⚗️ Bromide und Bromate im Wasser

Physikochemie PN-EN ISO 15061

Bestimmung von Bromaten (BrO₃⁻) und Bromiden (Br⁻) in Trinkwasser mittels Ionenchromatographie mit konduktometrischer Detektion. Bromate sind ein Nebenprodukt der Wasserozonung.

Übersicht

Bromate (BrO₃⁻) sind ein gefährliches Nebenprodukt der Trinkwasserdesinfektion mit Ozon. Wenn Wasser natürliche Bromide (Br⁻) enthält, bewirkt die Ozonung deren Oxidation zu Bromaten — Verbindungen mit nachgewiesener karzinogener Wirkung (Gruppe 2B nach IARC). Die EU-Richtlinie 98/83/EG und die polnische Verordnung des Gesundheitsministeriums legen die maximal zulässige Bromatkonzentration in Trinkwasser auf 10 µg/L fest.

Die Ionenchromatographie (IC) ist die Referenzmethode zur Bestimmung von Bromaten gemäß der Norm PN-EN ISO 15061. Die Methode ermöglicht die gleichzeitige Trennung und quantitative Bestimmung von Bromaten und Bromiden in Gegenwart anderer anorganischer Anionen (Chloride, Sulfate, Nitrate). Durch Verwendung einer Anionenaustauschersäule und eines konduktometrischen Detektors mit Suppressor wird eine Empfindlichkeit im Bereich von 0,5–5 µg/L erreicht.

Die Bestimmung von Bromaten ist im Rahmen der Trinkwasserqualitätsüberwachung erforderlich, insbesondere in Aufbereitungsanlagen, die Ozonung anwenden. Die Methode findet auch Anwendung bei der Untersuchung von Oberflächen-, Schwimmbad- und Flaschenwasser. In Polen ergibt sich die Pflicht zur Bromatkontrolle aus der Verordnung des Gesundheitsministeriums vom 7. Dezember 2017.

Die Norm ISO 15061 umfasst zwei Techniken: direkte konduktometrische Detektion (LOD ~3–5 µg/L) und eine Methode mit Aufkonzentrierung auf Ionenaustauscherkartuschen (LOD ~0,5 µg/L). Alternativ wird die Methode mit Nachsäulenderivierung (ISO 11206) mit UV-Detektion nach Reaktion mit KI angewendet, die ein LOD von 0,5 µg/L erreicht.

Prinzip der Methode

Die Wasserprobe wird in einen Ionenchromatographen mit Anionenaustauschersäule injiziert. Die in der Probe vorhandenen Anionen (Br⁻, BrO₃⁻, Cl⁻, NO₃⁻, SO₄²⁻) werden auf Grundlage unterschiedlicher Affinität zum Ionenaustauscherharz getrennt. Die Elution erfolgt mit Natriumcarbonat-/Natriumhydrogencarbonat-Lösung oder KOH. Nach der Trennung durchläuft das Eluat einen chemischen oder elektrochemischen Suppressor, der die Hintergrundleitfähigkeit eliminiert, und die Analytanionen werden mit einem konduktometrischen Detektor erfasst. Die quantitative Bestimmung erfolgt durch Vergleich der Peakflächen mit einer Kalibrierkurve. Bei niedrigen Konzentrationen wird die Probe auf Minisäulen in Form von Ba²⁺, Ag⁺ und H⁺ aufkonzentriert, um interferierende Chloride und Sulfate zu entfernen.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Messbereich (Bromate)0,5–1 000 µg/L
Nachweisgrenze (LOD)0,5 µg/L (mit Aufkonzentrierung), 3–5 µg/L (direkt)
Zulässige BrO₃⁻-Konzentration10 µg/L (Trinkwasser, EU/PL)
Probenvolumen5–50 mL (abhängig von Aufkonzentrierung)
Präzision (VK)3–8% bei Konzentration >5 µg/L
Analysenzeit15–30 Minuten pro Chromatogramm

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 15061:2003
Titel (PL)
Jakość wody — Oznaczanie rozpuszczonych bromianów — Metoda chromatografii jonowej
Title (EN)
Water quality — Determination of dissolved bromate — Method by liquid chromatography of ions

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Eluentenvorbereitung

Eluent vorbereiten: Na₂CO₃ 4,5 mmol/L + NaHCO₃ 0,8 mmol/L in deionisiertem Wasser (18,2 MΩ). Im Ultraschallbad 15 min entgasen.

