⚗️ Gelöste Anionen im Wasser (Br⁻, Cl⁻, F⁻, NO₃⁻, NO₂⁻, PO₄³⁻, SO₄²⁻) — Ionenchromatographie mit Leitfähigkeitsdetektion

Physikochemie PN-EN ISO 10304-1

Kurz gefasst

Die filtrierte (0,45 µm) Probe wird (Schleife von z. B. Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 10304-1:2009 (ISO 10304-1:2007); Untere Anwendungsgrenze: 0,05 mg/l Br⁻ und NO₂⁻; 0,1 mg/l Cl⁻, F⁻, NO₃⁻, PO₄³⁻, SO₄²⁻ (erweiterbar bis etwa 0,01 mg/l). Das Verfahren umfasst 6 Schritte; eingesetzt wird sie unter anderem für: Trinkwasser, Grundwasser und Oberflächenwasser — gleichzeitige Bestimmung von 7 Anionen aus einer einzigen Aufgabe, Abwasser und Sickerwasser — Fluorid, Chlorid, Nitrat, Sulfat (Referenzverfahren nach Dz.U. 2019 Pos. 1311), Meerwasser und salzhaltige Wässer (nach Verdünnung im Rahmen der Säulenkapazität).

Auf einen Blick

  • Norm: PN-EN ISO 10304-1:2009 (ISO 10304-1:2007)
  • Kategorie: Physikochemie
  • Verfahrensschritte: 6
  • Untere Anwendungsgrenze: 0,05 mg/l Br⁻ und NO₂⁻; 0,1 mg/l Cl⁻, F⁻, NO₃⁻, PO₄³⁻, SO₄²⁻ (erweiterbar bis etwa 0,01 mg/l)
  • Detektion: Leitfähigkeitsdetektion mit Suppressor; optional UV bei 200–215 nm (Br⁻, NO₃⁻, NO₂⁻)
  • Auflösung: R ≥ 1,3 zwischen dem Peak des Anions und dem nächstgelegenen Peak

Übersicht

ISO 10304-1:2007 legt ein Verfahren zur Bestimmung von gelöstem Bromid, Chlorid, Fluorid, Nitrat, Nitrit, Orthophosphat und Sulfat im Wasser fest — in Trinkwasser, Grundwasser, Oberflächenwasser, Abwasser, Sickerwasser und Meerwasser — mittels Flüssigkeitschromatographie der Ionen. Die untere Anwendungsgrenze beträgt 0,05 mg/l für Bromid und Nitrit sowie 0,1 mg/l für Chlorid, Fluorid, Nitrat, Orthophosphat und Sulfat; sie hängt von der Matrix und von den Störungen ab. Der Arbeitsbereich lässt sich nach entsprechender Probenvorbereitung (Bedingungen der Spurenanalytik, Voranreicherung) oder mit einem UV-Detektor für Bromid, Nitrat und Nitrit zu niedrigeren Konzentrationen (z. B. 0,01 mg/l) erweitern. Störungen: aliphatische organische Säuren (Mono- und Dicarbonsäuren) können die Trennung stören; Sulfit führt durch Autoxidation zu überhöhten Sulfatwerten (die Probe kann auf pH 10 gebracht und Formaldehyd zugesetzt werden); Metalle (Erdalkali-, Übergangs- und Schwermetalle) werden an speziellen Kationenaustauschern entfernt (eine Kartusche in der H- oder Na-Form; die H-Form kann Verluste an Fluorid und Nitrit verursachen). Die Verordnung von 2019 (Dz.U. 2019 Pos. 1311 — poln. Gesetzblatt) nennt PN-EN ISO 10304-1 unter anderem als Referenzverfahren für Fluorid, Chlorid, Nitrat und Sulfat im Abwasser.

In Polen gilt sie als PN-EN ISO 10304-1:2009 (englische Fassung; sie ersetzte PN-EN ISO 10304-1:2001). In der Laborpraxis (PWr-Lehrbuch „Chemia wody" [Wasserchemie]) hängt der Bestimmungsbereich vom Chromatographen, von der Säule, vom Detektor und von der Schleife ab — z. B. Fluorid 0,01–10, Chlorid 0,1–100, Nitrit 0,05–20, Orthophosphat 0,1–20, Bromid 0,05–20, Nitrat 0,1–50, Sulfat 0,1–200 mg/dm³; ein Beispielsystem: Säule IonPac AS9-HC (4 × 250 mm) mit der Vorsäule AG9-HC, Schleife 25 µl, Eluent 9 mmol/l Na₂CO₃, CO₂-Suppressor; die Ergebnisse werden mit drei signifikanten Stellen angegeben (mit zwei bei kleinen Konzentrationen), und Umrechnungen wie NO₃⁻ → N-NO₃ erfolgen mit dem Faktor 0,2259 und PO₄³⁻ → P-PO₄ mit dem Faktor 0,3261.

