🧪 Aluminium im Wasser

Physikochemie PN-EN ISO 12020

Bestimmung von Aluminium im Wasser durch Atomabsorptionsspektrometrie (AAS) — Flammen- oder Graphitrohr. Kontrolle von Aluminiumkoagulationsrückständen im Trinkwasser.

Übersicht

Aluminium (Al) ist das dritthäufigste Element in der Erdkruste, aber seine Anwesenheit im Trinkwasser ist unerwünscht. Die zulässige Aluminiumkonzentration im Trinkwasser beträgt 200 µg/L (0,2 mg/L) nach MH-Verordnung (Gesetzblatt 2017, Pos. 2294). Die Hauptquellen von Aluminium im Trinkwasser sind Aluminiumkoagulanzien (Aluminiumsulfat, Polyaluminiumchlorid), die im Wasseraufbereitungsprozess verwendet werden — bei unsachgemäßer Dosierung oder pH können Al-Rückstände in aufbereitetes Wasser gelangen.

Erhöhte Aluminiumkonzentrationen im Trinkwasser werfen gesundheitliche Kontroversen auf — der Zusammenhang zwischen Aluminiumexposition und Alzheimer-Krankheit wird seit Jahren diskutiert. Obwohl epidemiologische Beweise nicht eindeutig sind, erfordert das Vorsorgeprinzip eine Minimierung von Al im Trinkwasser. Darüber hinaus verschlechtert Aluminium die organoleptischen Eigenschaften des Wassers (Trübung, Farbe) und kann Probleme in Installationen verursachen (Ablagerungen).

Die Norm PN-EN ISO 12020 beschreibt zwei AAS-Methoden zur Aluminiumbestimmung im Wasser: Flammenmethode (FAAS) — mit Atomisierung in Distickstoffoxid-Acetylen-Flamme (N₂O-C₂H₂), verwendet für Konzentrationen 5–100 mg/L, und Graphitrohrmethode (GF-AAS) — für Konzentrationen 5–200 µg/L, relevant in der Trinkwasserkontrolle. Alternativ wird spektrophotometrische Methode mit Chromazurol S oder Pyridylazorezorcinol (PAR) sowie ICP-OES verwendet.

In der Praxis verwenden Trinkwasserlabore am häufigsten GF-AAS oder ICP-OES aufgrund der erforderlichen niedrigen Bestimmungsgrenze (in der Größenordnung von 10 µg/L).

Prinzip der Methode

GF-AAS-Methode: Wasserprobe (10–20 µL) wird in Graphitrohr dosiert. Temperaturprogramm umfasst: Trocknung (110–130°C), Pyrolyse (1200–1500°C — ohne Modifikator oder mit Mg(NO₃)₂), Atomisierung (2400–2600°C — hohe Temperatur notwendig wegen Al-Temperaturbeständigkeit), Reinigung (2700°C). Freie Al-Atome absorbieren HCL-Strahlung bei λ = 309,3 nm. FAAS-Methode: Probe wird in N₂O-C₂H₂-Flamme (Temp. ~3000°C) aspiriert — gewöhnliche Luft-Acetylen-Flamme liefert nicht ausreichend Energie für Al-Atomisierung.

Anwendungen

Schlüsselparameter

ParameterWert
Wellenlänge309,3 nm
GF-AAS Nachweisgrenze~1 µg/L
FAAS Nachweisgrenze~30 µg/L (N₂O-C₂H₂)
GF-AAS Linearer Bereich5–200 µg/L
FAAS Linearer Bereich5–100 mg/L
GF-AAS Atomisierungstemperatur2400–2600°C

Norm

Normnummer
PN-EN ISO 12020:2002
Titel (PL)
Jakość wody — Oznaczanie glinu — Metody atomowej spektrometrii absorpcyjnej
Title (EN)
Water quality — Determination of aluminium — Atomic absorption spectrometric methods

Schritt-für-Schritt-Verfahren

1. Vorbereitung der Gefäße (Kontaminationskontrolle)

Aluminium ist allgegenwärtig — PP/PTFE-Gefäße in 10% HCl (nicht HNO₃!) für 24 h einweichen, dreimal mit ultrareinem Wasser spülen. Arbeit in Clean Bench empfohlen.

