800°C.

Prinzip der Methode

Eine Wasserprobe (10–20 µL) wird in ein Graphitrohr im Ofen dosiert. Das Temperaturprogramm umfasst: Trocknung (110–130°C), Pyrolyse (500–700°C mit NH₄H₂PO₄-Modifikator — Matrixentfernung ohne Cd-Verluste), Atomisierung (1500–1800°C — Verdampfung und Atomisierung von Cadmium), Reinigung (2400°C). Freie Cd-Atome absorbieren Strahlung einer Hohlkathodenlampe bei 228,8 nm. Die Absorption (Peakfläche) ist proportional zur Cadmiummasse in der Probe. Untergrundkorrektur (Zeeman oder D₂-Lampe) eliminiert unspezifische Absorption von Matrixkomponenten.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Wellenlänge228,8 nm
Nachweisgrenze (LOD)~0,05 µg/L
Bestimmungsgrenze (LOQ)~0,2 µg/L
Linearer Bereich0,2–5 µg/L
Atomisierungstemperatur1500–1800°C
MatrixmodifikatorNH₄H₂PO₄ + Mg(NO₃)₂

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 15586:2005
Titel (PL)
Jakość wody — Oznaczanie pierwiastków śladowych z zastosowaniem atomowej spektrometrii absorpcyjnej z piecem grafitowym
Title (EN)
Water quality — Determination of trace elements using atomic absorption spectrometry with graphite furnace

Schritt-für-Schritt-Verfahren

  1. Vorbereitung der Gefäße

    PP/PTFE-Gefäße in 10% HNO₃ (min. 24 h) einweichen, dreimal mit ultrareinem Wasser spülen. Kein Glas verwenden — Cadmium adsorbiert an Glas.

    ⏱ Zeit: 24 h

  2. Ansäuerung und Lagerung von Proben

    Suprapur HNO₃ auf pH <2 zugeben (1 mL konz. HNO₃ pro 100 mL Probe). In PP bei 4°C lagern. Analyse innerhalb 14 Tage.

    ⏱ Zeit: 5 min

  3. Herstellung von Standards

    Kalibrierreihe herstellen: 0, 0,5, 1, 2, 3, 5 µg/L Cd in 1% HNO₃. Standards unmittelbar vor Messung herstellen.

    ⏱ Zeit: 15 min

  4. Einstellung des Temperaturprogramms

    Trocknung: 110°C (30 s), 130°C (20 s). Pyrolyse: 600°C (20 s). Atomisierung: 1650°C (5 s, Messung). Reinigung: 2400°C (3 s). Ar-Fluss: 250 mL/min (Stopp bei Atomisierung).

    🌡 Temperatur: 110–2400°C

  5. Dosierung des Modifikators

    Autosampler dosiert 5 µL Mischung NH₄H₂PO₄ 1% + Mg(NO₃)₂ 0,1% zusammen mit 15 µL Probe in Graphitrohr.

    ⏱ Zeit: 5 min

  6. Kalibrierung

    Standard-Reihe messen. Kalibrierkurve erstellen (Peakfläche vs Konzentration). R² ≥0,998. Empfindlichkeit (Steigung) prüfen.

    ⏱ Zeit: 20 min

  7. Probenmessung

    Proben in Doppelbestimmungen messen. Zeit einer Messung ca. 3 min (Temperaturprogramm + Abkühlung). Gerät arbeitet automatisch.

    ⏱ Zeit: 3 min/Probe

  8. Qualitätskontrolle

    Alle 10 Proben: Blindprobe <LOD, Kontrollstandard (Wiederfindung 90–110%), Doppelbestimmung (RPD <15%). Bei neuer Matrix — Standardadditionsmethode.

    ⏱ Zeit: 10 min

  9. Überprüfung der Graphitrohre

    Rohrzustand überwachen — nach 100–300 Atomisierungen austauschen. Verschleißzeichen ist Empfindlichkeitsabfall und Verschlechterung der Wiederholbarkeit.

  10. Berechnung und Berichterstattung

    Cd-Konzentration aus Kalibrierkurve. Ergebnis in µg/L mit Messunsicherheit. Für Ergebnisse <LOQ als "<LOQ (0,2 µg/L)" berichten.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
AAS-Spektrometer mit GraphitrohrAgilent 280Z AA, Analytik Jena ZEEnit 700P, Shimadzu AA-7000150 000–400 000 PLN
AutosamplerAgilent GTA 120, Analytik Jena MPE 60im Gerät enthalten
Hohlkathodenlampe (HCL) CdAgilent Cd HCL, Heraeus, Photron — Strom 4 mA800–2 000 PLN
Graphitrohre mit L'vov-PlattformPyrolytisch beschichtete Rohre mit Plattform — verbesserte Empfindlichkeit und Wiederholbarkeit50–150 PLN/Stk.
Argon 5.0 (Schutzgas)50 L Flasche, zweistufiger Druckminderer, Reinheit 99,999%300–600 PLN/Flasche
PP/PTFE-GefäßePolypropylen- oder PTFE-Behälter — kein Glas verwenden (Cd-Adsorption)5–30 PLN/Stk.

