🧱 Zementfestigkeit

Bauwesen PN-EN 196-1

Bestimmung der Druck- und Biegezugfestigkeit von Zement an 40×40×160 mm Normenmörtel-Prismen. Grundlage für Zementklassifizierung in Festigkeitsklassen.

Übersicht

Die Prüfung der Zementdruckfestigkeit (und optional Biegezugfestigkeit) ist eine grundlegende Prüfung in der Bindemitteltechnologie. Das 28-Tage-Ergebnis bildet die Grundlage für die Klassifizierung von Zement in Festigkeitsklassen (32,5; 42,5; 52,5 MPa) und Frühfestigkeitsunterklassen (N — normal, R — hoch). Die Prüfung wird an Normenmörtel-Prismen der Abmessungen 40×40×160 mm durchgeführt.

Die Norm PN-EN 196-1 legt die Normenmörtelzusammensetzung präzise fest: 450 g Zement + 1350 g Normensand (CEN) + 225 g Wasser (w/z = 0,50). CEN-Normensand ist zertifizierter natürlicher Quarzsand mit streng definierter Körnung, hergestellt von benannten Laboren (z. B. SNL in Frankreich, Normensand GmbH in Deutschland). Die Verwendung von nicht standardisiertem Sand macht das Ergebnis ungültig.

Der Mörtel wird in einem automatischen Mischer gemäß strengem Zeitprogramm gemischt, in dreiteiligen Formen geformt und auf einem Rütteltisch verdichtet (60 Zyklen in 60 s). Nach dem Ausschalen (nach 24 h) werden die Prismen in Wasser bei 20 ± 1°C bis zum Prüftag gelagert (2 oder 7 Tage — Frühfestigkeit, 28 Tage — Normalfestigkeit).

Die Prüfung ist bei der werkseigenen Produktionskontrolle von Zement (WPK), der Konformitätsbewertung gem. PN-EN 197-1 und der Produktzertifizierung verpflichtend. Zementwerke führen diese Prüfung täglich durch. Prüflabore führen sie im Rahmen der Marktüberwachung und Ringversuche (PT) durch.

Prinzip der Methode

Normenmörtel-Prismen 40×40×160 mm werden nach entsprechender Lagerungszeit zunächst auf Biegung, dann die entstandenen Hälften auf Druck geprüft. Beim Biegeversuch wird das Prisma auf zwei Auflagern (100 mm Abstand) platziert und mit Einzellast in der Spannweitenmitte mit 50 ± 10 N/s belastet. Beim Druckversuch wird die Prismenhälfte zwischen zwei 40×40 mm Druckplatten platziert und mit 2400 ± 200 N/s belastet. Druckfestigkeit Rc = Fc/1600 [MPa], wobei Fc — Bruchkraft [N].

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Prismenabmessungen40 × 40 × 160 mm
Mörtelzusammensetzung450 g Zement + 1350 g CEN-Sand + 225 g Wasser
Belastungsgeschwindigkeit (Druck)2400 ± 200 N/s
Belastungsgeschwindigkeit (Biegung)50 ± 10 N/s
LagerungsbedingungenWasser 20 ± 1°C
Prüfalter2 Tage (früh R) oder 7 Tage (früh N) und 28 Tage

Norm

Normnummer
PN-EN 196-1:2016
Titel (PL)
Metody badania cementu — Część 1: Oznaczanie wytrzymałości
Title (EN)
Methods of testing cement — Part 1: Determination of strength

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Materialvorbereitung

Zement, Sand und Wasser auf 20 ± 1°C temperieren. Wiegen: 450 ± 2 g Zement, 1350 ± 5 g CEN-Sand, 225 ± 1 g Wasser.

⏱ Zeit: 10 Min. • 🌡 Temperatur: 20 ± 1°C

2. Formenvorbereitung

Dreiteilige Formen reinigen. Schalöl auftragen. Auf Rütteltisch montieren. Dichtheit prüfen.

⏱ Zeit: 5 Min.