⏱ Zeit: 24 h

2. Probenansäuerung

Suprapur HNO₃ auf pH <2 zugeben. Für Trinkwasser — Analyse innerhalb 24 h (Al kann bei pH >4 ausfallen).

⏱ Zeit: 5 min

3. Herstellung von Standards (GF-AAS)

Reihe herstellen: 0, 10, 20, 50, 100, 200 µg/L Al in 1% Suprapur HNO₃. Standards unmittelbar vor Messung herstellen.

⏱ Zeit: 15 min

4. GF-AAS Temperaturprogramm

Trocknung: 110°C (30 s), 130°C (20 s). Pyrolyse: 1400°C (20 s, mit Mg(NO₃)₂). Atomisierung: 2500°C (5 s, Messung). Reinigung: 2700°C (3 s).

🌡 Temperatur: 110–2700°C

5. Dosierung des Modifikators

Autosampler dosiert 5 µL Mg(NO₃)₂ 0,1% + 15 µL Probe. Modifikator ermöglicht Erhöhung der Pyrolysetemperatur ohne Al-Verluste.

⏱ Zeit: 5 min

6. Kalibrierung

Kalibrierstandards messen. Kurve erstellen (Peakfläche vs Konzentration). R² ≥0,998. Empfindlichkeit prüfen.

⏱ Zeit: 20 min

7. Probenmessung

Proben in Doppelbestimmungen messen. Messzeit ca. 3–4 min/Probe. Untergrund überwachen (Zeeman-Korrektur).

⏱ Zeit: 3–4 min/Probe

8. Qualitätskontrolle

Laborblindprobe, Feldblindprobe, Kontrollstandard (Wiederfindung 90–110%), Doppelbestimmung (RPD <15%). Besondere Aufmerksamkeit auf Kontamination!

⏱ Zeit: 15 min

9. Kontaminationskontrolle

Laborblindprobe muss <3 µg/L Al sein. Wenn höher — Kontaminationsquelle suchen (Gefäße, Reagenzien, Luft).

10. Berechnung und Berichterstattung

Al-Konzentration aus Kalibrierkurve. Ergebnis in µg/L mit Genauigkeit auf 1 µg/L. Messunsicherheit berücksichtigen.

Erforderliche Geräte und Apparatur

GerätBeispielRichtpreis
AAS-Spektrometer mit GraphitrohrAgilent 280Z AA, Shimadzu AA-7000, Analytik Jena ZEEnit 700P150 000–400 000 PLN
N₂O-C₂H₂ Brenner (für FAAS)Slot-Burner-Typ für Distickstoffoxid — im FAAS-Gerät enthaltenenthalten
Al-HCL-LampeAgilent Al HCL, Heraeus — Strom 10 mA600–1 500 PLN
GraphitrohrePyrolytisch beschichtete Rohre mit L'vov-Plattform50–150 PLN/Stk.
Distickstoffoxid N₂O (für FAAS)50 L Flasche, Reinheit 2.0, Druckminderer300–600 PLN/Flasche
PP/PTFE-GefäßeAluminium allgegenwärtig — Kontamination vermeiden; kein Alumosilikatglas verwenden5–30 PLN/Stk.

Reagenzien, Nährmedien und Verbrauchsmaterialien

ReagenzCASDetails
Al-Standardlösung 1000 mg/L7429-90-5Zertifiziertes CRM in 2% HNO₃ (Merck CertiPUR), rückverfolgbar auf NIST SRM
Salpetersäure 65% Suprapur7697-37-2Ultrareines HNO₃ — zum Ansäuern von Proben und Standards (pH <2). Suprapur-Qualität für GF-AAS!
Modifikator — Mg(NO₃)₂10377-60-3Magnesiumnitrat 0,1% — Matrixmodifikator für GF-AAS, stabilisiert Al thermisch
Ultrareines WasserLeitfähigkeit ≥18,2 MΩ·cm, Milli-Q-System — auf Al-Gehalt geprüft (<1 µg/L)
Salzsäure 30% Suprapur7647-01-0HCl — zum Waschen von Gefäßen; Einweichen in 10% HCl, 24 h

Arbeitsschutz und Sicherheit

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