🌿 Chlorophyll a im Wasser

Physikochemie PN-ISO 10260

Spektrophotometrische Bestimmung von Chlorophyll a in Oberflächengewässern nach Acetonextraktion und Filtration. Schlüsselindikator für die Eutrophierung von Gewässern und den trophischen Zustand.

Übersicht

Chlorophyll a ist das wichtigste photosynthetische Pigment, das in allen photoautotrophen Organismen vorkommt — Algen, Cyanobakterien und Wasserpflanzen. Seine Konzentration im Wasser ist ein allgemein verwendeter Indikator für die Phytoplanktonbiomasse und den Eutrophierungsgrad von Gewässern. Die trophische Klassifizierung von Gewässern basiert weitgehend auf der Chlorophyll-a-Konzentration: oligotroph (<2,5 µg/L), mesotroph (2,5–8 µg/L), eutroph (8–25 µg/L) und hypereutroph (>25 µg/L).

Die spektrophotometrische Methode nach PN-ISO 10260 beruht auf der Konzentrierung des Phytoplanktons auf einem Glasfaserfilter (GF/C oder GF/F), der Extraktion der Pigmente mit Aceton (90%) und der Absorbanzmessung bei 665 nm (Absorptionsmaximum von Chlorophyll a) mit Korrektur auf Turbidimetrie bei 750 nm. Die Ansäuerung des Extrakts mit HCl ermöglicht die Unterscheidung zwischen aktivem Chlorophyll a und seinen Abbauprodukten (Phaeophytin a).

Die Überwachung von Chlorophyll a ist gemäß der Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG) als Element der biologischen Bewertung des Zustands von Oberflächengewässern erforderlich. In Polen ist dieser Parameter bei der Bewertung des ökologischen Zustands von Seen und Stauseen obligatorisch (Dz.U. 2019 poz. 2149).

Alternativ kann Chlorophyll a fluoreszenzbasiert (empfindlicher, LOD ~0,1 µg/L) oder chromatographisch (HPLC — Trennung einzelner Pigmente) bestimmt werden. Die spektrophotometrische Methode bleibt jedoch aufgrund ihrer Einfachheit und geringen Kosten die Referenzmethode.

Prinzip der Methode

Das Phytoplankton aus einem definierten Wasservolumen (0,5–2 L) wird durch Vakuumfiltration auf einem Glasfaserfilter (GF/C, Porosität 1,2 µm oder GF/F, 0,7 µm) konzentriert. Der Filter mit dem Rückstand wird in 90% Aceton homogenisiert und im Dunkeln bei 4°C für 12–24 Stunden extrahiert. Der Extrakt wird durch Zentrifugation (500 g, 20 min) geklärt. Die Absorbanz wird bei 665 nm (Chlorophyll a) und 750 nm (Turbidimetriekorrektur) gemessen. Anschließend wird der Extrakt mit 0,1 M HCl angesäuert (0,1 mL pro 10 mL Extrakt) und nach 90 Sekunden die Absorbanz bei 665 und 750 nm erneut gemessen. Die Absorbanzdifferenz vor und nach der Ansäuerung ermöglicht die Berechnung der Konzentration von aktivem Chlorophyll a und Phaeophytin a. Berechnung: Chl a [µg/L] = 26,7 × (A665₀ - A665a) × V_Extrakt / (V_Probe × l), wobei l — optische Weglänge.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Messwellenlänge665 nm (Chlorophyll a), 750 nm (Hintergrundkorrektur)
Messbereich0,5–500 µg/L (mit Anpassung des Filtrationsvolumens)
Bestimmungsgrenze (LOQ)0,5–1,0 µg/L
Extraktionslösemittel90% wässriges Aceton
Extraktionszeit12–24 Stunden bei 4°C, Dunkelheit
Trophische Klassifizierung<2,5 µg/L oligo | 2,5–8 meso | 8–25 eu | >25 hyper

Norm

Normnummer
PN-ISO 10260:2002
Titel (PL)
Jakość wody — Pomiar parametrów biochemicznych — Spektrofotometryczne oznaczanie stężenia chlorofilu a
Title (EN)
Water quality — Measurement of biochemical parameters — Spectrometric determination of the chlorophyll a concentration

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Wasserprobenahme

Repräsentative Wasserprobe (1–5 L) aus definierter Tiefe entnehmen. Im Dunkeln bei 4°C lagern. Innerhalb von 4 Stunden nach Entnahme filtrieren.

