☠️ Arsen im Wasser

Physikochemie PN-EN ISO 11969

Kurz gefasst

Bestimmung von Arsen im Wasser mittels Hydridtechnik (HG-AAS) — Reduktion von As zu Arsin (AsH₃) und Atomabsorptionsmessung. Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 11969:2002; Messbereich: 1–10 µg/L (ohne Verdünnung). Das Verfahren umfasst 7 Schritte (insgesamt rund 1 Std. 7 Min.–1 Std. 38 Min.); eingesetzt wird sie unter anderem für: Trinkwasserqualitätskontrolle (Norm: ≤ 10 µg/L), Untersuchung von Grundwasser in Gebieten mit erhöhtem Arsenhintergrund, Überwachung von Oberflächenwässern (prioritäre Stoffe).

Auf einen Blick

  • Norm: PN-EN ISO 11969:2002
  • Kategorie: Physikochemie
  • Verfahrensschritte: 7
  • Gesamtdauer der Schritte: 1 Std. 7 Min.–1 Std. 38 Min.
  • Messbereich: 1–10 µg/L (ohne Verdünnung)
  • Nachweisgrenze: 0,15–0,5 µg/L
  • Wiederfindung: 96,3–99,8%

Übersicht

Arsen ist ein hochgiftiges Metalloid, das von der IARC als Karzinogen der Gruppe 1 eingestuft wird. Langzeitexposition selbst gegenüber niedrigen Konzentrationen in Trinkwasser verursacht Arsenikose — Hautläsionen, Neuropathie, Haut-, Lungen- und Blasenkrebs. Die zulässige Arsenkonzentration in Trinkwasser beträgt 10 µg/L (Richtlinie 2020/2184/EU, Gesetzblatt 2017, Pos. 2294).

PN-EN ISO 11969 legt die Methode zur Bestimmung von Arsen (einschließlich organisch gebundenem Arsen) in Trink-, Grund- und Oberflächenwässern mittels Hydridgenerierung mit Atomabsorptionsdetektion (HG-AAS) fest. Der Messbereich beträgt 1–10 µg/L, höhere Konzentrationen können nach Verdünnung bestimmt werden.

Die HG-AAS-Technik (Hydride Generation AAS) ist spezifisch für Elemente, die flüchtige Hydride bilden — Arsen, Selen, Antimon, Wismut, Zinn, Germanium und Tellur. Sie bietet bessere Empfindlichkeit als konventionelles FAAS durch Abtrennung des Analyten von der Probenmatrix.

Prinzip der Methode

Arsen in der Probe wird durch Reaktion mit Natriumborhydrid (NaBH₄) in saurer Umgebung (HCl) zu flüchtigem Arsinwasserstoff (Arsin, AsH₃) reduziert. Die Reaktion erfolgt in einem Hydridgenerator:

As³⁺ + NaBH₄ + HCl → AsH₃↑ + NaCl + H₂↑ + H₃BO₃

Gasförmiges AsH₃ wird in einem Gas-Flüssig-Abscheider abgetrennt und durch Trägergasstrom (Argon) in eine beheizte Quarz-Absorptionsküvette (T ~ 900°C) überführt, wo es atomisiert wird:

AsH₃ → As⁰ + 3/2 H₂

Freie Arsenatome absorbieren Strahlung bei Wellenlänge 193,7 nm von der HCL-Lampe. Die Absorbanz ist proportional zur As-Konzentration in der Probe.

Um vollständige Umwandlung von As(V) zu As(III) — das mit NaBH₄ reagiert — zu gewährleisten, wird die Probe mit Kaliumjodid (KI) in saurer Umgebung vorreduziert.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Messbereich1–10 µg/L (ohne Verdünnung)
Nachweisgrenze0,15–0,5 µg/L
Wiederfindung96,3–99,8%
Wellenlänge193,7 nm (As-Resonanzlinie)
WiederholbarkeitRSD < 5%
Atomisierungstemperatur~900°C (Quarzküvette)

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 11969:2002
Titel (PL)
Jakość wody — Oznaczanie arsenu — Metoda atomowej spektrometrii absorpcyjnej (technika wodorkowa)
Title (EN)
Water quality — Determination of arsenic — Atomic absorption spectrometric method (hydride technique)

Schritt-für-Schritt-Verfahren

  1. Probenvorbereitung

    Probe in PE-Behälter sammeln. Mit HCl oder HNO₃ auf pH < 2 ansäuern. Filtration 0,45 µm für gelöste Formen. Im Dunkeln lagern, Analyse innerhalb 7 Tagen.

    ⏱ Zeit: 5 min

  2. Vorreduktion As(V) zu As(III)

    Zu 50 mL Probe 5 mL KI/Ascorbinsäure-Lösung zugeben. 45 min bei Raumtemperatur warten (oder 15 min bei 60°C). As(V) → As(III).

    ⏱ Zeit: 15–45 min • 🌡 Temperatur: 20–60°C

  3. Lösungsherstellung

    Frische NaBH₄-Lösung (0,6% in 0,5% NaOH) und 5 mol/L HCl herstellen. Standardlösungen: 0; 1; 2; 5; 10 µg/L As in HCl.

    ⏱ Zeit: 15 min

  4. Geräteeinstellung

    As-Lampe installieren (193,7 nm). Hydridgenerator anschließen. Quarzküvette auf ~900°C erhitzen. Argonfluss 100–200 mL/min einstellen.

    ⏱ Zeit: 15 min • 🌡 Temperatur: 900°C

  5. Kalibrierung

    Standardserie messen. Linearität überprüfen (R² > 0,998). Empfindlichkeit prüfen — Absorbanz von 10 µg/L Standard sollte deutliches Signal geben.