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Cd-Standardlösung 1000 mg/L7440-43-9Zertifiziertes CRM in 2% HNO₃ (z.B. Merck CertiPUR), rückverfolgbar auf NIST SRM
Salpetersäure 65% Suprapur7697-37-2Ultrareines HNO₃ zum Ansäuern von Proben (pH <2) und Herstellen von Verdünnungen
Modifikator — NH₄H₂PO₄7722-76-1Ammoniumdihydrogenphosphat 1% (w/v) — verhindert Cd-Verflüchtigung bei Chloridmatrizes
Modifikator — Mg(NO₃)₂10377-60-3Magnesiumnitrat 0,1% (w/v) — zusammen mit NH₄H₂PO₄ für optimale Stabilisierung verwendet
Ultrareines WasserLeitfähigkeit ≥18,2 MΩ·cm, Milli-Q-System — obligatorisch für Spuren-Cd-Analyse
Verdünnte Salpetersäure 1%Zum Spülen von Gefäßen und als Blindprobe — hergestellt aus Suprapur HNO₃ und ultrareinem Wasser

Arbeitsschutz und Sicherheit

Häufige Fragen

Welche Norm beschreibt diese Prüfung?

Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 15586:2005 — „Water quality — Determination of trace elements using atomic absorption spectrometry with graphite furnace“.

Wie funktioniert diese Methode?

Eine Wasserprobe (10–20 µL) wird in ein Graphitrohr im Ofen dosiert. Das Temperaturprogramm umfasst: Trocknung (110–130°C), Pyrolyse (500–700°C mit NH₄H₂PO₄-Modifikator — Matrixentfernung ohne Cd-Verluste), Atomisierung (1500–1800°C — Verdampfung und Atomisierung von Cadmium), Reinigung (2400°C).

Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?

Wellenlänge: 228,8 nm; Nachweisgrenze (LOD): ~0,05 µg/L; Bestimmungsgrenze (LOQ): ~0,2 µg/L; Linearer Bereich: 0,2–5 µg/L.

Wie lange dauert die Prüfung?

Die für die einzelnen Schritte angegebenen Zeiten ergeben zusammen rund 1 Tage 58 Min. Das Verfahren umfasst 10 Schritte.

Welche Geräte werden benötigt?

AAS-Spektrometer mit Graphitrohr, Autosampler, Hohlkathodenlampe (HCL) Cd, Graphitrohre mit L'vov-Plattform, Argon 5.0 (Schutzgas), PP/PTFE-Gefäße. Richtpreis für das Kerngerät (AAS-Spektrometer mit Graphitrohr): 150 000–400 000 PLN.

Wo wird diese Prüfung eingesetzt?

Trinkwasserqualitätskontrolle (Cd ≤5 µg/L); Industrielle Abwasserüberwachung (Metallurgie, Galvanotechnik); Prüfung von Grundwasser bei Abfalldeponien; Kontrolle von Cadmium in landwirtschaftlichen Gewässern (Einfluss von Phosphordüngern); Überwachung von Oberflächengewässern (Wasserrahmenrichtlinie); Analyse von Cadmium in Klärschlamm (nach Mineralisierung); Lebensmittelkontrolle — Wasser für Lebensmittelproduktion.

Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?

Cadmiumverbindungen — krebserzeugend Kat. 1B (H350), toxisch, kumulierend — unbedingt Handschuhe, Schutzbrille, Arbeit unter Abzug; Konzentrierte Salpetersäure — ätzend, rauchend — Arbeit unter Abzug, säurebeständige Handschuhe; Graphitrohr — Temperaturen bis 2500°C — während Betrieb und Abkühlung nicht berühren; Cd-haltige Abfälle — als Sondermüll sammeln, nicht in Abwasser gießen; Argon — in geschlossenen Räumen kann Sauerstoff verdrängen, Belüftung sicherstellen; Regelmäßige berufliche Expositionstests für Cd (Cadmium im Urin) für Labormitarbeiter.

Welches Labor führt diese Prüfung durch?

Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer PN-EN ISO 15586.

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