🔬 Partikelgrößenanalyse — Laserbeugung

Physikochemie PN-EN ISO 13320

Bestimmung der Partikelgrößenverteilung (0,1 µm – 3 mm) in Pulvern, Suspensionen, Emulsionen und Aerosolen mittels Laserbeugung. Schnelle, zerstörungsfreie Methode mit hoher Wiederholbarkeit.

Übersicht

Die Partikelgrößenanalyse mittels Laserbeugung ist eine der am weitesten verbreiteten Techniken zur Bestimmung der Partikelgrößenverteilung in der Pharma-, Chemie-, Bau-, Lebensmittel-, Kosmetik- und Werkstoffindustrie. Die Norm PN-EN ISO 13320:2020 definiert die Methodengrundlagen, Anforderungen an die Apparatur und die Messverfahren.

Die Methode ist im Partikelgrößenbereich von ca. 0,1 µm bis 3 mm anwendbar (mit Erweiterungen — unter 0,1 µm und über 3 mm). Die Probe in Form einer Suspension (Nassdispersion) oder eines Aerosols (Trockendispersion) durchquert einen monochromatischen Laserstrahl. Die Partikel streuen das Licht in Winkeln, die von ihrer Größe abhängen — kleinere Partikel streuen unter größeren Winkeln. Die Winkelverteilung des Streulichts wird von einer Photodetektor-Matrix erfasst und in eine Partikelgrößenverteilung umgerechnet.

Die Berechnungen basieren auf der Mie-Theorie (für sphärische Partikel) oder der Fraunhofer-Näherung (für Partikel >> Wellenlänge). Die Ergebnisse werden als Volumenverteilung mit den Kennwerten D10, D50 (Median) und D90 sowie den Parametern SPAN und dem De-Brouckère-Mittelwert (D[4,3]) ausgedrückt.

Führende Hersteller von Laserbeugungsanalysatoren sind: Malvern Panalytical (Mastersizer 3000), Horiba (LA-960V2), Beckman Coulter (LS 13 320), Sympatec (HELOS), Fritsch (Analysette 22). Gerätekosten 80 000–600 000 PLN, Messzeit 1–5 Minuten.

Prinzip der Methode

Ein monochromatischer Laserstrahl (He-Ne 633 nm oder Diode 470 nm) beleuchtet die in einem Medium (Flüssigkeit oder Luft) dispergierte Probe. Partikel streuen das Licht — der Streuwinkel ist umgekehrt proportional zur Partikelgröße (kleine Partikel → große Winkel). Die Winkelverteilung der Streulichtintensität wird von einer konzentrischen Photodetektor-Matrix (Detektoren bei Winkeln von 0,01°–135°) gemessen. Auf Grundlage des gemessenen Beugungsmusters berechnet ein auf der Mie-Theorie basierender Algorithmus (erfordert Kenntnis des Brechungsindex von Probe und Medium) die Partikelgrößenverteilung (Volumenverteilung).

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Messbereich0,01–3 500 µm (abhängig von Modell und Konfiguration)
VerteilungskennwerteD10, D50 (Median), D90, D[4,3], D[3,2], SPAN
WiederholbarkeitCV < 1% (D50) für homogene Proben
Optisches ModellMie-Theorie (Brechungsindex n und k erforderlich) oder Fraunhofer
Messzeit1–5 min (einschließlich Dispergierung)
DispergierungNass (Wasser, Isopropanol, Hexan) oder trocken (Druckluft)

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 13320:2020
Titel (PL)
Analiza wielkości cząstek — Metody dyfrakcji laserowej
Title (EN)
Particle size analysis — Laser diffraction methods

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Gerätevorbereitung

Analysator und Laser mind. 30 min vor der Messung einschalten. Software starten, optisches System auf Null setzen.

⏱ Zeit: 30 min

2. Hintergrundmessung

Messzelle mit Dispergiermedium (ohne Probe) befüllen. Hintergrundmessung (Background) durchführen. Hintergrundabsorbanz < 0,5%.

⏱ Zeit: 2 min

3. Parameterauswahl

Brechungsindex (n) und Absorptionskoeffizient (k) der Probe in das Mie-Modell eingeben. Medium, Pumpgeschwindigkeit, Ultraschallleistung auswählen.

4. Probendosierung

Probe tropfenweise / mit Spatel zum Medium geben und dabei die Verschattung (Obscuration) überwachen. Ziel: 5–20% Verschattung.

⏱ Zeit: 1–3 min

5. Dispergierung

Umwälzpumpe und Ultraschall (nass) oder Luftstrom (trocken) einschalten. 30–60 s dispergieren.

⏱ Zeit: 30–60 s

6. Messung

Messung starten (üblicherweise 3–5 Scans, Mittelung). Dauer eines Scans: 10–20 s. Wiederholbarkeit zwischen den Scans prüfen.

⏱ Zeit: 1 min

7. Ergebnisverifizierung

Mie-Modell-Residuen prüfen (< 1%), Verschattung, D50-Wiederholbarkeit (CV < 3% zwischen Messungen). Messung 3× an unabhängigen Einwaagen wiederholen.

8. Ergebnisanalyse

D10, D50, D90, SPAN = (D90-D10)/D50 ablesen. Mit den Anforderungen der Produktspezifikation vergleichen.

9. Reinigung

Messzelle mit Medium, dann mit gereinigtem Wasser (3×) spülen. Für schwer lösliche Proben — Isopropanol oder Aceton.

⏱ Zeit: 5 min

10. Qualitätskontrolle

Mindestens einmal täglich zertifizierten Standard (Glaskugeln) messen. D50 im Bereich ±3% des zertifizierten Wertes.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
LaserbeugungsanalysatorMalvern Mastersizer 3000, Horiba LA-960V2, Beckman Coulter LS 13 320150 000–600 000 PLN
NassdispergiermodulMalvern Hydro MV / Hydro SV, Horiba PowderJetIm Set oder 30 000–80 000 PLN
TrockendispergiermodulMalvern Aero S, Horiba PowderJet Dry50 000–100 000 PLN
UltraschallbadIn das Dispergiermodul integriert oder extern (Bandelin, Elma)3 000–8 000 PLN
PartikelgrößenstandardMalvern QAS3001B (15–150 µm Glaskugeln), NIST SRM 1003c2 000–5 000 PLN

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Gereinigtes WasserDispergiermedium für hydrophile Proben, entgast, durch 0,2 µm filtriert
Isopropanol67-63-0Dispergiermedium für wasserempfindliche Proben (Zement, Metallpulver)
Tensid (Tween 80 / Triton X-100)9005-65-6Verhindert Agglomeration — Zusatz zum Nassmedium (0,1–0,5%)
Kugelförmige Standards (Glass Beads)Zertifizierte Glasmikrokugeln mit bekannter Verteilung — Verifikation der Gerätekalibrierung

Arbeitsschutz und Sicherheit

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