    ⏱ Zeit: 10 min

  6. Probenmessung

    Probe + HCl + NaBH₄ zum Generator pumpen. AsH₃ im Abscheider abgetrennt, zur Küvette überführt. Absorbanzablesung. Zwischen Proben spülen.

    ⏱ Zeit: 2–3 min/Probe

  7. Qualitätskontrolle

    CRM alle 10 Proben. Kontroll- und Blindprobe. Duplikat alle 20 Proben. Wiederfindung 90–110%.

    ⏱ Zeit: 5 min

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
AAS-Spektrometer mit HydridgeneratorAgilent 280FS + VGA 77, Shimadzu AA-7800 + HVG-1, Thermo iCE 3500 + VP100120 000–300 000 PLN
Hydridgenerator (HG)Agilent VGA 77, Shimadzu HVG-1 — kontinuierliche oder Injektionssysteme (FIA)40 000–80 000 PLN
Beheizte QuarzküvetteQuarz-Absorptionsküvette mit elektrischer Heizung bis ~900°C5 000–15 000 PLN
HCL-Lampe für ArsenHohlkathodenlampe As, Agilent/Heraeus/Photron800–1 500 PLN
PeristaltikpumpeZum Zuführen von Probe, HCl und NaBH₄ zum Chemifold5 000–12 000 PLN
Gas-Flüssig-AbscheiderGlas oder PTFE, zum Abtrennen von AsH₃ aus Lösung500–2 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Natriumborhydrid (NaBH₄)16940-66-20,6% (w/v) in 0,5% NaOH. Reduktionsmittel — erzeugt AsH₃. Frisch herstellen
Salzsäure (HCl)7647-01-0Suprapur-Reinheit, 5–6 mol/L, saure Umgebung für Hydridgenerierung
Kaliumjodid (KI)7681-11-05% (w/v) in 5% Ascorbinsäure. Vorreduktion As(V) → As(III)
Ascorbinsäure50-81-75% (w/v), KI-Stabilisator, verhindert Oxidation von Jodiden
As-Standardlösung (1000 mg/L)7440-38-2Zertifizierte CRM. In HCl verdünnen, im Dunkeln lagern
Natriumhydroxid (NaOH)1310-73-2Zur Stabilisierung der NaBH₄-Lösung (verhindert Zersetzung)

Arbeitsschutz und Sicherheit

Häufige Fragen

Welche Norm beschreibt diese Prüfung?

Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 11969:2002 — „Water quality — Determination of arsenic — Atomic absorption spectrometric method (hydride technique)“.

Wie funktioniert diese Methode?

Arsen in der Probe wird durch Reaktion mit Natriumborhydrid (NaBH₄) in saurer Umgebung (HCl) zu flüchtigem Arsinwasserstoff (Arsin, AsH₃) reduziert. Die Reaktion erfolgt in einem Hydridgenerator: As³⁺ + NaBH₄ + HCl → AsH₃↑ + NaCl + H₂↑ + H₃BO₃ Gasförmiges AsH₃ wird in einem Gas-Flüssig-Abscheider abgetrennt und durch Trägergasstrom (Argon) in eine beheizte Quarz-Absorptionsküvette (T ~ 900°C) überführt, wo es atomisiert wird: AsH₃ → As⁰ + 3/2 H₂ Freie Arsenatome absorbieren Strahlung bei Wellenlänge 193,7 nm von der HCL-Lampe.

Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?

Messbereich: 1–10 µg/L (ohne Verdünnung); Nachweisgrenze: 0,15–0,5 µg/L; Wiederfindung: 96,3–99,8%; Wellenlänge: 193,7 nm (As-Resonanzlinie).

Wie lange dauert die Prüfung?

Die für die einzelnen Schritte angegebenen Zeiten ergeben zusammen rund 1 Std. 7 Min.–1 Std. 38 Min. Das Verfahren umfasst 7 Schritte.

Welche Geräte werden benötigt?

AAS-Spektrometer mit Hydridgenerator, Hydridgenerator (HG), Beheizte Quarzküvette, HCL-Lampe für Arsen, Peristaltikpumpe, Gas-Flüssig-Abscheider. Richtpreis für das Kerngerät (AAS-Spektrometer mit Hydridgenerator): 120 000–300 000 PLN.

Wo wird diese Prüfung eingesetzt?

Trinkwasserqualitätskontrolle (Norm: ≤ 10 µg/L); Untersuchung von Grundwasser in Gebieten mit erhöhtem Arsenhintergrund; Überwachung von Oberflächenwässern (prioritäre Stoffe); Analyse von Industrieabwässern (Metallurgie, Erzverarbeitung); Hydrogeologische Studien — Arsen natürlichen Ursprungs; Gesundheitsrisikobewertung bei Wasserentnahmen.

Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?

Arsinwasserstoff (AsH₃) — extrem giftiges Gas! Unbedingt unter Abzug arbeiten; Arsenverbindungen — krebserregend (IARC Gruppe 1). Nitrilhandschuhe, Kontakt und Einatmen vermeiden; NaBH₄ — reagiert heftig mit Säuren (H₂-Entwicklung). Vorsichtig zugeben, fern von Zündquellen; Konzentrierte HCl — ätzend, erstickend. Nur im Abzug arbeiten; As-haltiger Abfall — gefährlicher Abfall, separat sammeln; Vollständige persönliche Schutzausrüstung: Laborkittel, Schutzbrille, Handschuhe, Abzug.

Welches Labor führt diese Prüfung durch?

Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer PN-EN ISO 11969.

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