3. Mörtelmischen

Wasser in Mischer gießen. Zement hinzufügen. 30 s mischen (langsam). Sand über 30 s zugeben. 30 s mischen (schnell). Pause 90 s. 60 s mischen (schnell).

⏱ Zeit: 4 Min.

4. Prismenformung

Formen in zwei Lagen mit Mörtel füllen. Nach jeder Lage auf Rütteltisch verdichten (60 Stöße in 60 s). Oberfläche glätten.

⏱ Zeit: 5 Min.

5. Anfangslagerung

Formen in Feuchtekammer (20 ± 1°C, rel. Feuchte ≥90%) für 24 h stellen. Mit Glasplatte abdecken.

⏱ Zeit: 24 h • 🌡 Temperatur: 20 ± 1°C

6. Ausschalen

Nach 24 h Prismen vorsichtig ausschalen. Kennzeichnen (Nummer, Datum). In Wasserbad 20 ± 1°C stellen.

⏱ Zeit: 10 Min.

7. Wasserlagerung

In Wasser 20 ± 1°C bis Prüftag lagern. Wasser muss Prismen min. 5 mm bedecken. Alle 2 Wochen wechseln.

⏱ Zeit: 2/7/28 Tage • 🌡 Temperatur: 20 ± 1°C

8. Biegezugfestigkeitsprüfung

Prisma aus Wasser entnehmen. Auf Auflager (100 mm) platzieren. Mit 50 ± 10 N/s bis zum Bruch belasten. Bruchkraft Ff aufzeichnen.

⏱ Zeit: 1 Min.

9. Druckfestigkeitsprüfung

Prismenhälften zwischen 40×40 mm Platten platzieren. Mit 2400 ± 200 N/s bis zum Versagen belasten. Kraft Fc aufzeichnen.

⏱ Zeit: 1 Min.

10. Ergebnisberechnung

Rf = 1,5 × Ff × l / b³ [MPa] (Biegung, l=100 mm, b=40 mm). Rc = Fc / 1600 [MPa] (Druck). Ergebnis = Mittelwert von 6 Druckwerten.

11. Bewertung und Klassifizierung

Rc28 mit PN-EN 197-1-Anforderungen vergleichen: Klasse 32,5 (≥32,5 MPa), 42,5 (≥42,5 MPa), 52,5 (≥52,5 MPa). Rc2 oder Rc7 prüfen.

12. Dokumentation

Bericht erstellen: Zementart, Mischdatum, Lagerungsbedingungen, Rf- und Rc-Ergebnisse, Klassifizierung.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
Zementprismen-PresseControls Autotest 300, Matest E161/E159, TZB-130 (ARHO)40 000–150 000 PLN
BiegezugprüfvorrichtungAuflagerabstand 100 mm, Rate 50 ± 10 N/s5 000–15 000 PLN (im Set mit Presse)
Automatischer MörtelmischerControls 65-L0005, Matest E093 — Mischprogramm gem. PN-EN 196-18 000–20 000 PLN
Dreiteilige Formen 40×40×160 mmStahl gem. PN-EN 196-1, Controls, Matest1 500–4 000 PLN/Stück
RütteltischControls 65-L0030, Matest E095 — 60 Rüttelstöße in 60 s5 000–12 000 PLN
Thermostatisches WasserbadControls 65-L0006 — 20 ± 1°C, Fassungsvermögen min. 100 L3 000–10 000 PLN
LaborwaageRadwag PS 6000/C/2, Genauigkeit 1 g, Bereich bis 6000 g2 000–5 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
CEN-Normensand (EN 196-1)Zertifizierter Quarzsand, Körnung 0,08–2,0 mm, 1350-g-Packungen, Hersteller: SNL/Normensand
PrüfzementZementprobe entnommen gem. PN-EN 196-7, in verschlossenem Behälter gelagert
Destilliertes oder deionisiertes WasserZur Mörtelvorbereitung (225 g pro Ansatz) und Füllung des Lagerungstanks
SchalölDünne Schicht auf innere Formflächen — erleichtert Prismenentschalung

Arbeitsschutz und Sicherheit

🔍 Labor finden, das diese Prüfung durchführt