🌡 Temperatur: 4°C

2. Filtration

GF/C-Filter (47 mm) in die Vakuumfiltrationsapparatur einsetzen. Eine Prise MgCO₃ auf den Filter geben. Abgemessenes Probenvolumen (0,5–2 L) unter Vakuum (<0,3 bar) filtrieren.

⏱ Zeit: 15–60 min

3. Acetonextraktion

Filter mit Rückstand in Zentrifugenröhrchen überführen. 10 mL 90% Aceton zugeben. Filter mit Ultra-Turrax homogenisieren (30 s). Verschließen, mit Aluminiumfolie umwickeln.

⏱ Zeit: 5 min

4. Inkubation im Dunkeln

Röhrchen im Kühlschrank (4°C) für 12–24 Stunden im Dunkeln lagern. Aceton dringt in die Zellen ein und extrahiert die Pigmente.

⏱ Zeit: 12–24 h • 🌡 Temperatur: 4°C

5. Klärung des Extrakts

Extrakt zentrifugieren (500 g, 20 min) oder durch GF/F-Filter filtrieren. Klaren Extrakt in sauberes Gefäß überführen.

⏱ Zeit: 25 min

6. Absorbanzmessung (vor Ansäuerung)

Absorbanz bei 665 nm und 750 nm gegen 90% Aceton (Blindprobe) messen. Werte A665₀ und A750₀ notieren.

⏱ Zeit: 3 min

7. Ansäuerung mit HCl

0,1 mL 0,1 M HCl zur Küvette mit 10 mL Extrakt zugeben. Vorsichtig durch Umdrehen mischen. Genau 90 Sekunden warten.

⏱ Zeit: 90 s

8. Absorbanzmessung (nach Ansäuerung)

Absorbanz bei 665 nm und 750 nm messen. Werte A665a und A750a notieren. Ansäuerung konvertiert Chlorophyll → Phaeophytin.

⏱ Zeit: 3 min

9. Berechnung

Chl a [µg/L] = 26,7 × [(A665₀ - A750₀) - (A665a - A750a)] × V_Extrakt [mL] / (V_Probe [L] × l [cm]). Phaeophytin a = 26,7 × [1,7 × (A665a - A750a) - (A665₀ - A750₀)] × V_E / (V_P × l).

⏱ Zeit: 5 min

10. Qualitätskontrolle

Chlorophyll-a-Standard in Aceton (bekannte Konzentration) — Wiederfindung 90–110%. Aceton-Blindprobe A665 < 0,005. Duplikat: VK < 15%.

⏱ Zeit: 10 min

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
UV-Vis-SpektrophotometerShimadzu UV-1900i, Hach DR 6000, Agilent Cary 60, Thermo Evolution 20115 000–80 000 PLN
VakuumfiltrationsapparaturSartorius, Millipore, Trichter 47 mm + Saugflasche + Membranpumpe2 000–5 000 PLN
Glasfaserfilter GF/CWhatman GF/C 47 mm (1,2 µm) oder GF/F (0,7 µm)1–3 PLN/Stk.
LaborzentrifugeEppendorf 5804R, Hettich Universal 320R, min. 500 g10 000–40 000 PLN
GewebehomogenisatorIKA T10 basic Ultra-Turrax, Glas-Homogenisator Potter3 000–8 000 PLN
Laborkühlschrank (4°C)Liebherr LKPv 6520, POL-EKO CHL 7005 000–15 000 PLN
Glasküvetten 1–5 cmHellma, Starna, optisches Borosilikat100–500 PLN/Stk.

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Aceton (C₃H₆O) 90%67-64-1P.a., 900 mL Aceton + 100 mL deionisiertes Wasser, Extraktionslösemittel
Salzsäure (HCl) 0,1 M7647-01-0Zur Ansäuerung des Extrakts — Unterscheidung von Chlorophyll a und Phaeophytin a
Magnesiumcarbonat (MgCO₃)546-93-0Zugabe auf den Filter vor der Filtration — verhindert Chlorophyllabbau
Chlorophyll-a-Standard479-61-8Reines Chlorophyll a aus Anacystis nidulans oder Spinat, zur Kalibrierung, Sigma-Aldrich C6144
Deionisiertes WasserZur Herstellung von 90% Aceton und zum Spülen

Arbeitsschutz und Sicherheit

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