Prinzip der Methode

Die Probe wird zunächst vorbereitet, um Feststoffteilchen und — soweit erforderlich — Sulfit und Metallionen zu entfernen. Die Anionen werden mittels Flüssigkeitschromatographie an einem Anionenaustauscherharz (stationäre Phase) mit wässrigen Lösungen der Salze schwacher ein- und zweibasiger Säuren als Eluenten für die isokratische oder die Gradientenelution getrennt (z. B. Carbonat-, Hydrogencarbonat- oder Hydroxid-Eluent). Die Detektion erfolgt mit einem Leitfähigkeitsdetektor (CD); da der Eluent eine ausreichend niedrige Leitfähigkeit haben muss, wird der CD gewöhnlich mit einem Suppressor (Kationenaustauscher) verbunden, der die Leitfähigkeit des Eluenten senkt und die zu bestimmenden Ionen in die entsprechenden Säuren überführt. Ein UV-Detektor ist nicht erforderlich, kann aber für Bromid, Nitrat und Nitrit verwendet werden (λ = 200–215 nm), wenn eine höhere Empfindlichkeit nötig ist oder Matrixstörungen auftreten. Die Auflösung R zwischen dem Peak des zu bestimmenden Anions und dem nächstgelegenen Peak darf nicht kleiner als 1,3 sein. Die Kalibrierung erfolgt nach ISO 8466-1 oder ISO 8466-2 (in besonderen Fällen mit erweiterten Bereichen, z. B. zwei Konzentrationsdekaden); Kontrollversuche zur Gültigkeit der Kalibrierfunktion sind erforderlich, bei Matrixstörungen das Standardadditionsverfahren. Beispiel-Eluent: ein Konzentrat aus 28,6 g Na₂CO₃ und 8,4 g NaHCO₃ in 1000 ml (0,27 mol/l und 0,1 mol/l; mehrere Monate bei 2–8 °C haltbar), von dem 20 ml auf 2000 ml verdünnt werden (0,0027 mol/l Na₂CO₃ und 0,001 mol/l NaHCO₃); das Wasser für die Eluenten wird entgast, und die Eluenten werden alle 3 Tage frisch angesetzt. Stammlösungen von 1000 mg/l jedes Anions sind im Handel erhältlich oder werden aus bei (105 ± 5) °C getrockneten Salzen hergestellt (NaBr 1,2877 g/6 h, NaCl 1,6484 g/2 h, NaF 2,2100 g/1 h, NaNO₃ 1,3707 g/24 h, NaNO₂ 1,4998 g/1 h, KH₂PO₄ 1,4330 g/1 h, Na₂SO₄ 1,4786 g/1 h); eine gemischte Standardlösung von 10 mg/l (1,0 ml jeder Stammlösung auf 100 ml) ist im Dunkeln bei 2–8 °C in Polyethylenflaschen eine Woche haltbar; 5 bis 10 Kalibrierlösungen werden gleichmäßig über den Arbeitsbereich verteilt (z. B. 0,05–0,5 mg/l aus Anteilen von 100–1000 µl in 20-ml-Kolben) und am Tag der Verwendung angesetzt.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Untere Anwendungsgrenze0,05 mg/l Br⁻ und NO₂⁻; 0,1 mg/l Cl⁻, F⁻, NO₃⁻, PO₄³⁻, SO₄²⁻ (erweiterbar bis etwa 0,01 mg/l)
DetektionLeitfähigkeitsdetektion mit Suppressor; optional UV bei 200–215 nm (Br⁻, NO₃⁻, NO₂⁻)
AuflösungR ≥ 1,3 zwischen dem Peak des Anions und dem nächstgelegenen Peak
Eluent (Beispiel)0,0027 mol/l Na₂CO₃ + 0,001 mol/l NaHCO₃ (aus einem Konzentrat von 28,6 g + 8,4 g/l, 20 ml → 2000 ml); alle 3 Tage frisch
Probenschleifez. B. 0,02 ml (Norm); 25 µl im Beispielsystem
ProbenvorbereitungFiltration durch 0,45 µm (den ersten Teil des Filtrats verwerfen), Lagerung bei 4–6 °C; Entfernung der Metalle an einem Kationenaustauscher

