☣️ Chrom VI im Wasser

Physikochemie PN-EN ISO 18412

Kurz gefasst

Bestimmung von sechswertigem Chrom Cr(VI) durch spektrophotometrische Methode mit 1,5-Diphenylcarbazid. Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 18412:2007; Messbereich: 2–50 µg/L Cr(VI). Das Verfahren umfasst 10 Schritte (insgesamt rund 1 Std. 30 Min.); eingesetzt wird sie unter anderem für: Trinkwasserqualitätskontrolle (Cr gesamt ≤50 µg/L), Überwachung von Abwasser aus Galvanikbetrieben und Gerbereien, Prüfung von Grundwasser in Bereichen von Abfalldeponien.

Auf einen Blick

  • Norm: PN-EN ISO 18412:2007
  • Kategorie: Physikochemie
  • Verfahrensschritte: 10
  • Gesamtdauer der Schritte: 1 Std. 30 Min.
  • Messbereich: 2–50 µg/L Cr(VI)
  • Nachweisgrenze (LOD): ~2 µg/L
  • Wellenlänge: 540 nm

Übersicht

Sechswertiges Chrom Cr(VI) ist eine der gefährlichsten Wasserverunreinigungen — es ist ein starkes Oxidationsmittel, krebserzeugend (Gruppe 1 nach IARC), mutagen und teratogen. Quellen von Cr(VI) in Gewässern sind Galvanikbetriebe, Gerbereien, Chemieanlagen, Kraftwerke und natürliche Auslaugung aus chromhaltigen Mineralien. Die zulässige Gesamtchromkonzentration im Trinkwasser beträgt 50 µg/L (nach EU-Richtlinie 2020/2184 und MH-Verordnung).

Die Methode mit 1,5-Diphenylcarbazid (DPC) ist selektiv für Cr(VI) — in saurem Milieu (pH 1–2) reagieren Chromationen mit DPC unter Bildung eines rotvioletten Cr(III)-Diphenylcarbazon-Komplexes, dessen Absorption bei 540 nm gemessen wird. Die Reaktion ist hochempfindlich — die Nachweisgrenze beträgt etwa 2 µg/L und der lineare Bereich 2–50 µg/L.

Die Norm PN-EN ISO 18412 ist für schwach kontaminierte Wässer (Trinkwasser, Grundwasser, Oberflächenwasser) vorgesehen. Für stark kontaminierte Wässer (industrielles Abwasser) werden zusätzliche Verdünnung oder alternative Methoden (IC, ICP-MS) verwendet. Wichtig ist, dass die Methode nur Cr(VI) bestimmt — sie reagiert nicht mit Cr(III), was eine Chromspeziation ermöglicht.

Proben zur Cr(VI)-Bestimmung erfordern besondere Lagerbedingungen — sie müssen so schnell wie möglich analysiert werden (vorzugsweise innerhalb von 24 h), bei 4°C gelagert werden, und der Behälter darf keine reduzierenden Substanzen enthalten, die Cr(VI) zu Cr(III) reduzieren könnten.

Prinzip der Methode

In saurem Milieu (pH 1–2, nach Zugabe von Schwefelsäure) reagieren Chromationen CrO₄²⁻ mit 1,5-Diphenylcarbazid (DPC) unter Bildung eines rotvioletten Cr(III)-Diphenylcarbazon-Komplexes. Die Reaktion verläuft zweistufig: zuerst oxidiert Cr(VI) DPC zu Diphenylcarbazon und reduziert sich gleichzeitig zu Cr(III), dann bildet Cr(III) ein farbiges Chelat mit Diphenylcarbazon. Die Absorption des Komplexes wird spektrophotometrisch bei einer Wellenlänge von 540 nm gemessen. Die Farbintensität ist proportional zur Cr(VI)-Konzentration nach dem Lambert-Beer-Gesetz.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Messbereich2–50 µg/L Cr(VI)
Nachweisgrenze (LOD)~2 µg/L
Wellenlänge540 nm
Optischer Weg der Küvette10–50 mm
WiederholbarkeitCV <5% bei 20 µg/L
Farbreaktionszeit5–10 Minuten

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 18412:2007
Titel (PL)
Jakość wody — Oznaczanie chromu(VI) — Metoda fotometryczna dla wód słabo zanieczyszczonych
Title (EN)
Water quality — Determination of chromium(VI) — Photometric method for weakly contaminated water

Schritt-für-Schritt-Verfahren

  1. Herstellung der Cr(VI)-Standardlösung

    2,829 g K₂Cr₂O₇ (bei 102°C getrocknet, 2h) in Wasser lösen und auf 1 L auffüllen. Lösung 1000 mg/L Cr(VI). Arbeitsverdünnungen daraus herstellen.

    ⏱ Zeit: 20 min

  2. Herstellung der DPC-Lösung

    250 mg 1,5-Diphenylcarbazid in 50 mL Aceton lösen. In dunkler Flasche im Kühlschrank (4°C) lagern. Lösung verliert Gültigkeit nach Farbwechsel.

    ⏱ Zeit: 10 min

  3. Kalibrierreihe

    Standards herstellen: 0, 5, 10, 20, 30, 40, 50 µg/L Cr(VI) in 50 mL Messkolben aus Arbeitslösung.

    ⏱ Zeit: 15 min

  4. Ansäuerung von Proben und Standards

    Zu jeder Probe (und Standard) 1 mL H₂SO₄ 0,2 mol/L pro 50 mL Lösung zugeben. Mischen. pH sollte 1–2 betragen.

