🧪 Formaldehyd im Wasser

Physikochemie PN-71/C-04593

Kurz gefasst

Spektrophotometrische Bestimmung von Formaldehyd im Wasser nach der Acetylaceton-Methode (Hantzsch). Die Prüfung erfolgt nach PN-C-04593:1971 (PN-71/C-04593); Messbereich: 10–5 000 µg/L (mit Verdünnung). Das Verfahren umfasst 10 Schritte (insgesamt rund 3 Std. 20 Min.); eingesetzt wird sie unter anderem für: Trinkwasserqualitätskontrolle — Formaldehydüberwachung, Untersuchung industrieller Abwässer (Chemiewerke, Sägewerke, Harzproduktion), Überwachung von Nebenprodukten der Wasserozonung.

Auf einen Blick

  • Norm: PN-C-04593:1971 (PN-71/C-04593)
  • Kategorie: Physikochemie
  • Verfahrensschritte: 10
  • Gesamtdauer der Schritte: 3 Std. 20 Min.
  • Messwellenlänge: 410 nm
  • Messbereich: 10–5 000 µg/L (mit Verdünnung)
  • Bestimmungsgrenze (LOQ): 10–50 µg/L (Küvette 1–5 cm)

Übersicht

Formaldehyd (HCHO) ist der einfachste Aldehyd, der in Gewässern als Verunreinigung industriellen Ursprungs (Herstellung von Harzen, Klebstoffen, Textilien), als Nebenprodukt der Wasserozonung sowie als natürliches Abbauprodukt organischer Substanz vorkommt. Er ist von der IARC als Karzinogen der Gruppe 1 eingestuft. Die zulässige Formaldehydkonzentration in Trinkwasser beträgt 50 µg/L gemäß WHO.

Die Acetylaceton-Methode (Nash-/Hantzsch-Methode) ist eine klassische kolorimetrische Technik, die auf der Kondensationsreaktion von Formaldehyd mit Acetylaceton und Ammoniumionen in Essigsäuremedium basiert. Das Reaktionsprodukt ist 3,5-Diacetyl-1,4-dihydrolutidin (DDL) — ein gelber Farbstoff mit einem Absorptionsmaximum bei 410 nm. Die Farbintensität ist proportional zur Formaldehydkonzentration in der Probe.

Die Methode zeichnet sich durch gute Selektivität aus — andere Aldehyde (Acetaldehyd, Propionaldehyd) interferieren nicht in den typischen Konzentrationen, die im Wasser vorkommen. Die Bestimmungsgrenze liegt bei 10–50 µg/L, abhängig von der optischen Weglänge der Küvette. Die Methode wird routinemäßig in Wasser- und Abwasserlabors eingesetzt.

Alternativ kann Formaldehyd im Wasser mittels HPLC mit DNPH-Derivatisierung (empfindlicher, LOD ~1 µg/L) oder enzymatisch bestimmt werden. Die spektrophotometrische Methode bleibt jedoch in der Routinelaborpraxis die einfachste und kostengünstigste.

DER EINTRAG ZITIERTE DIE FALSCHE NORM — BERICHTIGT UND DURCH DIE KATALOGKARTE BESTÄTIGT (23.09.2026). Bis heute stand im Feld der vollständigen Bezeichnung „PN-EN ISO 12460-5:2016" und im Normtitel „Oznaczanie formaldehydu w wodzie — Metoda spektrofotometryczna z acetyloacetonem" [Bestimmung von Formaldehyd in Wasser — Spektrophotometrisches Verfahren mit Acetylaceton]. DIESER TITEL GEHÖRT ZU KEINER NORM: Die PKN-Katalogkarte für PN-EN ISO 12460-5:2016-02 (Abruf 23.09, sklep.pkn.pl) gibt „Płyty drewnopochodne — Oznaczanie emisji formaldehydu — Część 5: Metoda ekstrakcyjna (zwana metodą perforatora)" [Holzwerkstoffe — Bestimmung der Formaldehydabgabe — Teil 5: Extraktionsverfahren (sogenanntes Perforatorverfahren)] an, 28 Seiten, Veröffentlichungsdatum 23-02-2016. Das ist eine Norm über die FORMALDEHYDABGABE AUS HOLZWERKSTOFFPLATTEN, geprüft mit dem Perforatorverfahren — ein anderer Prüfgegenstand, eine andere Matrix und eine andere Technik als das in diesem Eintrag beschriebene Acetylaceton-Verfahren für Wasser. DAS RICHTIGE BEZUGSDOKUMENT IST PN-C-04593:1971 — PKN-Karte (Abruf 23.09): „Woda i ścieki — Oznaczanie zawartości aldehydu mrówkowego" [Wasser und Abwasser — Bestimmung des Gehalts an Ameisensäurealdehyd], polnische Fassung, Veröffentlichungsdatum 06-11-1971, 3 Seiten, technisches Organ KT 122 Wasserbeschaffenheit — Chemische Untersuchungen — Organische Stoffe. „Aldehyd mrówkowy" ist der alte polnische Name des Formaldehyds, daher sind das in diesem Eintrag beschriebene Verfahren und diese Norm ein und dasselbe. DIE AKKREDITIERUNGSUMFÄNGE BESTÄTIGEN DAS UND ENTSCHEIDEN AUCH ÜBER DIE FORM DES SCHLÜSSELS: Der Eintrag „PN-71/C-04593" kommt 3-mal bei DREI Laboratorien vor (AB 176, AB 199, AB 663), die Form nach der neuen Konvention, „PN-C-04593", KOMMT KEIN EINZIGES MAL VOR. Der Schlüssel wurde auf die alte Form gesetzt — der Reiter zeigt jetzt drei Laboratorien statt keines („PN-ISO 12460" ergab 0 Positionen bei 0 Laboratorien, weil es eine solche Bezeichnung in den Umfängen überhaupt nicht gibt). WIE DER FEHLER ZUTAGE KAM: nicht beim Lesen des Eintrags, sondern beim Vergleich des Schlüsselfelds mit dem Feld der vollständigen Bezeichnung im selben Datensatz. Der Schlüssel lautete „PN-ISO 12460", die vollständige Bezeichnung „PN-EN ISO 12460-5:2016" — das erste war nicht der Anfang des zweiten, was bei einem Feld, das eine Kurzform der Bezeichnung sein soll, schon für sich ein Signal ist. Die Durchsicht wurde gebaut, um ZU BREITE Schlüssel zu suchen; gefunden wurde mit ihr ein Eintrag mit einer Norm über einen fremden Prüfgegenstand.