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 10304-1:2009 (ISO 10304-1:2007)
Titel (PL)
Jakość wody — Oznaczanie rozpuszczonych anionów za pomocą chromatografii jonowej — Część 1: Oznaczanie bromków, chlorków, fluorków, azotanów, azotynów, fosforanów i siarczanów
Title (EN)
Water quality — Determination of dissolved anions by liquid chromatography of ions — Part 1: Determination of bromide, chloride, fluoride, nitrate, nitrite, phosphate and sulfate

Schritt-für-Schritt-Verfahren

  1. Probenahme und Probenvorbereitung

    Nimm die Probe in saubere, für die IC bestimmte Flaschen (nicht mit Säuren oder alkalischen Detergenzien gereinigt); filtriere sie durch ein Membranfilter von 0,45 µm und verwirf den ersten Teil des Filtrats; bewahre sie bei 4–6 °C auf. Entferne erforderlichenfalls die Metalle an einem Kationenaustauscher und stabilisiere das Sulfit (pH 10, Formaldehyd).

  2. Eluent

    Setze den Eluenten aus entgastem Wasser an (z. B. aus dem Carbonat/Hydrogencarbonat-Konzentrat, 20 ml → 2000 ml) oder nach den Empfehlungen des Säulenlieferanten; wechsle ihn nach 3 Tagen.

  3. Kalibrierung

    Stelle aus den Stammlösungen von 1000 mg/l einen gemischten Standard von 10 mg/l und 5 bis 10 gleichmäßig über den Arbeitsbereich verteilte Kalibrierlösungen her (z. B. 0,05–0,5 mg/l); ermittle die Retentionszeiten und die Kalibrierfunktion nach ISO 8466-1/-2.

  4. Kontrolle der Trennung

    Prüfe an den Chromatogrammen der Standards und der Proben, dass die Auflösung R zwischen dem Anion und dem nächstgelegenen Peak mindestens 1,3 beträgt und dass störende Anionen sich nicht mit den zu bestimmenden überlagern.

  5. Analyse

    Injiziere die Probe (Schleife von z. B. 0,02 ml oder Autosampler); zeichne das Signal des Leitfähigkeitsdetektors hinter dem Suppressor auf (und das UV-Signal, falls verwendet). Führe einen Blindwert mit Wasser der Klasse 1 und Kontrollversuche zur Gültigkeit der Kalibrierung durch; wende bei Matrixstörungen die Standardaddition an; wiederhole die Bestimmung erforderlichenfalls.

  6. Berechnung und Ergebnis

    Lies die Konzentrationen aus der Beziehung Peakfläche (Peakhöhe) gegen Konzentration ab; gib sie in mg/l mit drei signifikanten Stellen an (mit zwei bei kleinen Werten); rechne erforderlichenfalls um (z. B. NO₃⁻ → N-NO₃ × 0,2259; PO₄³⁻ → P-PO₄ × 0,3261).

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
Ionenchromatograph: Eluentenbehälter mit Entgasung, HPLC-Pumpe ohne Metallteile, Dosierventil mit Schleife (z. B. 0,02 ml) oder Autosamplerz. B. Dionex Aquion mit isokratischer Pumpe
Anionenaustauscher-Trennsäule mit Vorsäulez. B. IonPac AS9-HC 4 × 250 mm + AG9-HC 4 × 50 mm
Leitfähigkeitsdetektor mit Suppressor (Kationenaustauscher)thermostatierte Messzelle; CO₂-Suppressor
UV-Detektor 190–400 nm (optional)Bromid, Nitrat, Nitrit bei 200–215 nm
Rechner mit Software zur Datenerfassung und -auswertungBerechnung von Peakflächen/-höhen, Kalibrierung
Membranfilter 0,45 µm, Kationenaustauscher-Kartuschen (H- oder Na-Form)Probenvorbereitung

