🦠 Fäkale Enterokokken im Wasser

Mikrobiologie PN-EN ISO 7899-2

Nachweis und quantitative Bestimmung von intestinalen Enterokokken im Wasser mittels Membranfiltration auf Slanetz-Bartley-Medium mit Bestätigung auf Galle-Äsculin-Azid-Agar.

Übersicht

Intestinale Enterokokken sind eine Gruppe von Bakterien der Gattung Enterococcus — hauptsächlich E. faecalis und E. faecium — die natürlicherweise den Magen-Darm-Trakt von Menschen und Warmblütern besiedeln. Sie sind ein anerkannter Indikator für fäkale Kontamination von Wasser, komplementär zu E. coli, zeichnen sich jedoch durch eine weitaus größere Resistenz gegenüber Umweltbedingungen, Chlorierung und Austrocknung aus.

Enterokokken sind ein besonders wertvoller Indikator in Situationen, in denen E. coli einer schnellen Inaktivierung unterliegen kann — in Meerwasser, Wasser nach intensiver Desinfektion und bei der Beurteilung alter fäkaler Kontamination. Die Überlebensfähigkeit von Enterokokken in der aquatischen Umgebung ist länger als die von E. coli, was sie zu einem besseren Marker für die Wirksamkeit von Aufbereitungsprozessen macht.

Die Methode nach PN-EN ISO 7899-2 umfasst zwei Stufen: vorläufige Isolierung auf Slanetz-Bartley-Medium (Agar mit Natriumazid und Triphenyltetrazoliumchlorid — TTC) und Bestätigung auf Galle-Äsculin-Azid-Agar (BEA). Enterokokken reduzieren TTC zu rotem Formazan und bilden charakteristische rote bis burgunderfarbene Kolonien. Auf BEA hydrolysieren sie Äsculin, was zu einer dunkelbraunen bis schwarzen Verfärbung um die Kolonien führt.

Enterokokken sind ein Pflichtparameter bei der Trinkwasseruntersuchung (Gesundheitsministerium-Verordnung) mit einem zulässigen Wert von 0 KBE/100 mL. Sie sind auch bei der Überwachung von Badegewässern (Richtlinie 2006/7/EG) und bei Flaschenwasser vorgeschrieben.

Prinzip der Methode

Die Wasserprobe wird durch eine 0,45-µm-Membran filtriert, die Bakterien zurückhält. Die Membran wird auf Slanetz-Bartley-Medium aufgelegt und bei 36±1°C für 40–48 h inkubiert. Das Medium enthält Natriumazid (Hemmer gramnegativer Bakterien) und 2,3,5-Triphenyltetrazoliumchlorid (TTC), das Enterokokken zu unlöslichem rotem Formazan reduzieren — vorläufige Kolonien sind rot, burgundfarben oder rosa. Anschließend wird die Membran auf Galle-Äsculin-Azid-Agar (BEA) übertragen und bei 44±0,5°C für 2 h inkubiert. Enterokokken hydrolysieren das Glykosid Äsculin zu Äsculetin, das mit Eisenionen im Medium reagiert und einen dunkelbraunen bis schwarzen Komplex bildet — Ergebnisbestätigung.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
ErgebnisKBE/100 mL (koloniebildende Einheiten)
Zulässiger Wert (Trinkwasser)0 KBE/100 mL
Isolierungstemperatur36 ± 1°C (vorläufige Stufe)
Bestätigungstemperatur44 ± 0,5°C (Bestätigungsstufe)
Inkubationszeit40–48 h (Isolierung) + 2 h (Bestätigung)
Probenvolumen100 mL (Standard)

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 7899-2:2004
Titel (PL)
Jakość wody — Wykrywanie i oznaczanie ilościowe enterokoków kałowych — Część 2: Metoda filtracji membranowej
Title (EN)
Water quality — Detection and enumeration of intestinal enterococci — Part 2: Membrane filtration method

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Arbeitsplatzvorbereitung

Filtrationsanlage sterilisieren. Slanetz-Bartley- und BEA-Platten vorbereiten. Brutschranktemperaturen prüfen (36°C und 44°C).