Prinzip der Methode

Formaldehyd reagiert mit Acetylaceton (2,4-Pentandion) und Ammoniumionen (aus Ammoniumacetat) in der Hantzsch-Reaktion unter Bildung von 3,5-Diacetyl-1,4-dihydrolutidin (DDL). Es handelt sich um eine Kondensationsreaktion, die zur Bildung eines gelben Farbstoffs mit einem Absorptionsmaximum bei λ = 410 nm führt. Die Reaktion verläuft bei 40°C über 30 Minuten oder bei Raumtemperatur über 60 Minuten. Die Absorbanz wird mit einem UV-Vis-Spektrophotometer in einer 1-cm- oder 5-cm-Küvette gemessen. Die Formaldehydkonzentration wird aus der mit Formaldehyd-Standardlösungen erstellten Kalibrierkurve berechnet.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Messwellenlänge410 nm
Messbereich10–5 000 µg/L (mit Verdünnung)
Bestimmungsgrenze (LOQ)10–50 µg/L (Küvette 1–5 cm)
Reaktionstemperatur40°C / 30 min oder 20°C / 60 min
Präzision (VK)3–8%
SelektivitätHoch — keine Interferenz von C2–C4-Aldehyden

Norm

Normnummer
PN-C-04593:1971 (PN-71/C-04593)
Titel (PL)
Woda i ścieki — Oznaczanie zawartości aldehydu mrówkowego
Title (EN)
Water and wastewater — Determination of formaldehyde content

Schritt-für-Schritt-Verfahren

  1. Herstellung des Nash-Reagenzes

    150 g Ammoniumacetat in ~800 mL deionisiertem Wasser lösen. 3 mL Eisessig und 2 mL Acetylaceton zugeben. Auf 1 L auffüllen. In dunkler Flasche bei 4°C aufbewahren (1 Monat stabil).

    ⏱ Zeit: 15 min

  2. Standardvorbereitung

    Aus dem Formaldehydstandard (37%) eine Arbeitslösung von 100 mg/L herstellen. Kalibrierreihe erstellen: 0; 0,05; 0,1; 0,25; 0,5; 1,0; 2,0; 5,0 mg/L in 25-mL-Messkolben.

    ⏱ Zeit: 20 min

  3. Farbreaktion — Standards

    Zu jedem Standard (10 mL) 2 mL Nash-Reagenz zugeben. Mischen. Im Wasserbad bei 40°C für 30 Minuten inkubieren.

    ⏱ Zeit: 30 min • 🌡 Temperatur: 40°C

  4. Abkühlung

    Reagenzgläser aus dem Wasserbad nehmen. Im Dunkeln auf Raumtemperatur abkühlen (30 min). DDL-Farbstoff ist 2 Stunden stabil.

    ⏱ Zeit: 30 min

  5. Absorbanzmessung — Kalibrierung

    Absorbanz der Standards bei 410 nm gegen Blindprobe (Wasser + Nash-Reagenz) messen. Kalibrierkurve A = f(c) erstellen.

    ⏱ Zeit: 15 min

  6. Probenvorbereitung

    Zu 10 mL Wasserprobe 2 mL Nash-Reagenz zugeben. Mischen. Bei 40°C / 30 min inkubieren, 30 min abkühlen (wie Standards).

