🏗️ Druckfestigkeit von Beton

Bauwesen PN-EN 12390-3

Bestimmung der Druckfestigkeit von Betonproben (Würfel, Zylinder) mittels hydraulischer Presse. Grundlegender Parameter zur Betonklassifizierung.

Übersicht

Die Druckfestigkeit ist die wichtigste mechanische Eigenschaft von Beton und bildet die Grundlage für die Klassifizierung von Beton in entsprechende Festigkeitsklassen (z. B. C20/25, C30/37). Die Prüfung besteht darin, eine Betonprobe (würfelförmig 150×150×150 mm oder zylindrisch Ø150×300 mm) mit konstanter Geschwindigkeit mit einer Druckkraft bis zum Versagen zu belasten. Das Ergebnis wird in Megapascal (MPa) ausgedrückt und stellt das Verhältnis der maximalen Bruchkraft zur Querschnittsfläche der Probe dar.

Die Norm PN-EN 12390-3 ist ein Schlüsseldokument im Qualitätskontrollsystem für Transportbeton und Konstruktionsbeton in Polen und Europa. Jedes Betonwerk, jedes Straßen- und Baulabor führt diese Prüfung routinemäßig durch. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Abnahme von Betonstrukturen — ohne positive Festigkeitsprüfungsergebnisse können Konstruktionen nicht zur Nutzung freigegeben werden.

Prüfkörper werden gemäß PN-EN 12390-2 geformt, unter Normbedingungen gelagert (Wasser oder Feuchtekammer, 20 ± 2°C) und nach einer festgelegten Reifezeit geprüft — am häufigsten nach 28 Tagen, aber auch nach 7 und 90 Tagen. Das Ergebnis ist das arithmetische Mittel von mindestens 2 Proben. Die Belastungsgeschwindigkeit beträgt 0,6 ± 0,2 MPa/s für 150-mm-Würfel.

Die Prüfung ist im Rahmen der werkseigenen Produktionskontrolle von Beton (WPK), der Konformitätsbewertung von Beton in Bauwerken (PN-EN 13791) und der Qualitätskontrolle auf Baustellen verpflichtend. Labore, die diese Prüfungen durchführen, müssen von PCA akkreditiert sein.

Prinzip der Methode

Eine Betonprobe mit bekannten Abmessungen wird zentrisch auf der unteren Druckplatte einer hydraulischen Presse platziert. Die Druckkraft wird senkrecht zur Gießrichtung mit konstanter Spannungsrate von 0,6 ± 0,2 MPa/s (für 150-mm-Würfel) aufgebracht. Die Last steigt gleichmäßig bis zum Probenversagen. Die Druckfestigkeit fc wird als Verhältnis der maximalen Bruchkraft F zur Querschnittsfläche Ac berechnet: fc = F / Ac [MPa]. Das Ergebnis wird auf 0,1 MPa gerundet.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
ProbenabmessungenWürfel 150×150×150 mm oder Zylinder Ø150×300 mm
Belastungsgeschwindigkeit0,6 ± 0,2 MPa/s (150-mm-Würfel)
Pressenkapazität200–3000 kN (Genauigkeitsklasse 1)
Lagerungszeit7, 28 oder 90 Tage (20 ± 2°C, rel. Feuchte ≥95%)
Prüftemperatur20 ± 5°C
Genauigkeit±1% des Kraftbereichs (Klasse 1 gem. PN-EN 12390-4)

Norm

Normnummer
PN-EN 12390-3:2019
Titel (PL)
Badania betonu — Część 3: Wytrzymałość na ściskanie próbek do badań
Title (EN)
Testing hardened concrete — Part 3: Compressive strength of test specimens

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Probenahme und Probenvorbereitung

Proben gemäß PN-EN 12390-2 aus Betonmischung formen. Verdichtung auf Rütteltisch oder durch Stampfen. Proben kennzeichnen.

⏱ Zeit: 15–20 Min.

2. Probenlagerung

Nach dem Ausschalen (nach 16–24 h) in Lagerungskammer oder Wasserbad (20 ± 2°C, Feuchtigkeit ≥95%) platzieren. Bis zum Prüftag lagern.

⏱ Zeit: 28 Tage • 🌡 Temperatur: 20 ± 2°C

3. Entnahme und Prüfvorbereitung

Proben aus Wasser/Kammer entnehmen. Oberfläche trocknen. Abmessungen mit 0,1 mm Genauigkeit messen. Wiegen. Ebenheit der Stirnflächen prüfen.

⏱ Zeit: 10 Min.

4. Oberflächenplanen (Capping)

Bei Unebenheiten >0,1 mm — Schwefel-Capping auftragen oder Neoprenplatten verwenden. Rechtwinkligkeit und Parallelität der Flächen sicherstellen.

5. Probenpositionierung in Presse

Probe zentrisch auf unterer Druckplatte platzieren. Belastungsrichtung senkrecht zur Gießrichtung. Zentrierung prüfen.

⏱ Zeit: 2 Min.

6. Probenbelastung

Presse starten. Vorlast aufbringen. Mit konstanter Rate 0,6 ± 0,2 MPa/s bis zum Probenversagen fortsetzen.

⏱ Zeit: 1–3 Min.

7. Ablesen und Aufzeichnen der Ergebnisse

Maximale Bruchkraft F [kN] ablesen. Festigkeit berechnen: fc = F/Ac. Bruchtyp notieren (korrekt — Doppelpyramide).

8. Bewertung des Bruchtyps

Mit Referenzmustern gem. PN-EN 12390-3 vergleichen (Abbildung in Norm). Falscher Bruch (z. B. diagonal) kann auf Zentrierfehler hinweisen.

9. Berechnung des Endergebnisses

Ergebnis = arithmetisches Mittel von mindestens 2 Proben. Bei Streuung >10% — Ausreißer verwerfen und Prüfung wiederholen.

10. Dokumentation und Berichterstattung

Prüfbericht erstellen mit: Probenabmessungen, Masse, Lagerungsbedingungen, Bruchkraft, Festigkeit, Bruchtyp.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
Hydraulische Presse 3000 kNControls Automax, Matest C070, Form+Test MEGA 3, Testing GmbH80 000–250 000 PLN
Probenformen 150 mmDreiteilige Stahlformen 150×150×150 mm, Controls, Matest800–2 500 PLN/Stück
LagerungskammerControls 10-D1428, Matest — Temp. 20 ± 2°C, rel. Feuchte ≥95%15 000–50 000 PLN
Messschieber / MesslinealMitutoyo 500-197-30, Genauigkeit 0,01 mm200–800 PLN
Laborwaage 30 kgRadwag WLC 30/A2, Genauigkeit 1 g2 000–5 000 PLN
Rütteltisch zum VerdichtenControls 55-C0161/Z, Matest C1605 000–15 000 PLN
Software zur ErgebniserfassungControls DATAMANAGER, Form+Test TestXpert5 000–20 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Schalöl (Trennmittel)Zum Schmieren der Formen vor dem Betonieren, ohne Betonbeeinträchtigung
LeitungswasserZur Lagerung der Proben unter Normbedingungen (20 ± 2°C)
Schwefel oder Zementmörtel (Capping)7704-34-9Zum Planschleifen der Stirnflächen (Alternative: Neoprenplatten)

Arbeitsschutz und Sicherheit

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