⏱ Zeit: 20 min

2. Chlorneutralisierung

Natriumthiosulfat zur chlorhaltigen Probe hinzufügen (1,8 %-Tablette). Vorsichtig mischen.

⏱ Zeit: 2 min

3. Membranfiltration

Sterilen 0,45-µm-Filter auf den Trichter legen. 100 mL Probe filtrieren. Trichter mit 20 mL sterilem Peptonwasser nachspülen.

⏱ Zeit: 5 min

4. Vorläufige Stufe — Slanetz-Bartley

Filter auf Slanetz-Bartley-Medium übertragen. Bei 36±1°C für 40–48 Stunden inkubieren.

⏱ Zeit: 40–48 h • 🌡 Temperatur: 36 ± 1°C

5. Ablesung vorläufiger Kolonien

Rote, burgundfarbene oder rosa Kolonien zählen (TTC-Reduktion zu Formazan). Anzahl und Verteilung der Kolonien notieren.

⏱ Zeit: 10 min

6. Bestätigungsstufe — BEA

Membran mit Kolonien auf BEA-Agaroberfläche übertragen (nicht umdrehen). Bei 44±0,5°C für 2 Stunden inkubieren. Sofort nach Inkubation ablesen.

⏱ Zeit: 2 h • 🌡 Temperatur: 44 ± 0,5°C

7. Ablesung bestätigter Kolonien

Kolonien mit braun-schwarzer Zone zählen (Äsculin-Hydrolyse). Diese Kolonien = bestätigte intestinale Enterokokken.

⏱ Zeit: 10 min

8. Ergebnisberechnung

Ergebnis = Anzahl bestätigter Kolonien / Probenvolumen × 100. Ergebnis in KBE/100 mL angeben.

⏱ Zeit: 5 min

9. Qualitätskontrolle

Positivkontrolle: E. faecalis ATCC 29212 Stamm. Negativkontrolle: steriles Wasser. Medienkontrolle: Sterilität und Reinheit.

⏱ Zeit: 15 min

10. Entsorgung

Alle Platten mit Kolonien autoklavieren (121°C/30 min) vor Entsorgung als infektiöser Abfall.

⏱ Zeit: 30 min

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
MembranfiltrationsanlageSartorius Combisart, Merck EZ-Fit, Pall MicroFunnel3 000–12 000 PLN
VakuumpumpeKNF Laboport N 810, Sartorius 166123 000–8 000 PLN
Brutschrank 36°CBinder BD 56, Memmert IN30, Pol-Eko CLN 325 000–15 000 PLN
Brutschrank 44°C (Präzision)Binder BD 23 mit ±0,5°C Regelung, Memmert IN30plus6 000–18 000 PLN
Autoklav zur SterilisationTuttnauer ELV 2540, Systec VX-4020 000–45 000 PLN
Lupe / KolonienzählerStuart SC6+, Interscience Scan 5001 500–25 000 PLN
Laminar-Flow-WerkbankEsco Airstream, Telstar Bio II Advance15 000–40 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Slanetz-Bartley-AgarSelektivmedium mit Natriumazid und TTC zur vorläufigen Isolierung von Enterokokken. Hersteller: Merck, Oxoid, Biokar
Galle-Äsculin-Azid-Agar (BEA)Bestätigungsmedium mit Rindergalle, Äsculin, Eisenammoniumcitrat und Natriumazid
Membranfilter 0,45 µmMischcellulose-Ester (MCE), 47 mm Durchmesser, steril. Merck Millipore, Sartorius
2,3,5-Triphenyltetrazoliumchlorid (TTC)298-96-4Supplement zum Slanetz-Bartley-Medium, Konzentration 0,1 g/L
Natriumazid (NaN₃)26628-22-8Hemmstoff im Medium, hemmt gramnegative Bakterien. WARNUNG: hochgiftig!
Natriumthiosulfat (Na₂S₂O₃)7772-98-7Zur Neutralisierung von Chlor in Leitungswasserproben
Ringerlösung (1/4 Stärke)Zur Verdünnung von Proben, sterile 9-mL-Röhrchen

Arbeitsschutz und Sicherheit

🔍 Labor finden, das diese Prüfung durchführt