    ⏱ Zeit: 60 min • 🌡 Temperatur: 40°C

  7. Absorbanzmessung — Proben

    Absorbanz der Proben bei 410 nm in 1-cm-Küvette (oder 5 cm für niedrige Konzentrationen) messen. Konzentration aus Kalibrierkurve ablesen.

    ⏱ Zeit: 5 min

  8. Berechnung

    HCHO-Konzentration [µg/L] = Ablesung aus Kalibrierkurve × Verdünnungsfaktor. Blindprobe und Kontrollprobenkorrektur berücksichtigen.

    ⏱ Zeit: 5 min

  9. Qualitätskontrolle

    Kontrollprobe (CRM oder Spike 0,5 mg/L) — Wiederfindung 90–110%. Blindprobe < LOQ. Duplikat: RSD < 10%.

    ⏱ Zeit: 10 min

  10. Reinigung

    Küvetten mit deionisiertem Wasser und Ethanol spülen. Nash-Reagenz bei 4°C im Dunkeln aufbewahren. Abfälle im Behälter für organische Abfälle sammeln.

    ⏱ Zeit: 10 min

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
UV-Vis-SpektrophotometerHach DR 6000, Shimadzu UV-1900i, Agilent Cary 6015 000–80 000 PLN
Glas-/Quarzküvetten 1–5 cmHellma, Starna, optische Küvetten Borosilikat/Quarz100–500 PLN/Stk.
WasserbadMemmert WNB 10, Julabo TW 12, PolyScience WB053 000–10 000 PLN
Automatische PipettenEppendorf Research Plus 100–1000 µL, 1–5 mL800–2 000 PLN
Messkolben Klasse A25, 50, 100, 250 mL, Borosilikat Klasse A30–80 PLN/Stk.
AnalysenwaageMettler Toledo XPR205, Sartorius Quintix 2248 000–25 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Acetylaceton (2,4-Pentandion)123-54-6P.a., 2 mL pro 1 L Nash-Reagenz
Ammoniumacetat (CH₃COONH₄)631-61-8150 g pro 1 L Nash-Reagenz — Quelle für NH₄⁺-Ionen
Eisessig (CH₃COOH)64-19-73 mL pro 1 L Nash-Reagenz — pH-Einstellung ~6
Formaldehyd-Standardlösung50-00-0Formaldehyd 37%, stabilisiert mit Methanol, zur Erstellung der Kalibrierkurve
Deionisiertes Wasser—Widerstand >18,2 MΩ·cm, für Verdünnungen und Blindproben

Arbeitsschutz und Sicherheit

Häufige Fragen

Welche Norm beschreibt diese Prüfung?

Die Prüfung erfolgt nach PN-C-04593:1971 (PN-71/C-04593) — „Water and wastewater — Determination of formaldehyde content“.

Wie funktioniert diese Methode?

Formaldehyd reagiert mit Acetylaceton (2,4-Pentandion) und Ammoniumionen (aus Ammoniumacetat) in der Hantzsch-Reaktion unter Bildung von 3,5-Diacetyl-1,4-dihydrolutidin (DDL). Es handelt sich um eine Kondensationsreaktion, die zur Bildung eines gelben Farbstoffs mit einem Absorptionsmaximum bei λ = 410 nm führt.

Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?

Messwellenlänge: 410 nm; Messbereich: 10–5 000 µg/L (mit Verdünnung); Bestimmungsgrenze (LOQ): 10–50 µg/L (Küvette 1–5 cm); Reaktionstemperatur: 40°C / 30 min oder 20°C / 60 min.

Wie lange dauert die Prüfung?

Die für die einzelnen Schritte angegebenen Zeiten ergeben zusammen rund 3 Std. 20 Min. Das Verfahren umfasst 10 Schritte.

Welche Geräte werden benötigt?

UV-Vis-Spektrophotometer, Glas-/Quarzküvetten 1–5 cm, Wasserbad, Automatische Pipetten, Messkolben Klasse A, Analysenwaage. Richtpreis für das Kerngerät (UV-Vis-Spektrophotometer): 15 000–80 000 PLN.

Wo wird diese Prüfung eingesetzt?

Trinkwasserqualitätskontrolle — Formaldehydüberwachung; Untersuchung industrieller Abwässer (Chemiewerke, Sägewerke, Harzproduktion); Überwachung von Nebenprodukten der Wasserozonung; Kontrolle von Schwimmbadwasser; Untersuchung von Oberflächengewässern in der Umgebung von Industriebetrieben; Analyse von Prozesswasser in der Textil- und Papierindustrie.

Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?

Formaldehyd 37% — karzinogen (Kat. 1), mutagen, sensibilisierend — ausschließlich unter Abzug arbeiten!; Acetylaceton — leicht entzündlich, atemwegsreizend, unter Abzug verwenden; Eisessig — ätzend, Haut- und Augenverätzungen, säurebeständige Handschuhe; Schutzbrille, Laborkittel und Nitrilhandschuhe obligatorisch; Formaldehydhaltige Abfälle als Sonderabfall entsorgen.

Welches Labor führt diese Prüfung durch?

Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer PN-71/C-04593.

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