    ⏱ Zeit: 5 min

  5. Zugabe des DPC-Reagenzes

    1 mL DPC-Lösung zu jeder Probe zugeben. Mischen und 5 Minuten für vollständige Entwicklung der rotvioletten Farbe stehen lassen.

    ⏱ Zeit: 5 min

  6. Absorptionsmessung

    Absorption bei 540 nm in 10 mm Küvette (oder 50 mm für niedrige Konzentrationen) gegen Blindprobe (Wasser + Reagenzien) messen.

    ⏱ Zeit: 10 min

  7. Erstellung der Kalibrierkurve

    Absorption vs Cr(VI)-Konzentration auftragen. Korrelationskoeffizient R² ≥0,999. Probenkonzentrationen aus Kurve ablesen.

    ⏱ Zeit: 5 min

  8. Messung der Testproben

    Absorption der angesäuerten Proben mit DPC messen. Konzentrationen aus Kalibrierkurve ablesen. Für Konzentrationen >50 µg/L — Probe verdünnen.

    ⏱ Zeit: 10 min

  9. Qualitätskontrolle

    Kontrollprobe (Standard bekannter Konzentration), Doppelbestimmung und Blindprobe messen. Wiederfindung der Kontrollprobe: 90–110%.

    ⏱ Zeit: 10 min

  10. Berechnung und Berichterstattung

    Cr(VI)-Konzentration aus Kalibrierkurve berechnen. Eventuelle Verdünnung berücksichtigen. Ergebnis in µg/L mit Genauigkeit auf 1 µg/L angeben.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
UV-Vis-SpektrophotometerHach DR6000, Shimadzu UV-1900i, JASCO V-77015 000–60 000 PLN
Glas-/QuarzküvettenHellma 100-QS 10 mm und 50 mm150–600 PLN/Stk.
Automatische PipettenEppendorf Research Plus 0,5–5 mL, 100–1000 µL800–1 800 PLN
Messkolben Klasse ADURAN / Brand 50, 100, 250 mL40–100 PLN/Stk.
Wasserbad (optional)Zur Beschleunigung der Farbreaktion3 000–8 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
1,5-Diphenylcarbazid (DPC)140-22-70,5% (w/v) Lösung in Aceton; 250 mg in 50 mL Aceton. In dunkler Glasflasche lagern, gültig 1–2 Wochen.
Schwefelsäure 0,2 mol/L7664-93-9H₂SO₄ zur Ansäuerung der Probe — gewährleistet pH 1–2 erforderlich für Reaktion
Aceton p.a.67-64-1Lösungsmittel für DPC — analytische Qualität
Kaliumdichromat (Standard)7778-50-9K₂Cr₂O₇ — zur Herstellung von Cr(VI) 1000 mg/L Standardlösung; getrocknet bei 102°C
Destilliertes Wasser frei von ChromQualität mindestens Grad 2 nach PN-EN ISO 3696, auf Cr-Anwesenheit überprüft

Arbeitsschutz und Sicherheit

Häufige Fragen

Welche Norm beschreibt diese Prüfung?

Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 18412:2007 — „Water quality — Determination of chromium(VI) — Photometric method for weakly contaminated water“.

Wie funktioniert diese Methode?

In saurem Milieu (pH 1–2, nach Zugabe von Schwefelsäure) reagieren Chromationen CrO₄²⁻ mit 1,5-Diphenylcarbazid (DPC) unter Bildung eines rotvioletten Cr(III)-Diphenylcarbazon-Komplexes. Die Reaktion verläuft zweistufig: zuerst oxidiert Cr(VI) DPC zu Diphenylcarbazon und reduziert sich gleichzeitig zu Cr(III), dann bildet Cr(III) ein farbiges Chelat mit Diphenylcarbazon.

Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?

Messbereich: 2–50 µg/L Cr(VI); Nachweisgrenze (LOD): ~2 µg/L; Wellenlänge: 540 nm; Optischer Weg der Küvette: 10–50 mm.

Wie lange dauert die Prüfung?

Die für die einzelnen Schritte angegebenen Zeiten ergeben zusammen rund 1 Std. 30 Min. Das Verfahren umfasst 10 Schritte.

Welche Geräte werden benötigt?

UV-Vis-Spektrophotometer, Glas-/Quarzküvetten, Automatische Pipetten, Messkolben Klasse A, Wasserbad (optional). Richtpreis für das Kerngerät (UV-Vis-Spektrophotometer): 15 000–60 000 PLN.

Wo wird diese Prüfung eingesetzt?

Trinkwasserqualitätskontrolle (Cr gesamt ≤50 µg/L); Überwachung von Abwasser aus Galvanikbetrieben und Gerbereien; Prüfung von Grundwasser in Bereichen von Abfalldeponien; Industrielle Abwasserqualitätskontrolle; Überwachung von Oberflächengewässern (Wasserrahmenrichtlinie); Chromspeziation — separate Bestimmung von Cr(VI) und Cr(III); Kontrolle von Chromabwasser-Behandlungsprozessen.

Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?

Kaliumdichromat K₂Cr₂O₇ — krebserzeugend (H350), mutagen, toxisch — unbedingt Handschuhe, Schutzbrille und Abzug verwenden; Cr(VI)-Lösungen — als Sondermüll sammeln, nicht in Abwasser gießen; 1,5-Diphenylcarbazid — reizend, Hautkontakt vermeiden; Aceton — entzündlich, Arbeit fern von Feuerquellen, unter Abzug; Schwefelsäure — ätzend, Handschuhe und Schutzbrille verwenden.

Welches Labor führt diese Prüfung durch?

Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer PN-EN ISO 18412.

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