⏱ Zeit: 20 min

2. Säulenkonditionierung

Die Anionenaustauschersäule mindestens 30 min bei 1,0 mL/min mit Eluent durchspülen. Stabilität der Basislinie überprüfen.

⏱ Zeit: 30 min

3. Kalibrierung

Bromatstandardreihe vorbereiten: 1, 2, 5, 10, 25, 50 µg/L aus zertifiziertem CRM. Nacheinander injizieren, Chromatogramme aufzeichnen.

⏱ Zeit: 2–3 h

4. Probenvorbereitung (direkt)

Probe durch 0,22 µm Filter filtrieren. In Autosampler-Fläschchen überführen. Proben innerhalb von 24 h nach Entnahme analysieren.

⏱ Zeit: 5 min

5. Aufkonzentrierung (optional, niedrige Konzentrationen)

50 mL Probe durch OnGuard-Kartuschen Ba → Ag → H leiten, um SO₄²⁻, Cl⁻ zu entfernen und die Ionenstärke zu senken. Filtrat auffangen.

⏱ Zeit: 15 min

6. Probeninjektion

Probe (Probenschleife 250 µL oder 1 mL für aufkonzentrierte Proben) auf die Säule aufgeben. Chromatogrammaufzeichnung starten.

⏱ Zeit: 1 min

7. Trennung und Detektion

Anionen werden auf der Säule getrennt. BrO₃⁻ eluiert typisch bei 8–12 min, Br⁻ bei 12–16 min. Konduktometrische Detektion nach Suppression.

⏱ Zeit: 15–25 min

8. Integration und Berechnung

Peaks anhand der Retentionszeiten identifizieren. Konzentration aus Kalibrierkurve berechnen (lineare Regression, R² > 0,999).

⏱ Zeit: 5 min

9. Qualitätskontrolle

Kontrollprobe alle 10 Proben analysieren, Blindprobe (deionisiertes Wasser) alle 5 Proben. Spike-Wiederfindung 90–110%.

⏱ Zeit: 20 min

10. Säulenspülung

Nach der Serie die Säule 15 min mit Eluent spülen. In Arbeitskonzentration des Eluenten oder deionisiertem Wasser lagern.

⏱ Zeit: 15 min

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
Ionenchromatograph mit SuppressorThermo Dionex Aquion/Integrion, Metrohm 940 Professional IC Vario120 000–280 000 PLN
AnionenaustauschersäuleThermo AS19/AS23, Metrohm Metrosep A Supp 73 000–6 000 PLN
Elektrochemischer SuppressorThermo ASRS 300/AERS 500e, Metrohm MSM8 000–15 000 PLN
AutosamplerThermo AS-DV, Metrohm 858 Professional30 000–60 000 PLN
Kartuschen zur Aufkonzentrierung (Ba²⁺, Ag⁺, H⁺)Thermo OnGuard II Ba/Ag/H200–500 PLN/Stk.
Probenfläschchen und FilterFläschchen 0,5 mL PP, Spritzenfilter 0,22 µm PVDF0,50–3 PLN/Stk.

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Bromat-Standardlösung (BrO₃⁻)15541-45-4Kaliumbromat (KBrO₃), Lösung 1 000 mg/L, zertifiziertes CRM
Bromid-Standardlösung (Br⁻)7647-15-6Natriumbromid (NaBr), Lösung 1 000 mg/L, zertifiziertes CRM
Natriumcarbonat (Na₂CO₃)497-19-8P.a., Eluentenbestandteil (4,5 mmol/L)
Natriumhydrogencarbonat (NaHCO₃)144-55-8P.a., Eluentenbestandteil (0,8 mmol/L)
Schwefelsäure (H₂SO₄)7664-93-9Suppressor-Regenerationslösung, 50 mmol/L
Deionisiertes WasserWiderstand >18,2 MΩ·cm, zur Herstellung von Eluenten und Standards

Arbeitsschutz und Sicherheit

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