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Wasser der Klasse 1 nach ISO 3696 (entgast)Eluenten, Verdünnungen, Blindwert
Natriumcarbonat und Natriumhydrogencarbonat (oder NaOH/KOH)Carbonat/Hydrogencarbonat-Eluent (oder Hydroxid-Eluent)
Stammlösungen der Anionen 1000 mg/l (handelsüblich oder aus NaBr, NaCl, NaF, NaNO₃, NaNO₂, KH₂PO₄, Na₂SO₄)Standards; die Salze bei (105 ± 5) °C getrocknet
Gemischte Standardlösung 10 mg/l und KalibrierlösungenKalibrierung mit 5 bis 10 Punkten im Arbeitsbereich, am Tag der Verwendung frisch
Formaldehyd (bei Sulfit)Stabilisierung des Sulfits, nachdem der pH-Wert auf 10 gebracht wurde

Arbeitsschutz und Sicherheit

Häufige Fragen

Welche Norm beschreibt diese Prüfung?

Die Prüfung erfolgt nach PN-EN ISO 10304-1:2009 (ISO 10304-1:2007) — „Water quality — Determination of dissolved anions by liquid chromatography of ions — Part 1: Determination of bromide, chloride, fluoride, nitrate, nitrite, phosphate and sulfate“.

Wie funktioniert diese Methode?

Die Probe wird zunächst vorbereitet, um Feststoffteilchen und — soweit erforderlich — Sulfit und Metallionen zu entfernen. Die Anionen werden mittels Flüssigkeitschromatographie an einem Anionenaustauscherharz (stationäre Phase) mit wässrigen Lösungen der Salze schwacher ein- und zweibasiger Säuren als Eluenten für die isokratische oder die Gradientenelution getrennt (z.

Wie groß sind Messbereich und Genauigkeit?

Untere Anwendungsgrenze: 0,05 mg/l Br⁻ und NO₂⁻; 0,1 mg/l Cl⁻, F⁻, NO₃⁻, PO₄³⁻, SO₄²⁻ (erweiterbar bis etwa 0,01 mg/l); Detektion: Leitfähigkeitsdetektion mit Suppressor; optional UV bei 200–215 nm (Br⁻, NO₃⁻, NO₂⁻); Auflösung: R ≥ 1,3 zwischen dem Peak des Anions und dem nächstgelegenen Peak; Eluent (Beispiel): 0,0027 mol/l Na₂CO₃ + 0,001 mol/l NaHCO₃ (aus einem Konzentrat von 28,6 g + 8,4 g/l, 20 ml → 2000 ml); alle 3 Tage frisch.

Wie lange dauert die Prüfung?

Das Verfahren umfasst 6 Schritte. Die Norm gibt nicht für jeden Schritt eine Dauer an — maßgeblich ist das Verfahren des Labors.

Welche Geräte werden benötigt?

Ionenchromatograph: Eluentenbehälter mit Entgasung, HPLC-Pumpe ohne Metallteile, Dosierventil mit Schleife (z. B. 0,02 ml) oder Autosampler, Anionenaustauscher-Trennsäule mit Vorsäule, Leitfähigkeitsdetektor mit Suppressor (Kationenaustauscher), UV-Detektor 190–400 nm (optional), Rechner mit Software zur Datenerfassung und -auswertung, Membranfilter 0,45 µm, Kationenaustauscher-Kartuschen (H- oder Na-Form).

Wo wird diese Prüfung eingesetzt?

Trinkwasser, Grundwasser und Oberflächenwasser — gleichzeitige Bestimmung von 7 Anionen aus einer einzigen Aufgabe; Abwasser und Sickerwasser — Fluorid, Chlorid, Nitrat, Sulfat (Referenzverfahren nach Dz.U. 2019 Pos. 1311); Meerwasser und salzhaltige Wässer (nach Verdünnung im Rahmen der Säulenkapazität); Spurenanalytik von Bromid, Nitrat und Nitrit mit UV-Detektion oder nach Voranreicherung (bis etwa 0,01 mg/l); Laboratorien mit hohem Durchsatz — Autosampler, Kalibrierung nach ISO 8466.

Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten?

Alkalische Eluenten (NaOH/KOH) und die Säuren zur Regeneration des Suppressors — Schutzbrille und Handschuhe; Formaldehyd (Stabilisierung des Sulfits) — Arbeit im Abzug; Die HPLC-Anlage steht unter Druck — Leitungen und Verschraubungen vor der Inbetriebnahme prüfen.

Welches Labor führt diese Prüfung durch?

Die Prüfung führen nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labore durch. Auf LabCoda finden Sie sie über die Normnummer PN-EN ISO 10304-1.

🔍 Labor finden, das diese Prüfung durchführt